Anzan – Die Zeremonie zum Tag des Hundes

Ein wenig habe ich schon hier darüber berichtet, aber nun möchte ich meine persönliche Erfahrung auch noch teilen.

Ab dem fünften Monat der Schwangerschaft galt diese in Japan als sicher.
Um diese Marke zu feiern und für eine sichere Geburt zu bitten, ging man im fünften Monat am Tag des Hundes in den Schrein.

Es gibt einige Schreine in Tokyo, die besonders gut für Anzan sind.
Wir besuchten den Hikawa Schrein in Numabukuro, weil dieser als Wächter auch noch Hunde hat (Tag des Hundes -> Hundewächter = besonders positiv!)
Der Schrein ist recht klein, beherbergt aber dennoch heilige Bäume und die sieben Glücksgötter.

Schon zu Hause legte ich den Iwata Obi an und schmiss mich in Kimono.
Zur Feier des Tages opferte ich außerdem eine meiner Sailor Moon Masken, die mir Mamo-chan geschenkt hatte.
So machten wir uns auf den Weg nach Numabukuro, zuerst mit Bahn, dann mit Bus.
Dort wo man die Omamori kaufen kann meldeten wir uns für die Zeremonie an und wurden alsbald in ein Vorbereitungszimmer gerufen.
Dort füllten wir einen Zettel mit Angaben zu uns aus und beschrifteten außerdem ein Ema. Das ist im Preis mit inbegriffen.

Ich weiß nicht mehr wie oft die Zeremonie abgehalten wurde, alle halbe oder jede volle Stunde, auf jeden Fall mussten wir nicht so lange warten bis wir in die Zeremonienhalle gebeten wurden. Vor dem Betreten hieß es übrigens Schlappen ausziehen, anders als am Hiejinja.
Zusammen mit drei anderen Paaren verfolgten wir nun die Zeremonie.
Anders als bei den „normalen“ Namen-Vorlese-Zeremonien wurden wir schwangeren an einer Stelle nach vorne gerufen, nahmen einen Sasakizweig in Empfang, drehten in auf eine bestimmte Weise in der Hand und reichten ihn den Göttern.

Natürlich gab es nach Beendigung dieser Zeremonie auch wieder eine Geschenktüte, die unter anderem ebenfalls einen Iwata Obi enthielt.
Die Iwata Obi habe ich später immer benutzt wenn ich während der Schwangerschaft Kimono getragen habe. Er ist sehr bequem, leicht zu binden und stützt gut.

Nach der Geburt haben wir den Schrein noch einmal besucht um uns zu bedanken und die Omamori zurückzugeben.
Das taten wir ungefähr zur Zeit von Hatsumode, dem ersten Schreinbesuch des Jahres.
Am Hikawa Schrein gibt es zu Neujahr noch etwas anderes Interessantes zu sehen und zu tun.
Vor dem Hauptgebäude war ein großer Reif aus Heu für das Reinigungsritual zu Neujahr aufgebaut worden (Toshikoshi Ōhara’e).
Diesen Reif nennt man „chinowa“ (茅の輪) und wenn man auf eine spezielle Weise hindurch geht, dient es der Reinigung und dem Schutz vor Unglück.
Man tritt durch den Ring, geht links um ihn herum, geht noch einmal hindurch, dieses Mal aber rechts herum nach vorne und ein letztes Mal links herum bevor man zum letzen Mal hindurch tritt und zum Altar geht.
Natürlich macht man dies normalerweise am Tag der eigentlichen Reinigungszeremonie. Im Hikawa Schrein ist das am 30. Dezember.
Man hat übrigens zweimal im Jahr die Möglichkeit sich zu reinigen. Das Ritual wird auch im Sommer durchgeführt, meistens im Juni.

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