Neuer Reisepass – Besuch der Botschaft

Wie so viele meiner Leidensgenossen auch, brauche ich den neuen Pass um das leidige „Geb“ in meinem Namen in Japan loszuwerden (siehe hier).

Da ich im November 2016 den Pass für Chibi Mamo-chan beantragt habe, hatte ich noch alle Unterlagen und benötigte nur ein Passfoto, das ich zusammen mit den Fotos für mein neues Visum machen ließ.
Äußerst praktisch ist, dass die Deutsche Botschaft (Konsularabteilung) an deutschen Feiertagen schließt und an Japanischen geöffnet hat.
So konnte ich mir in der Golden Week einen Termin holen und den neuen Pass beantragen ohne extra frei nehmen zu müssen.

Was nicht so toll ist, ist, dass natürlich sehr viele Leute diese Chance nutzen, man nicht für alle Vorgänge einen Termin braucht, trotzdem alle nach gezogener Nummer bearbeitet werden und statt zwei nur ein Schalter besetzt ist.
Super Botschaft! So durfte ich drei Stunden mit sich langsam langweilenden Baby in der Tragehilfe warten (Kinderwagen ist beim Umsteigen in Roppongi und Aussteigen in Hiroo ätzend), ohne Handy, da man die jetzt am Eingang abgeben muss…
Am Ende muss man warten bis man ins Nebenzimmer gerufen wird und genau zu dem Zeitpunkt wurde Chibi Mamo-chan besonders quengelig, weil seine Windel voll gepinkelt war. Kein Wickeltisch im Konsulat… Und auf dem Boden zu Füßen aller Wartender möchte man es auch ungern machen. Nicht so prickelnd.
Zum Glück sind die Damen hinter den Schaltern sehr nett und höflich. Ich glaube, sonst wäre mir etwas rausgerutscht..

Liebe Konsularabteilung, bitte besetzt an solchen Tagen doch beide Schalter! Oder bevorzugt die Leute mit Termin…

Kurz nach diesem durchwachsenen Erlebnis hat die Botschaft aber mal wieder den Vogel abgeschossen…

Wie jedes Jahr veranstaltet sie ein Sommerfest für die Mitglieder der Japanisch-Deutschen Gesellschaft, in der mein Mann und ich Mitglied sind.
Die Anmeldung ist recht kompliziert und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Partner und Familienmitglieder, die kein Mitglied der JDG sind, nicht teilnehmen dürfen.
Wie erwähnt sind sowohl mein Mann als auch ich Mitglied und wir zahlen pro Jahr 10.000 Yen Beitrag.
Also, warum nicht mal am Sommerfest teilnehmen?
Zur Sicherheit schickte ich eine Mail an die Botschaft, ob unser dann einjährige Sohn wirklich ebenfalls Mitglied der JDG sein muss (nochmal 5000 Yen für ein Kind, das nichts von einer Mitgliedschaft hat).
Antwort erhielt ich nicht von der Botschaft, die war zu faul, sondern von der JDG.
Die Botschaft hat die JDG gebeten mir zu antworten. Die Antwort bekam ich auf Japanisch, weil die zuständige Person mich nicht kannte, und ich verstand: nichts.. Naja gut, soviel, dass unser Sohn ebenfalls Mitglied sein muss, verstand ich schon.
Die Botschaft macht keinerlei Ausnahmen…

Entschuldigt bitte, aber wie bekloppt ist es bitte ein Baby auszuschließen, nur weil es kein Mitglied der JDG ist?
Er isst ja noch nicht mal vom Buffet mit! Weshalb für so kleine Kinder keine Ausnahme gemacht wird, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Danke Botschaft! Mal wieder…

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[Nihon Basics:] Günstig Trinken

Hat zwar jetzt nichts mit Benimmregeln zu tun, kann man aber trotzdem in diese Kategorie einordnen…

Und nein! Hier wird es nicht um Alkohol gehen! (Dafür haltet an Schildern vor Restaurants nach 飲み放題 Ausschau.)

Am praktischsten, da fast an jeder Ecke, sind natürlich die berühmt-berüchtigten Getränkeautomaten.
Auf der Ginza gibt es übrigens keine soweit ich weiß, aber oft bin ich nicht im Osten, daher kann ich es nicht genau sagen.

Getränkeautomaten sind zwar am praktischsten, aber am günstigsten sind sie definitiv nicht.
Orientieren wir uns mal am Preis für Wasser in Tokyo.
Die Preise für eine Flasche bewegen sich zwischen 120 und 100 Yen. Dabei muss man beachten, dass nicht alle Flaschen gleich viel Inhalt haben. Manche haben 530ml, manche 560ml.
Es lohnt sich selbst Preise zwischen Getränkeautomaten zu vergleichen, die direkt nebeneinander stehen!

Miu Wasser 550ml 100¥
Asahi Wasser 530ml 100¥ – beide stehen direkt nebeneinander

Das nächst-praktische wären nach den Automaten wohl die Konbini, die 24h Läden.
Auch hier gilt: Konbini sind nicht am günstigsten und man sollte ml und Preise vergleichen wenn man kleine Flaschen für unterwegs kauft.
Bevorzugt man ein Getränk mit Geschmack, braucht man höchstens unter den Konbini vergleichen. Meist kosten sie so um die 140 Yen ohne Steuer, aber manchmal sind bestimmte Sorten in einigen Konbini im Angebot, da gibt es sie dann für 129 Yen.

Ich stehe dazu. Seven Eleven ist meine liebste Kette…
Ein Teil vom Konbini Angebot. Aquarius für 129¥!

Kommen wir zur günstigsten Variante..
Kusuriya und Supermarkt!
Nicht ganz so häufig, aber dennoch oft vertreten, sind die Drugstores, gekennzeichnet mit diesem Kanji 薬. Dabei handelt es sich nicht um Apotheken, das wären Yakkyoku 薬局.
Die Drugstores sind mit Budni, dm, Rossmann und Co. vergleichbar und haben eigentlich immer Getränke, meist auch gekühlt oder gewärmt. Und hier findet man tansan 炭酸 (kohlensäurehaltige Getränke) eigentlich immer für unter 100Yen oder genau 100Yen (ca. 500ml Flasche).

Supermärkte sind ähnlich im Preis, je nach Kette (es gibt natürlich auch in Japan günstigere und teurere) auch billiger.
In meinem einem Supermarktes gibt es oft sogar Angebote wenn die Flaschen nah am Verfallsdatum sind.
So habe ich mich ca. 2 Wochen lang von einer Hassaku Limonade ernährt, bis ich deren gesamten Vorrat aufgetrunken hatte.
Der Supermarkt kauft häufig solche Reste extra ein.
Momentan kann man verschiedene Teesorten, von Grün bis Schwarz, für 69Yen die ca. 500ml Flasche kaufen. Am Automaten zahlt man für den gleichen grünen Tee oft 150Yen!

Und nun zu der absolut günstigsten Möglichkeit: nehmt euch eine kleine Thermosflasche mit (oder kauft einmal eine 500ml PET Flasche) und kauft in einem Supermarkt eine 2l Flasche. Wasser findet man je nach Supermarkt schon ab 59Yen.
Lagert die Flasche in eurem Hotel-/Hostelzimmer oder im Airbnb oder wo ihr sonst so übernachtet, und füllt jedes mal eure Thermosflasche auf bevor ihr raus geht.
Übrigens!
Das Tokyoter Leitungswasser kann man trinken!
Im Sommer ist es allerdings gerne mit Chlor versetzt und schmeckt nicht gut.
Auch den Leitungen in älteren Häusern würde ich nicht trauen.
Aber theoretisch könnt ihr auch einfach Leitungswasser mitnehmen.
Und falls euch unterwegs das Wasser ausgeht, in eigentlich allen Spielplatz-Parks (公園) gibt es umsonst Leitungswasser, das man trinken kann!

Schwanger in Tokyo – Auf in den Park! .. mit Kinderwagen ..

Es ist Golden Week. Eine der Zeiten des Jahres, wo alle Japaner (naja, fast alle..) frei haben.
Ich auch..
Eigentlich arbeite ich lieber während dieser Zeiten, aber leider schließt auch der Kindergarten und Mamoru gehört zu denen, die fast die gesamte Golden Week arbeiten müssen.
Also muss ich auf Chibi Mamo-chan aufpassen.

Das Wetter momentan ist himmlisch und es grenzt an ein Verbrechen die Tage nicht draußen zu verbringen.

Allerdings.. Golden Week.. Berühmt berüchtigt dafür, dass alles überfüllt ist.
Trotzdem machte ich mich am 3.5. auf den Weg in einen Garten.
Zum Teil als Arbeit. Ich brauche immer neue Stock-Fotos und muss auch so zeigen, dass ich in Gärten präsent bin.

Einen Vorteil hat es ein kleines Kind zu haben, das sich langsam aber sicher an den Kindergartenrhythmus gewöhnt hat. Er wacht früh auf.. Im Gegensatz zum Durchschnittsjapaner an Feiertagen (Rentner ausgenommen).
So kam es, dass Chibi Mamo-chan und ich uns fast ganz vor den Menschenmassen auf den Weg machen konnten.
Selbst mit Kinderwagen kamen wir ohne Probleme in die Bahnen (Seibu Ikebukuro, Yamanote..)!

Aber nun zum eigentlichen, dem Parkbesuch mit Kinderwagen.
Vorher hatte ich via Real Japanese Gardens gefragt, welchen Garten in innerhalb Tokyos besuchen sollte und als Antwort erhielt ich Rikugien. Gesagt getan!
Kurz nach 10h kam ich am Bahnhof Komagome an. Der Garten öffnet schon um 9h, es befanden sich also schon Leute in ihm. Trotzdem war er bei weitem nicht überfüllt. Und das obwohl es Zeit der Azaleenblüte ist.
Ein künstlicher Berg im Rikugien ist komplett mit verschiedenen Azaleen bepflanzt und bietet jedes Jahr einen tollen Anblick wenn sie in voller Blüte stehen.
Die volle Blüte hatten wir noch nicht ganz, aber hübsch war er dennoch.
Und wie ich erwartet hatte, hatte der Garten das Hintertor geöffnet.
Das ist äußerst praktisch wenn man von Komagome kommt. Wenn nur der Haupteingang geöffnet ist, muss man nämlich einmal halb um den ganzen Garten laufen, während das Hintertor direkt am Bahnhof liegt.
Dieses Tor wird aber nur geöffnet, wenn der Garten mit Menschenmassen rechnet (Golden Week / Azaleenblüte, Herbstlaubfärbung / Light-up, Kirschblüte).

Nun.. der Rikugien ist fast komplett barrierefrei, dennoch ist und bleibt es ein Garten ohne asphaltierte Wege.
Mein Kinderwagen (einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul) ist kein Airbuggy, hat also nur normale Plastikräder und ist dadurch nicht ganz geländetauglich.
Die Wege im Rikugien sind mit Kies bestreut, mit Matten belegt oder bestehen aus festgestampfter Erde.
Am unangenehmsten ist der Kies wenn er dicker gestreut ist. Hier schiebt es sich recht schwer.
Leider muss man durch ihn hindurch, denn er befindet sich am Eingang. Der Weg, der angenehmer wirkt, endet an einer Treppe!
Die mit Matten belegten Wege sind natürlich angenehmer, allerdings nur bei trockenem Wetter. Denn Matten werden in japanischen Gärten dort ausgelegt, wo es matschig ist.
Am angenehmsten zu schieben ist es auf den festen Erdwegen. Doch auch hier gibt es Tücken! Die eine oder andere Baumwurzel sorgt für eine hübschen Holperabwechslung. Sicher nicht unbedingt angenehm für das Kind.
Ich habe mir alle Mühe gegeben so gut es ging ebene Strecken zu nehmen und Chibi Mamo-chan hat es mir mit einem tiefen Schlaf gedankt. Eigentlich fände ich es ja besser, wenn er in der Bahn schliefe und in der Natur wach ist, leider verfolgt er meist einen gegensätzlichen Plan.. *seufz*

Fazit: Dies war mein erster Ausflug in einen Garten mit Kinderwagen. Vorher hatte ich immer nur die Tragehilfe dabei.
Der Rikugien ist sicher machbar mit Wagen, man kann aber nicht alle Bereiche besuchen (es gibt Treppen und Wege führen über Trittsteine) und die zugänglichen Wege sind nicht eben.
Ein Airbuggy ist sicher von Vorteil!









Scheiß Ausländer 

Ich hoffe, ich als Ausländerin darf so einen Beitragstitel benutzen…

Heute Vormittag habe ich eine kleine Tour in die Stadt gemacht…
Bedeutet: an einem Feiertag 2x Umsteigen und 3 verschiedene Bahnlinien nutzen.
Ein Umsteigebahnhof war Ikebukuro, an dem es immer voll ist.
Trotzdem sind mir heute, neben den üblichen Rentnern, nur zwei Ausländer aufgefallen, die sich meiner Meinung nach daneben benommen haben. Sprich: etwas gemacht haben, was in der Extremform in Japan noch recht selten ist.
Ich stand mit Kinderwagen an einer Tür, weil Bereiche für Kinderwagen in der Yamanotelinie spärlich und nicht ordentlich gekennzeichnet sind. An der Station, an der ich aussteigen wollte, wollte auch die Person auf der anderen Seite der Tür aussteigen. Kurz vor dem Anhalten des Zuges quetschte sich dann ein nicht sehr schlanker Ausländer zwischen uns, kam aber nicht so recht durch und drängelte, weil er unbedingt als erster aussteigen musste.
Auf der Heimfahrt durfte ich dann Musik aus den Kopfhörern eines anderen mithören. In Mitsing-Lautstärke…
Natürlich wusste ich zuerst nicht wer der drei mit Kopfhörern so laut Musik hörte, aber dann begann der Ausländer im Takt mit den Füßen zu klopfen und mit dem Kopf zu wippen und an der nächsten Station verschwand die Musik zusammen mit ihm nach draußen.
Ich muß ganz ehrlich gestehen, dass mich laute Musik in einem Maße stört, dass ich absolut giftig werde.
Dieses Mal bin ich übrigens keinen im Gang stehenden Kinderwagen begegnet. Die stören mich nämlich auch ^_-

Einer der Ausländer wohnt in Tokyo, was mich besonders ärgert. Der andere war wahrscheinlich Tourist.
Ärgern tun mich solche Exemplare vor allem, weil viele Japaner der Meinung sind, dass sich nur Ausländer daneben benehmen..
Liegt irgendwo Müll, hat es der Ausländer weggeschmissen. Dröhnt aus einer Wohnung laut Musik, wohnt dort ein Ausländer.
Natürlich stimmen diese Vorurteile nicht, Japaner benehmen sich ebenfalls daneben. Und nicht zu knapp.
Aber solche auffälligen Exemplare bestätigen die Japaner dann wieder in ihren Vorurteilen *seufz*