30. März – Der Happōen

Wer sich ein bisschen mit japanischen Gärten beschäftigt, horcht bei der Endung -en gleich schon auf.
Auf Japanisch wird es meist mit dem Kanji 園 geschrieben, was auf einen Park oder Garten hinweist.
Um ein bisschen was Neues zu erzählen: 公園 – Kōen bedeutet Park und muss nicht unbedingt etwas mit Pflanzen zu tun haben. Es kann sich dabei auch um einen Spielplatz ohne jeglichen Bewuchs handeln. Kann sich aber auch um einen tollen Park handeln, wie dem 昭和記念公園 – Showa Kinen Kōen – Showa Memorial Park.
庭園 – Teien: Hierbei handelt es sich um einen (Landschafts-) Garten. Man kann eigentlich nichts falsch machen..
Eine Ausnahme ist der Shinjuku Gyoen. Auch er endet auf -en und ist eine Parkanlage, jedoch schreibt er sich mit dem Kanji 苑. Dieses Kanji kann zwar auch für Park genutzt werden, man sieht es jedoch oft in den Bezeichnungen für Einrichtungen für alte Menschen.. Sei es nun ein Altersheim oder ein Dayservice oder ein Transportunternehmen spezialisiert darauf alte Menschen zum Dayservice zu bringen. 御苑 – Gyoen (wie in Shinjuku Gyoen) wiederum bedeutet allerdings „Kaiserlicher Garten“.
So, genug gelernt!

Manchmal habe ich Probleme damit mich im Büro zu motivieren.. Ich bin ein Draußenmensch und ich brauche eine gewisse Balance zwischen Arbeit draußen und Arbeit drinnen.
Wenn ich Designaufträge habe, kann ich auch wochenlang im Büro sitzen, aber wenn es sowohl damit als auch mit Arbeit auf der Baustelle mau aussieht, fange ich irgendwann an durchzudrehen.. Gut dass Mittwochs meine Firma offiziell nicht geöffnet hat und mein Chef auch tatsächlich frei hatte.
So konnte ich dann, bevor mir die Decke auf den Kopf fiel, meine Recherchearbeiten erledigen, die seit Februar noch ausstanden.
Ich hatte zwar den gesamten Text für ein eBook schon fertig, aber weil ich auf Fotos gesehen hatte, dass es nun auch Infotafeln in dem Garten gibt, wollte ich die Informationen auf ihnen und dem Text den ich geschrieben hatte lieber nochmal gegen prüfen.
Wenn meine Recherchen andere Ergebnisse wie auf den Tafeln ergeben, schrecke ich zwar nicht davor zurück diese so zu veröffentlichen, aber dann weiß ich gegebenenfalls, dass ich mich verteidigen können muss wenn jemand ankommt mit „ja aber im Garten selbst steht ja was ganz anderes..“
Ich fuhr also über eine verlängerte Mittagspause zum Happōen..
Auch wenn die Firma zu hat, muss ich das Telefon hüten.. Normale Mittagspause ist von 12 bis 13h, meine dagegen allerdings von 13 bis 14h. In dieser Zeit kann ich also ruhigen Gewissens draußen sein und Arbeit nach draussen verlegen.
Meine echte Mittagspause ging dabei für die Bahnfahrt drauf, eine Stunde verbrachte ich im Garten mit Videos machen, Fotos schießen, Informationen sammeln und Energie tanken.

Die Wurzeln des Happōen gehen bis in die Edo Zeit zurück (1603 – 1868).
Ein treuer Gefolgsmann von Tokugawa Ieyasu baute seine Edoresidenz hier.
Später bewohnten zwei Männer der gehobenen Gesellschaft diesen Ort, wobei der letztere, Kuhara, dem Happōen sein heutiges Aussehen gab.
Inzwischen wird der Garten von der Happōen Corporation geführt und ist vor allem ein Veranstaltungs- und Heiratszentrum wie eine Ansammlung von Restaurants.

Da jetzt langsam die Baustellenzeit wieder los geht, hoffe ich dass ich solche Auszeiten in Zukunft wieder weniger brauche!

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2 Gedanken zu „30. März – Der Happōen

  1. Könntest du nicht einfach eine Umleitung auf dem Firmentelefon einrichten, so dass eingehende Anrufe automatisch auf dein Handy gehen?

    • Das gestaltet sich ein wenig schwierig, weil die vorgegebenen Slots dafür schon voll sind.
      Ich müsste erst einen löschen bevor ich meine Nummer setzen kann.
      Die Anleitung ist auf Japanisch und ich hatte bis jetzt keine Lust und Zeit mich damit auseinanderzusetzen >.<

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