Schwanger in Tokyo Teil 2 – Schedule und Angebote


Der versprochene zweite und lange vor mir hergeschobene Teil..
Im Prinzip ist er auch nicht so spannend, da man diese Informationen wahrscheinlich von jedem Krankenhaus bekommt.
Zuerst einmal die Einteilung der Schwangerschaftsmonate.
Während ich noch gelernt habe, dass eine Schwangerschaft neun Monate dauert, rechnet man inzwischen mit zehn Monate.

2.Monat 4-7 ssw
3.Monat 8-11 ssw
4.Monat 12-15 ssw
5.Monat 16-19 ssw
6.Monat 20-23 ssw
7.Monat 24-27 ssw
8.Monat 28-31 ssw
9.Monat 32-35 ssw
10.Monat 36-39 ssw

Im 2. und 3. Monat hat man jede oder jede zweite Woche eine Untersuchung.
Jedes Mal wird ein Ultraschall gemacht sowie eine einzelne Blutuntersuchung.
Sollte man den Mutter-Kind Pass noch nicht haben, holt man ihn in dieser Zeit.
Außerdem muss man sich jedes Mal wiegen und den Blutdruck messen. Das wird bis zum Ende der Schwangerschaft in den Mutter-Kind Pass eingetragen.

Im 4. Monat hat man nur eine Ultraschalluntersuchung.

Ab dem 5. Monat wird es ein wenig voller.
Die Ultraschalluntersuchungen werden jetzt von außen gemacht, der Bauchumfang wird gemessen, außerdem die Absenkung vom Muttermund.

Im 6. oder 7. Monat kommt eine weitere Blutuntersuchung und ein Diabetestest (GCT) hinzu.
Nach der 20. Woche kann man eine große Ultraschalluntersuchung durch einen Experten machen lassen, der schon Probleme bei der Entwicklung der Organe erkennen kann.
Hier bekommt man in meinem Krankenhaus auch ein 3D Ultraschallbild.

In dieser Zeit steht auch ein Gespräch mit einer Hebamme an. Hat man seinen Geburtsplan schon fertig, kann man ihn mit ihr besprechen. Außerdem kann sie Tipps zur Gewichtszunahme geben.
In Japan wird stark auf das Gewicht geachtet. Wieviel man in der Schwangerschaft nur zunehmen sollte wird nach BMI berechnet.
Ich durfte 7-12kg zunehmen.
Im zweiten Trimester habe ich stark an Gewicht zugelegt und die Hebamme meinte, das wird haarig gegen Ende der Schwangerschaft, wo man eigentlich viel zunimmt.
War bei mir jedoch anders, ich habe im dritten Trimester das Gewicht fast nur noch umverteilt und blieb innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen. Das hat Vorteile und Nachteile…
Die Hebamme erklärte mir, wenn man zu viel zunimmt kann es nicht nur im schlimmsten Fall zu Schwangerschaftsdiabetes und einer Plazentaablösung kommen, auch der Geburtsweg kann verfetten und die Geburt erschweren.
Dadurch dass ich in den Grenzen geblieben bin, hatte ich zwar unglaublich schnell mein Ausgangsgewicht zurück, kämpfe aber nach vier Monaten darum mein Gewicht zu halten und nicht noch mehr abzunehmen.
Ich versuche es mit einer Extraportion Süßigkeiten zwischen Dessert zum Mittag und dem Abendessen…
Aber genug aus dem Nähkästchen..

Im 8. Monat steht nicht viel an.. Aber ab der 30. ssw kann man schon den zweiten großen Ultraschall machen und ab jetzt muss man wieder alle zwei Wochen zur Untersuchung.

In der 34. Woche (9. Monat) steht die GBS Untersuchung (Streptokokken) an.
Außerdem sollte man die Unterlagen für die Krankenhauseinweisung fertig und bereit haben.

Ab dem 10. Monat muss man jede Woche zur Untersuchung und es wird ein NST (non-stress-test) gemacht. Dazu wird man an einen Wehenschreiber angeschlossen und die Herztöne des Babys werden überprüft.
Außerdem steht der letzte Bluttest und ein Plazentatest an (ich weiß nicht genau was gemacht wird, aber sicher wird die Position und der Zustand geprüft.

Ich habe auch gleich eine Kostenaufstellung für die Untersuchungen bekommen:
Der Bluttest in der Mitte kostet 500¥.
GCT kostet 1200¥
GBS ist 3000¥.
Der letzte Bluttest kostet 4300¥, NST ist 2000¥ und die große Ultraschalluntersuchung kostet 3000¥.

Nachdem ich jetzt schon so viel zu den einzelnen Untersuchungen geschrieben habe, kurz etwas zu den Angeboten der Stadt und des Krankenhauses…

Es gibt einen Elternkurs von der Stadt für den man sich anmelden kann.
Dort lernt man vor allem wie man ein Baby badet (mit einer Babypuppe, die einem echten Baby nachempfunden ist).
Aber auch das Umziehen des Kindes kann man üben.
Außerdem kann der Vater einen Gesundheitscheck machen und eine Weste anprobieren, die ihm verdeutlicht, wieviel Gewicht eine Hochschwangere mit sich herumträgt.
Es liegen auch ein paar Sachen wie Babycarrier oder Kleidung aus, die man ansehen kann.

Von meinem Krankenhaus gab es noch einen Kurs wie man sich ab Einsetzten der Wehen verhalten sollte, verbunden mit einer Führung durchs Krankenhaus.

Nach der Geburt gibt es ebenfalls einige Angebote.
Zum Beispiel kann man einmal kostenlos einen Termin mit einer Hebamme machen.
Sie hat Chibi Mamo-chan gewogen und einmal angesehen ob er sich normal entwickelt. Ich hatte Fragen wegen Babytragen, da hatte die Hebamme keine Ahnung, hat sich aber Mühe gegeben.
Sie macht einen auch nochmal auf weitere Angebote der Stadt (oder meines Stadtteils) aufmerksam.
Zum Beispiel bekommt man einen Coupon für ein kostenloses Meeting mit einer Stillberaterin wenn man zum Beispiel Milchstau hat.

Mein Stadtteil schenkt einem zur Geburt übrigens auch Pflanzen! Man hat die Wahl zwischen einem Baum (unterschiedliche Arten) oder einer Zimmerpflanze.
Unglaublich toll, aber Platz habe ich leider für beides nicht.

Während die 1 Monatsuntersuchung im Geburtskrankenhaus stattfindet (zumindest in meinem Fall), findet die Untersuchung zum 3./4. Monat (Termin wird einem per Post zugesendet) im Einwohnercenter statt (in meinem Fall).
Hier bekam ich die Information, dass ich an bestimmten Daten zwei kostenlose Kinderbücher in einer Bibliothek abholen kann. Bisher habe ich das noch nicht getan, werde ich aber bald! (Sobald ich den Infozettel mit den Daten wiederfinde.)

Dann gibt es in meinem Stadtteil noch etwas, das nennt sich Piyopiyo und bietet unterschiedliche Sachen an, zum Beispiel ein kostenloses Spielzimmer. Aber dazu später mal mehr!

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