100 Yen Stickerbücher


Heute möchte ich über die Stickerbücher für Kinder berichten, die es in jedem gut sortierten 100 Yen Laden zu kaufen gibt.
Tatsächlich habe ich erst die Bücher von Daiso und Seria getestet, aber ich bin mir sicher, Can Do hat ebenfalls welche.

Die meisten Bücher bringen zwei Folien mit verschiedenen Stickern zu einem bestimmten Thema mit, sowie einige Seiten, auf denen man sie gestalterisch in Szene setzen kann.

Was ist an den Büchern nun so toll oder auch nicht toll? Nun, sie bieten Beschäftigung für’s Kind und das für wenig Geld!

Chibi Mamo-chan bekam sein erstes Stickerbuch von Daiso kurz nach Neujahr. Zu dieser Zeit konnte er die Sticker noch nicht gut einkleben. Zwar gelang es ihm sie zwischen zwei Finger zu nehmen, wenn ich sie von der Folie löste, doch die Bewegungen, die zum einkleben nötig sind, wollten nicht so recht klappen. Inzwischen ist er darin jedoch ein Meister und baut Türme aus Affen und Igeln.

Ich muss zugeben, die Bücher von Daiso sind meine Favoriten und die von Seria eher eine Enttäuschung. Die Sticker von Seria sind zu groß für die Seiten und es sind viel weniger Sticker vorhanden. Natürlich sind die großen Sticker für kleinere Kinder besser geeignet, aber was nutzen einem vier Pandas, wenn in das Gehege für Pandas nur einer rein passt? Außerdem waren die Sticker so designed, dass, beim Ablösen durch wurstige Kinderfinger, oft mal ein Schwanz abriss oder ein Tier gar in zwei Teile geteilt wurde.
Das Auto-Buch von Seria war eine noch herbere Enttäuschung. Hier waren zwei Folien in der Mitte einer aufklappbaren bedruckten Pappe mit Klettverschluss untergebracht. Platz für die Flugzeuge gab es hier mal gar nicht. Auch von den Schiffen passte mit Ach und Krach eins auf den See. Und wollte man ein Auto auf die Straße kleben, so konnte man sicher sein, dass man von Häusern nichts mehr sehen konnte..

Die Bücher von Daiso sind da besser. Zwar sind die Sticker kleiner, aber auch robuster. Es passen alle vorhandenen Sticker locker ins Buch und sie beschäftigen Chibi Mamo-chan auch noch nachdem sie alle eingeklebt wurden. Denn er schafft es auch sie alleine wieder abzulösen und an einer anderen Stelle erneut einzukleben. Oder auf dem Fußboden zu verteilen. Oder sie in meinen Schuh zu kleben. Oder versuchte sie mir, als ich neben ihm eingeschlafen bin, ins Ohr zu kleben..
Auf jeden Fall halten sie ihn beschäftigt und das ist super.
Für die Stickerbücher von Daiso gibts nen Daumen hoch!

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Yoyogi Village

Es ist ein wunderschöner Morgen. Über mir erstreckt sich ein lichtblauer Himmel und die Sonne scheint.
Es ist warm, ich brauche keine Winterjacke mehr.
Ich mache mich auf den Weg zur Arbeit, wie immer mit Chibi Mamo-chan auf dem Rücken. Aufmerksam guckt er sich um, sucht nach interessanten Autos und Blumen und macht mich mit einem lauten „da“ auf sie aufmerksam. Nachdem ich ihn im Kindergarten abgeliefert habe, mache ich mich auf den Weg zur Bahn.
Wie immer ist sie voll und viel zu warm. In Yoyogi steige ich die Treppe aus der Station hinauf zum Tageslicht und begrüße die Sonne auf ein Neues.
Jetzt fällt die Entscheidung. Heute werde ich den Morgen nicht im Büro verbringen, heute werde ich mit einem Kaffee draußen sitzen und endlich ein Rezensionsexemplar zu Ende lesen, an dem ich schon einen Monat sitze.
Ich gehe schnell zur Firma, reiße erstmal die Fenster auf, denn es stinkt furchtbar nach Zigaretten und wische Staub. Meine tägliche Morgenroutine.
Dann schnappe ich mir meine Tasche um zum Starbucks zu gehen. Doch halt! Eine Idee steigt in mir auf. Gibt es im Yoyogi Village nicht auch ein Café?
Schon auf dem Weg dorthin macht sich dieses Gefühl breit. Ein Gefühl, das es nur im Frühling gibt, wenn es endlich wärmer wird und den Winter aus den Knochen vertreibt. Wenn man vor Energie nur so sprüht und den bunten Blumen beim Wachsen zusehen möchte.
Und findet ihr nicht auch, dass die Luft an einem sonnigen Frühlingsmorgen ganz besonders duftet? An so einem Morgen eingesperrt in einem vollgequalmten Büro zu sitzen ist mein ganz persönlicher Alptraum.
Deshalb bin ich Gärtnerin ;)

Yoyogi Village by kurkku wurde 2011 als ein Yokochō-Konzept eröffnet, das einen neuen Flair in die Nachbarschaft bringen und sie gleichzeitig beleben sollte.
Yokochō sind kleine Straßen mit allerlei Geschäften, von Ramenshops über Izakaya bis zu Reinigungen und Blumenläden.

Ähnliche Konzepte, die gleichzeitig bekannter sind, sind zum Beispiel Commune 2nd in Aoyama (dort findet man ein Schmatz) oder Tenoha in Daikanyama.
Diese neuen Yokochō Konzepte, sogenannte neo-yokochōs, fokussieren sich allerdings hauptsächlich auf Restaurants und Cafés und weniger auch auf andere Dienstleistungen oder den Verkauf von Waren.

Hier gibt es heiße Wüstenhexen!

All diese neo-yokochōs haben etwas gemeinsam, sie sind in sich geschlossen mit nur einem Eingang, haben Platz zum draußen sitzen und sind stylish. Sowohl Tenoha als auch Yoyogi Village warten außerdem mit (für Japan) ungewöhnlichen Pflanzen auf.
Zumindest im Yoyogi Village ist das kein Wunder, denn dort ist Sora Shokubutsuen ansässig, ein sogenanntes ‚Plant Hunting‘ Unternehmen, das aber inzwischen viele Grünanlagen in und um Tokyo plant.
Seit der Eröffnung in 2011 wurde das Pflanzenkonzept geändert, da viele der seltenen Pflanzen das Klima und die fehlende Pflege nicht überlebt haben. Inzwischen gibt es saisonale Workshops, während derer die Pflanzgefäße, die als eyecatcher dienen, umgestaltet werden.
Dieses Konzept ist sehr praktisch, Yoyogi Village spart so an Arbeitskräften.
Im Frühling findet man so etwa Hängekirschen (Prunus serrulata) und im Sommer Bromelien.
Ganz ehrlich gefällt mir diese Dekoration nicht. Allerdings ist immer noch viel der vorigen Bepflanzung vorhanden, und die gefällt mir eindeutig besser.

Im hinteren Bereich findet man ein etwas teureres italienisches Restaurant, das sich sehr für Instabe eignet. Man sollte nur nicht allzu hungrig und nicht mit leerem Portemonnaie hingehen.
Im vorderen Bereich findet man das sogenannte Container Areal mit vielen einfachen Restaurants und Cafés. Hier sitzt man im Sommer draußen und im Winter wird man von einer Plane und Heizern vor der Kälte bewahrt.
Hier herrscht übrigens Rauchverbot. Dafür gibt es hinter dem Container Areal eine Raucherecke.
Gegenüber befinden sich die Toiletten, ebenfalls in einem Container. Es gibt nicht allzu viele, dafür aber auch eine für Rollstuhlfahrer. In ihr findet man auch eine Wickelkommode.
Im oberen Bereich (ja, es geht hoch, obwohl sich das Village nicht in einem Gebäude befindet) finden sich noch ein paar Sitzplätze, zwei Shops und Sora Shokubutsuen sowie ein Free Space – ein Glascontainer, in den sich jeder setzen und arbeiten darf.
Zwischen dem Free Space und Sora befindet sich sogar eine größere Sitzecke, die komplett leer war als ich sie besucht habe.
Sowieso war das Village an einem Wochentag um 16h fast ausgestorben.
Jedoch ist es nicht erlaubt eigenes Essen und Getränke mitzubringen, man möchte bitte bei den vorhandenen Shops kaufen. Kann man nachvollziehen.

Das Village kann ich auf jeden Fall außerhalb der Saison als einen ruhigen Platz zum Sitzen und Arbeiten empfehlen. (Vorsicht, nebenan wird grade gebaut! Stand Frühjahr 2018.)
Es ist auch geeignet wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Der nächste Workshop zur Umgestaltung der Töpfe findet am 16.4. 2018 (Montag) von 10 – 15 Uhr statt.
Die Teilnahme ist kostenlos, aber auf 40 Teilnehmer begrenzt.
Anmeldung bis zum 4.4. über die Homepage des Yoyogi Village.

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Der neue Drahtesel

Ich habe euch davon berichtet, dass ich an mein Fahrrad keinen Kindersitz bauen kann.
Da ich aber keine Lust hatte immer zu Fuß bis zum großen Park und zurück zu laufen, beschloss ich Anfang des Jahres, dass ein neues Fahrrad her muss.

Am liebsten natürlich mit Batterie-Unterstützung, aber der Preis von guten Rädern dieser Art liegt leider über meinem Budget…
Doof ist, dass es die richtigen Mamachari mit dickem Kindersitz vorne und hinten in allen Geschäften nur noch mit Batterie gibt…

Letztendlich habe ich mein Fahrrad dann doch in einem Geschäft gefunden, aber einfach war die Suche nicht.

Normalerweise kaufe ich ja gerne im Internet, und dort hätte ich sicher einige Angebote entdeckt, aber beim Fahrrad habe ich gerne den Service eines Geschäfts.

Innerhalb eines Monats klapperte ich alle Fahrradgeschäfte in der näheren Umgebung ab. Das sind vier an der Zahl. Von allen war ich nicht überzeugt. Zum einen hatten sie kein einfaches Fahrrad mit Kindersitzen ausgestellt, zum anderen zeigten sie sich sehr unwillig mich zu beraten.

Etwas weiter entfernt fand ich dann eine Filiale der Kette „Cycle Base Asahi“. Hier wurde ich zum ersten Mal freundlich empfangen und ausführlich beraten. Und sie hatten sogar ein Modell eines modernen Mamacharis ohne Batterie!
Da das jedoch ganz hinten und nicht erreichbar stand, durfte ich auf einem vergleichbaren Modell mit Batterie Probe sitzen. Wie sich herausstellte, war das Rad zu klein…
Trotzdem bestellte ich es. Mit einem leicht größeren Hinterrad.
In Japan liegen die Mamacharis tief, weil es so einfacher ist die Balance mit zwei schweren Kindern + etliche Taschen zu halten und man die Kinder nicht so hoch in den Sitz heben muss.
Der Kindersitz vorne war bei meinem Rad vor-installiert, kann später aber durch einen extra Korb ersetzt werden, der jetzt auf dem Gepäckträger befestigt ist. Außerdem gab es einen Regenschutz für den Kindersitz, eine Versicherung und zwei Fahrradhelme dazu.
Fahrradhelme sind in Japan für Kinder Pflicht. Und weil ich es doof finde meinem Sohn so etwas aufzuzwingen während mir der Wind um die Ohren pustet, gab es für mich auch einen.
Einen Kindersitz für hinten kann ich kaufen wenn der Lütte alt genug dafür ist.
Der ganze Spaß hat mich fast 900€ gekostet. Ein Fahrrad mit Batterie im selben Laden hätte etwa 1000€ drauf gekostet.

Eine Woche später konnte ich das Fahrrad abholen. Für 500¥ mehr ließ ich mein altes Rad gleich dort recyceln.
Leider muss ich irgendwann noch einen neuen Sattel kaufen, denn ich sitze immer noch etwa 7 cm zu tief.. Aber ich bin positiv von der 3-Gang-Schaltung überrascht. Sie reicht tatsächlich fast aus.

In Japan haben Fahrräder übrigens hinten nur einen Reflektor und je ein Katzenauge in den Rädern sowie ein richtiges Licht vorne.
Das reicht mir nicht, weshalb ich im 100¥ Shop noch zusätzliche Reflektoren für die Speichen und ein batteriebetriebenes Rücklicht gekauft habe.

Kinder-Fahrräder für die ganz Kleinen werden hier übrigens gerne mal ohne alles verkauft. Nicht nur einmal kam mir ein kleines Kind alleine auf einem Fahrrad ohne Licht entgegen.
Wie Eltern so etwas zulassen können ist mir schleierhaft.

Bookstart

Ein kostenloses Angebot von der Stadt.

Die 3 bzw. 4 Monatsuntersuchung wird vom Bezirk organisiert und durchgeführt.
Zumindest in meinem Bezirk von Tokyo ist das so.
Zu dieser Gelegenheit bekam ich die Information zum Bookstart Event, das in Bibliotheken meiner Umgebung stattfand.
Jede Bibliothek hatte dabei unterschiedliche Termine und ich entschied mich für die nicht unmittelbar in meiner Nähe, sondern ein bisschen weiter weg, weil mir der Termin besser passte.
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