Yoyogi Village

Es ist ein wunderschöner Morgen. Über mir erstreckt sich ein lichtblauer Himmel und die Sonne scheint.
Es ist warm, ich brauche keine Winterjacke mehr.
Ich mache mich auf den Weg zur Arbeit, wie immer mit Chibi Mamo-chan auf dem Rücken. Aufmerksam guckt er sich um, sucht nach interessanten Autos und Blumen und macht mich mit einem lauten „da“ auf sie aufmerksam. Nachdem ich ihn im Kindergarten abgeliefert habe, mache ich mich auf den Weg zur Bahn.
Wie immer ist sie voll und viel zu warm. In Yoyogi steige ich die Treppe aus der Station hinauf zum Tageslicht und begrüße die Sonne auf ein Neues.
Jetzt fällt die Entscheidung. Heute werde ich den Morgen nicht im Büro verbringen, heute werde ich mit einem Kaffee draußen sitzen und endlich ein Rezensionsexemplar zu Ende lesen, an dem ich schon einen Monat sitze.
Ich gehe schnell zur Firma, reiße erstmal die Fenster auf, denn es stinkt furchtbar nach Zigaretten und wische Staub. Meine tägliche Morgenroutine.
Dann schnappe ich mir meine Tasche um zum Starbucks zu gehen. Doch halt! Eine Idee steigt in mir auf. Gibt es im Yoyogi Village nicht auch ein Café?
Schon auf dem Weg dorthin macht sich dieses Gefühl breit. Ein Gefühl, das es nur im Frühling gibt, wenn es endlich wärmer wird und den Winter aus den Knochen vertreibt. Wenn man vor Energie nur so sprüht und den bunten Blumen beim Wachsen zusehen möchte.
Und findet ihr nicht auch, dass die Luft an einem sonnigen Frühlingsmorgen ganz besonders duftet? An so einem Morgen eingesperrt in einem vollgequalmten Büro zu sitzen ist mein ganz persönlicher Alptraum.
Deshalb bin ich Gärtnerin ;)

Yoyogi Village by kurkku wurde 2011 als ein Yokochō-Konzept eröffnet, das einen neuen Flair in die Nachbarschaft bringen und sie gleichzeitig beleben sollte.
Yokochō sind kleine Straßen mit allerlei Geschäften, von Ramenshops über Izakaya bis zu Reinigungen und Blumenläden.

Ähnliche Konzepte, die gleichzeitig bekannter sind, sind zum Beispiel Commune 2nd in Aoyama (dort findet man ein Schmatz) oder Tenoha in Daikanyama.
Diese neuen Yokochō Konzepte, sogenannte neo-yokochōs, fokussieren sich allerdings hauptsächlich auf Restaurants und Cafés und weniger auch auf andere Dienstleistungen oder den Verkauf von Waren.

Hier gibt es heiße Wüstenhexen!

All diese neo-yokochōs haben etwas gemeinsam, sie sind in sich geschlossen mit nur einem Eingang, haben Platz zum draußen sitzen und sind stylish. Sowohl Tenoha als auch Yoyogi Village warten außerdem mit (für Japan) ungewöhnlichen Pflanzen auf.
Zumindest im Yoyogi Village ist das kein Wunder, denn dort ist Sora Shokubutsuen ansässig, ein sogenanntes ‚Plant Hunting‘ Unternehmen, das aber inzwischen viele Grünanlagen in und um Tokyo plant.
Seit der Eröffnung in 2011 wurde das Pflanzenkonzept geändert, da viele der seltenen Pflanzen das Klima und die fehlende Pflege nicht überlebt haben. Inzwischen gibt es saisonale Workshops, während derer die Pflanzgefäße, die als eyecatcher dienen, umgestaltet werden.
Dieses Konzept ist sehr praktisch, Yoyogi Village spart so an Arbeitskräften.
Im Frühling findet man so etwa Hängekirschen (Prunus serrulata) und im Sommer Bromelien.
Ganz ehrlich gefällt mir diese Dekoration nicht. Allerdings ist immer noch viel der vorigen Bepflanzung vorhanden, und die gefällt mir eindeutig besser.

Im hinteren Bereich findet man ein etwas teureres italienisches Restaurant, das sich sehr für Instabe eignet. Man sollte nur nicht allzu hungrig und nicht mit leerem Portemonnaie hingehen.
Im vorderen Bereich findet man das sogenannte Container Areal mit vielen einfachen Restaurants und Cafés. Hier sitzt man im Sommer draußen und im Winter wird man von einer Plane und Heizern vor der Kälte bewahrt.
Hier herrscht übrigens Rauchverbot. Dafür gibt es hinter dem Container Areal eine Raucherecke.
Gegenüber befinden sich die Toiletten, ebenfalls in einem Container. Es gibt nicht allzu viele, dafür aber auch eine für Rollstuhlfahrer. In ihr findet man auch eine Wickelkommode.
Im oberen Bereich (ja, es geht hoch, obwohl sich das Village nicht in einem Gebäude befindet) finden sich noch ein paar Sitzplätze, zwei Shops und Sora Shokubutsuen sowie ein Free Space – ein Glascontainer, in den sich jeder setzen und arbeiten darf.
Zwischen dem Free Space und Sora befindet sich sogar eine größere Sitzecke, die komplett leer war als ich sie besucht habe.
Sowieso war das Village an einem Wochentag um 16h fast ausgestorben.
Jedoch ist es nicht erlaubt eigenes Essen und Getränke mitzubringen, man möchte bitte bei den vorhandenen Shops kaufen. Kann man nachvollziehen.

Das Village kann ich auf jeden Fall außerhalb der Saison als einen ruhigen Platz zum Sitzen und Arbeiten empfehlen. (Vorsicht, nebenan wird grade gebaut! Stand Frühjahr 2018.)
Es ist auch geeignet wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Der nächste Workshop zur Umgestaltung der Töpfe findet am 16.4. 2018 (Montag) von 10 – 15 Uhr statt.
Die Teilnahme ist kostenlos, aber auf 40 Teilnehmer begrenzt.
Anmeldung bis zum 4.4. über die Homepage des Yoyogi Village.

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2 Gedanken zu “Yoyogi Village

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