Wie ich nach Japan kam…

Ich bin Gärtnerin, Garten- und Naturliebhaberin und arbeite als Gartendesignerin / Gärtnerin in Japan.

Wie es dazu kam:

Als ich 13 Jahre alt war, begann mein Interesse für Japan zu wachsen. Damals realisierte ich zum ersten Mal, dass viele meiner geliebten Zeichentrickserien aus diesem Land stammten und von nun an sammelte ich alles was irgendwie mit Japan in Verbindung zu bringen war.

Gärten und Natur mochte ich schon viel länger. Ich bin quasi im Wald und Garten meiner Großmutter aufgewachsen. Ich kann mich meist gar nicht erinnern wann ich bestimmte Pflanzen- oder Baumnamen gelernt habe, ich wusste sie schon immer..

So kam eines zum anderen und ich verband diese beiden Lieben miteinander.
Außerdem entschied ich mich im zarten Alter von 22 eine Ausbildung zur Gärtnerin zu machen.
Im Frühjahr, bevor meine Ausbildung begann, fuhr ich auch das erste Mal nach Japan. Für 3 Wochen um Urlaub zu machen.
Japan war wie ich es mir vorgestellt hatte, ich war einfach begeistert.

Trotzdem sollte es 5 Jahre dauern bis ich anfing den nächsten Urlaub dort zu planen.
Und dann kam das Erdbeben und der Tsunami. Ich wollte im Herbst des gleichen Jahres nach Japan, aber meine Familie bat mich inständig nicht zu fahren.
Und so verbrachte ich den schon eingereichten Urlaub anderweitig.. Aber immer mit dem Gedanken an Japan und in dieser Zeit schrieb ich auch die E-Mail und traf die Entscheidung, die mein Leben verändern sollte.

Ich war die Jahre davor nicht ganz untätig gewesen und hatte einige Seminare zum Thema Japanische Gärten besucht. Einer der Seminarleiter erzählte auch etwas über sein Jahr in Japan. Er war über den Deutschen Bauernverband zu einem Praktikumsplatz als Gärtner in Japan gekommen. Ich speicherte die Information zwar ab, dachte aber nicht weiter darüber nach, bis eben in diesem Urlaub im Herbst 2011 eine Infomail der Junggärtner in meinen Posteingang flatterte, in dem es hieß, die Bewerbungsfrist für das Praktikumsjahr in Japan würde noch bis Ende Oktober laufen..
Ich schrieb eine E-Mail an den DBV, in der ich Interesse bekundete und machte mich nach dem Urlaub an das Zusammenstellen der benötigten Unterlagen für die Bewerbung.
Nicht ganz leicht wenn man in einer Behörde arbeitet und innerhalb von zwei Wochen eine Beurteilung braucht.
Ich hätte diese zwar auch nachreichen können, brachte aber die kompletten Unterlagen doch schon am 30. Oktober zur Post.
Nicht lange später erhielt ich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch im Dezember in Bonn.
So nahm ich zwei Tage Freizeit, ich hatte ja noch Überstunden, und fuhr dorthin.

Wir waren sechs Bewerber auf fünf Plätze. Und nach den zwei Tagen war ich fest davon überzeugt, dass ich der Pechvogel sein würde, der nicht fahren dürfte.
Denn ich wollte nur ein halbes Jahr nach Japan um die Wohnung nicht aufgeben zu müssen. Außerdem hatte ich zu der Zeit noch einen Freund. Ein anderer Punkt auf dem sie im Einzelgespräch etwas herumritten. Sie hatten Angst davor, dass ich abbrechen würde..
Es trat das Gegenteil ein, aber dazu nachher mehr..

Ich bekam den Platz, was mich sehr wunderte. Meinen Chef auch.. Er sagte mir ins Gesicht, dass er nicht erwartet hätte, dass ich genommen würde. Vielen Dank auch!
Trotzdem versicherte er mir, dass der dreiwöchige Sprachkurs im nächsten Jahr in Bochum kein Problem sein würde. War es dann natürlich doch, aber wenn ich die Geschichte erzählen würde, könnte ich gleich einen Roman schreiben!

Ende April war es dann so weit, ich sollte für die nächsten 6 Monate in Japan leben und arbeiten. Was für ein Abenteuer! War ich doch ein sehr introvertierter Mensch, der sich nie traute irgendwo alleine hinzufahren. Und nun dies..
Ich kam also in die Kleinstadt Asaka in der Nähe von Tokyo und kümmerte mich fortan mit einer japanischen Kollegin um die Pflege der Kinderspielplätze.
Nicht meine Traumarbeit, aber es war trotzdem schön. So schön, dass ich schon nach zwei Monaten nicht mehr nach Deutschland zurück wollte. Nachdem die Hälfte der Zeit rum war, wurde ich richtiggehend übellaunig.
Dann kam die Trennung von meinem Freund und ich ergriff die Gelegenheit anzufragen, ob ich mein Praktikum auf dir reguläre Länge ausdehen könnte.
War kein Problem solange ich die Kosten für die Flugumbuchung übernähme. Und so flog ich erst Ende März zurück nach Deutschland.
Ich blieb nur etwas über einen Monat, regelte ein paar Dinge und beantragte ein Working Holiday Visum.
Dann flog ich auch schon wieder mit dem neuen Visum zurück nach Japan. Erstmal wieder für ein Jahr..
Und blieb..

3 Gedanken zu „Wie ich nach Japan kam…

  1. Hallo Anika,

    ich habe vorhin schon ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und bin total begeistert von der Geschichte, die dich nach Japan geführt hat! :)
    Gerade weil man diese Version nicht alle Tage hört, bin ich umso froher, dass dein Weg nach Japan so gut geklappt hat.
    Den Beruf des Gärtners / Floristen finde ich übrigens unglaublich schön. Ich wusste gar nicht, dass es auch für diesen Zweig Austauschmöglichkeiten wie Praktika etc. nach Japan gibt!

    So, und jetzt stöbere ich mal noch ein bisschen weiter und freue mich darauf, mehr von dir zu lesen :)

    • Zum Glück gibt es für uns auch Austauschmöglichkeiten :) Für Erzieher übrigens auch!
      Ich bin auch nicht die einzige Gärtnerin/ Floristin aus Deutschland, die in Japan gelandet ist.

      • Ja, ich finde es auch richtig toll, dass es da doch so viele Möglichkeiten gibt und Japan nicht nur Studierenden oder Leuten mit dickem Portemonnaie offen steht :) !

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