Der neue Drahtesel

Ich habe euch davon berichtet, dass ich an mein Fahrrad keinen Kindersitz bauen kann.
Da ich aber keine Lust hatte immer zu Fuß bis zum großen Park und zurück zu laufen, beschloss ich Anfang des Jahres, dass ein neues Fahrrad her muss.

Am liebsten natürlich mit Batterie-Unterstützung, aber der Preis von guten Rädern dieser Art liegt leider über meinem Budget…
Doof ist, dass es die richtigen Mamachari mit dickem Kindersitz vorne und hinten in allen Geschäften nur noch mit Batterie gibt…

Letztendlich habe ich mein Fahrrad dann doch in einem Geschäft gefunden, aber einfach war die Suche nicht.

Normalerweise kaufe ich ja gerne im Internet, und dort hätte ich sicher einige Angebote entdeckt, aber beim Fahrrad habe ich gerne den Service eines Geschäfts.

Innerhalb eines Monats klapperte ich alle Fahrradgeschäfte in der näheren Umgebung ab. Das sind vier an der Zahl. Von allen war ich nicht überzeugt. Zum einen hatten sie kein einfaches Fahrrad mit Kindersitzen ausgestellt, zum anderen zeigten sie sich sehr unwillig mich zu beraten.

Etwas weiter entfernt fand ich dann eine Filiale der Kette „Cycle Base Asahi“. Hier wurde ich zum ersten Mal freundlich empfangen und ausführlich beraten. Und sie hatten sogar ein Modell eines modernen Mamacharis ohne Batterie!
Da das jedoch ganz hinten und nicht erreichbar stand, durfte ich auf einem vergleichbaren Modell mit Batterie Probe sitzen. Wie sich herausstellte, war das Rad zu klein…
Trotzdem bestellte ich es. Mit einem leicht größeren Hinterrad.
In Japan liegen die Mamacharis tief, weil es so einfacher ist die Balance mit zwei schweren Kindern + etliche Taschen zu halten und man die Kinder nicht so hoch in den Sitz heben muss.
Der Kindersitz vorne war bei meinem Rad vor-installiert, kann später aber durch einen extra Korb ersetzt werden, der jetzt auf dem Gepäckträger befestigt ist. Außerdem gab es einen Regenschutz für den Kindersitz, eine Versicherung und zwei Fahrradhelme dazu.
Fahrradhelme sind in Japan für Kinder Pflicht. Und weil ich es doof finde meinem Sohn so etwas aufzuzwingen während mir der Wind um die Ohren pustet, gab es für mich auch einen.
Einen Kindersitz für hinten kann ich kaufen wenn der Lütte alt genug dafür ist.
Der ganze Spaß hat mich fast 900€ gekostet. Ein Fahrrad mit Batterie im selben Laden hätte etwa 1000€ drauf gekostet.

Eine Woche später konnte ich das Fahrrad abholen. Für 500¥ mehr ließ ich mein altes Rad gleich dort recyceln.
Leider muss ich irgendwann noch einen neuen Sattel kaufen, denn ich sitze immer noch etwa 7 cm zu tief.. Aber ich bin positiv von der 3-Gang-Schaltung überrascht. Sie reicht tatsächlich fast aus.

In Japan haben Fahrräder übrigens hinten nur einen Reflektor und je ein Katzenauge in den Rädern sowie ein richtiges Licht vorne.
Das reicht mir nicht, weshalb ich im 100¥ Shop noch zusätzliche Reflektoren für die Speichen und ein batteriebetriebenes Rücklicht gekauft habe.

Kinder-Fahrräder für die ganz Kleinen werden hier übrigens gerne mal ohne alles verkauft. Nicht nur einmal kam mir ein kleines Kind alleine auf einem Fahrrad ohne Licht entgegen.
Wie Eltern so etwas zulassen können ist mir schleierhaft.

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2 Gedanken zu “Der neue Drahtesel

  1. Hier haben Kinderräder auch kein Licht. Es hat mich nie gestört weil meine Kinder immer nur im Hellen unterwegs sind. Ab 24 Zoll sind die Räder dann auch mit Licht ausgestattet .

    • Man geht ja eigentlich auch davon aus, dass Kinder nicht alleine im Dunkeln auf so einem kleinen Rad unterwegs sind.
      Ich verstehe auch, dass Kinder ihre Räder gerne mal hinwerfen und ein Licht da sehr anfällig wäre kaputt zu gehen. Aber ich verstehe die Eltern nicht, die ihr Kind alleine im Dunkeln so fahren lassen. Vor allem in Japan, wo die Autofahrer sowieso nur halbherzig gucken und jeder noch mal schnell über die Ampel huscht obwohl sie bereits rot und die Fußgängerampel bereits grün ist.
      Ich sehe diese Kinder etwa gegen 18h. Es ist also keine ungewöhnliche Zeit nach Hause zu fahren.

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