Was Japaner gar nicht können…

Und das zieht sich durch alle Altersgruppen und jedes Geschlecht…

Eltern mit Kinderwagen die Tür aufhalten!

Etwas, das ich von klein auf gelernt habe… Wahrscheinlich auch, weil es bei uns in der Gegend nicht so viele automatische Türen gab, dafür umso mehr alte Leute mit Rollator oder Einkaufswagen und Familien.
Etwas, dass ich meinem Sohn auf jeden Fall beibringen werde!

Es ist wirklich unglaublich wie scheiß egal es den Japanern hier ist. Selbst als sich bei meinem alten Kinderwagen, der sich absolut nicht mit einer Hand lenken ließ, mal ein Rad in der Tür verkeilte, stand die Hälfte der Japaner nur daneben, bis mir dann natürlich eine Mutter half.
Jetzt eben auch wieder.
Eine alte Dame blockierte nicht nur erst die Tür, weil sie davor etwas angucken wollte, als sie fertig war ging sie einfach weg anstatt mir vorher einfach mal netterweise die Tür aufzuhalten.
Eine noch nicht so alte Großmutter wartete vor den Toiletten (und vor einer Verbindungstür) auf ihre Tochter mit den Kindern.
Sie sieht mich kommen, zögert kurz, geht dann durch die Tür.
Diese stößt sie zwar extra weit auf, es ist aber klar, dass ich noch zu weit weg bin als dass ich es hindurch schaffen würde.
Auf der anderen Seite bleibt sie stehen und sieht seelenruhig zu wie ich alleine die Tür aufmachen und meinen Kinderwagen hindurch bugsieren muss.
Zum Glück habe ich inzwischen ja meinen super duper mit einer Hand wunderbar Lenkbaren!
Ansonsten wäre ich dieser Großmutter an die Gurgel gegangen oder hätte sie auf Japanisch angefaucht.
So habe ich mich nur auf Deutsch etwas säuerlich bei ihr für die Hilfe bedankt.

Japaner genießen zwar den Ruf rücksichtsvoll und freundlich zu sein, aber die meisten in Tokyo laufen mit Scheuklappen rum, tun so als würden sie nicht bemerken was rechts und links von ihnen geschieht und sind hauptsächlich auf ihr eigenes Wohlbefinden bedacht.

Tut mir leid, aber das musste mal gesagt werden!

Und nur weil jeder das macht und mit Scheuklappen gradeaus starrt wirkt es so, als liefe alles ganz harmonisch ab.

Bis irgendwann eine Ausländerin mit einem etwas erweitertem Verständnis von guten Manieren dazwischen funkt und dieses empfindliche Gleichgewicht stört..

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Smartphone ade?

Vor kurzem hat Claudia von 8600km Berlin – Tokyo einen Beitrag über Social Media und Bildschirmnutzung veröffentlicht, der hat mich ein bisschen zum Nachdenken gebracht.
Deshalb möchte ich jetzt auch etwas dazu schreiben.

Ein Satz in den Kommentaren hat es mir natürlich besonders angetan, nämlich Kinderwagen schiebende Eltern, die mit dem Smartphone spielen.

Bevor ich ein Kind bekommen habe, habe ich genauso gedacht. Und ich finde es immer noch unmöglich wenn ich Eltern in der Bahn sehe, deren Kinder wach sind, spielen oder sich unterhalten wollen, die Eltern aber nur am Smartphone zu Gange sind.
Bevor ich mein Kind bekommen habe, beziehungsweise als ich schwanger war, habe ich mir fest vorgenommen, dass mein Smartphone verschwindet weil ich kein smartphonesüchtiges Kind erziehen wollte.
Allerdings kommt es immer anders als man denkt…
Die ersten Monate nachdem mein Sohn geboren war, hat mich das Smartphone gerettet.
Ohne wäre ich eingegangen. Es war mein einziger Kontakt zur Außenwelt während ich an meinen Wohnzimmertisch gefesselt war. Mein Kind hat die meiste Zeit geschlafen.
Mit Neugeborenen kann man nämlich gar nicht so viel anfangen…
Dementsprechend hat er das auch gar nicht wirklich mitbekommen wenn ich ein bisschen gespielt habe.
Jetzt gerade schiebe ich übrigens meinen Kinderwagen mit Kind und diktiere diesen Eintrag meinem Handy.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass mein Kind gerade schläft und dementsprechend auch nichts davon mitbekommt.
Man sollte also auch ein bisschen unterscheiden ob das Kind wach ist und sich mit den Eltern beschäftigen möchte (mein Sohn ist manchmal sehr glücklich einfach nur andere Menschen angucken zu dürfen) oder nicht und die Eltern nicht gleich verdammen.

Was ich jedoch allerdings wirklich zugeben muss ist, dass ich zu Hause eindeutig zu viel Smartphone nutze.
Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat so viel mit dem Smartphone zu machen, auch beruflich, häufig Instagram checkt ob man eine Message bekommen hat um darauf zu antworten etc. pp, dann ist es verdammt schwierig wieder davon runterzukommen wenn das Kind dann wirklich größer geworden ist.
Das hat mir Claudias Beitrag und die Kommentare dazu dann doch mal wieder vor Augen geführt und ich werde mich jetzt bemühen meinen Smartphone Konsum zu Hause erheblich einzuschränken und nicht mehr sofort auf alles zu antworten.
Heute habe ich das sogar ziemlich gut hinbekommen. Ich habe mein Smartphone erst rausgeholt als wir rausgegangen sind, einfach nur um Pokémon GO an zu stellen damit ich die Kilometer bekomme. Und sonst was das bisher und ich hoffe das es die nächsten Tage auch so bleibt.

Sommerliches Erfrischungsgetränk 

Kommt wahrscheinlich zu spät..

Sowohl in Deutschland als auch in Japan scheint der Sommer ja fast schon vorbei zu sein.

Wie auch immer..
Dieses Getränkt zischt an warmen Tagen und tut unglaublich gut!

Man nehme ein paar Eiswürfel (zum Beispiel aus dem coolen neuen Kühlschrank, der die für einen macht), tue sie in ein Glas, fülle es halb voll mit Wasser und kippe etwas Granatapfel-Essig dazu.
Umrühren und fertig!

Den Granatapfel-Essig habe ich bei Kaldi entdeckt und ist der günstigste, den sie im Angebot haben. Er kostet etwa 300¥ und hält ewig!

Wem es immer noch zu warm ist momentan, sei dieses Getränk wärmstens empfohlen!

Makdo oder Mak?

Ihr werdet euch jetzt vielleicht fragen was hinter diesen zwei Begriffen steht…
Dabei handelt es sich um zwei übliche Abkürzungen für McDonald’s.
Die erste benutzt man im Raum Kansai, also um Osaka herum.
Die zweite verwendet man so ziemlich im Rest von Japan.

Es handelt sich also einfach um regionale Unterschiede im Abkürzen des Namens dieses Fastfoodrestaurants.
Genauso wie man in Deutschland mal Mäckes sagt oder McDoof oder was weiß ich…

Was ich bis heute nicht wusste war, dass es noch einen anderen Begriff gibt bei dem es diesen Unterschied zwischen Kansai und Kanto gibt.
Dabei handelt es sich um USJ und Uniba.
Der erste Begriff wird den meisten wahrscheinlich bekannt sein. Es handelt sich dabei natürlich um die Universal Studios Japan.
Der Japaner des V gerne als B aussprechen, wird daraus in Kansai ein Uniba.

Sprachforscher haben für die regionalen Unterschiede auch eine sehr einfache Erklärung.
In Kansai spricht man Kansai-ben, also einen besonderen Dialekt, während man sagen kann, dass um Tokio herum Hochjapanisch gesprochen wird.
Makdo und Uniba lassen sich in einem Satz mit Kansai-ben einfacher aussprechen.
Als Test haben sie in Osaka ein paar Leute einen Satz mit ganz viel USJ vorlesen lassen. Das Resultat waren zahlreiche Versprecher.

Jetzt hätte ich gerne noch mal gesehen, wie Leute in Tokio diesen Satz mit Uniba gelesen hätten.
Gleiches Resultat?
Wahrscheinlich nicht..
Weshalb also der Rest von Japan das Uniba nicht übernimmt… Keine Ahnung..
Bei Makdo und Mak kann ich das allerdings ganz gut verstehen.. Mak ist einfach nochmal kürzer und knackiger!

Übrigens マクド und マック auf Japanisch.

Dass dieses Thema gerade in den Medien die Runde macht, basiert übrigens auf der Vermarktung McDonald’s neuer saisonaler Burger. Da heißt es: Mak oder Makdo?
Der Tokyo-Burger ist eine Version mit Roastbeef (Roastbeef auf Reis mit widerlichen Soßen ist hier grad recht in) und der Osaka-Burger ist eine eher japanische Variante mit panierter Rinderhackfrikadelle.

Ich habe übrigens beide noch nicht probiert. Vielleicht werde ich mir aber heute mal den Osaka-Burger zu Gemüte führen.
Vor dem Roastbeef-Burger habe ich Angst.. Wie kann man bitte 3 verschiedene Soßen über Roastbeef kippen, wo das Fleisch doch eigentlich so einen zarten Eigengeschmack hat, dass man gar keine Soße benutzen sollte? *schüttel* Oder wenn dann halt nur eine auf einmal…
Mal gucken.. Vielleicht benutzt Mak ja auch nur eine, dann könnte ich es versuchen..

Bild ist von der japanischen Mc Donald’s Webseite.