Japanisches Abendbrot

Nicht traditionell – aber fast

Ich gehöre vielleicht zu den Privilegierten, die noch die Zeit des warmen Mittagessens und des kalten Abendessens genießen durften.. Da heutzutage kaum noch mit Großeltern zusammengelebt wird und die Frauen arbeiten, wird das warme Essen jetzt ja zumeist auf abends verlegt und die Tradition des AbendBROTs stirbt aus.. Oder sehe ich das falsch?

Nun ja.. Auf jeden Fall denke ich mit Sehnsucht an den gedeckten Tisch zurück. Mit mindestens drei verschiedenen Brotsorten, einer Käseplatte, einer Wurstplatte und wahlweise Salat, gekochten Eiern, Gurken oder Tomaten und eventuell noch fertigen Salaten für das Brot wie Fleischsalat oder Krabbensalat..

Wie gut dass es in Japan etwas gibt, das mich zumindest etwas an diese deutsche Tradition erinnert..

In Japan kommen oft viele Kleinigkeiten auf den Tisch. Da gibt es gekochtes Gemüse – Nimono genannt, eingelegtes Gemüse – Tsukemono, dann vielleicht eine Scheibe gebratenen Fisch, natürlich Reis und gerne auch noch Misosuppe.

Auch bei uns steht meistens Abends mehr als eine Sache auf dem Tisch.
Gerne legen wir Gurken für ein paar Stunden in Salz oder Dashi ein oder essen sie mit Miso. Tomaten werden auch oft gegessen. Avocado liebt mein Mann, die gibt es fast täglich. Dazu noch „japanisches Omelette“ also Ei mit Ketchup oder Tamagoyaki. Und Misosuppe!
Manchmal essen wir dazu Brot, leider nicht in deutscher Vielfalt sondern in Japanischer, sprich: Toast, oder es gibt ein Hauptgericht.

Vor allem wenn es Toast gibt, mangels vernünftigem und bezahlbaren Aufschnitt nur mit Margarine die ein bisschen nach Butter schmeckt bestrichen, erinnert mich unser japanisches Abendbrot immer etwas an meine Jugend. 懐かしい – natsukashii wie wie hier in Japan sagen..

Hier mal ein Foto eines recht typischen Abendbrots. (Für uns typisch..)
Als Hauptgericht gab es Oyakodon (Rezept folgt). Dazu mit Miso glasierte Auberginen (Rezept hier). Als gesundes Gemüse in Rohkost haben wir Avokado mit Sojasauce und Tomaten mit Olivenöl und Salz.
Die Misosuppe ist an diesem Tag instant, aber wir machen sie auch gerne selbst (Rezept hier).

Manchmal gibt es übrigens auch bei uns nur ein einziges Gericht auf den Tisch, zum Beispiel wenn wir Nabe essen..

Jetzt muss ich nur noch das gute deutsche Sonntagsfrühstück wieder einführen..

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8 Gedanken zu “Japanisches Abendbrot

  1. Also wenn ich mir Deine ganzen Essensrezepte und Fotos so angucke, würde ich in Japan definitiv entweder 5 Kilo zunehmen (weil ich ständig bei McDonalds esse) oder 5 Kilo abnehmen, weil ich fast nix mehr essen würde ^^
    Definitiv nicht mein Geschmack ;)

    • Sag das nicht zu laut, sonst schreien noch die ganzen Liebhaber japanischen Essens ^_-
      An manche Geschmäcker musste ich mich auch gewöhnen.. Meine erste Misosuppe und meine ersten Maki Sushi vor Eeeewigkeiten waren furchtbar.. Inzwischen kannst du mir Misosuppe intravenös geben.. Ich liebe das Zeug! Genau wie Maki Sushi.
      Natto esse ich inzwischen auch gerne, zwei Wochen hat es gedauert bis ich mich dran gewöhnt habe. Andere Sachen esse ich aber immer noch nicht. Muscheln sind meistens nicht mein Ding.. Getrockneter Tintenfisch auch nicht. Und Essen das mich ansieht muss ich auch nicht haben..

  2. Da kann ich Dir nur zustimmen.
    Das gute alte kalte Abendessen stirbt langsam aus.
    Ich brauche Abends und Morgens meine Auswahl an verschiedenen Wurst, Käse und Marmeladen. Nicht zu vergessen Tomaten, Gurken und Paprika. In der letzten Zeit essen wir Abends noch etwas warmes. Unsere Kinder sind gerade in der Nudel, Crêpes und Kartoffelpuffer – Phase.

    Ich habe letztens einen Artikel gelesen das es deutsche Bäcker auch in Japan gibt und das die Waren nach deutschem Rezept hergestellt werden.

    Ich bin mal gespannt wie mein Japan Urlaub verlaufen wird.

    • Manchmal gab es bei uns abends auch etwas Warmes dazu. Zum Beispiel wenn wir im Wald Pilze gesammelt haben, wurden die abends gebraten und zum Brot gegessen..

      In Japan gibt es deutsche Bäcker. Allerdings leider nicht so weit verbreitet wie Französische und auch nicht ganz so günstig..
      Es gibt auch in Deutschland ausgebildete Metzger hier, die einen Versandservice haben.
      Theoretisch muss man also weder auf Wurst, Salami, Schinken noch auf richtigen Käse verzichten, wenn man denn das nötige Kleingeld dafür übrig hat.. (60g Gouda für 400 Yen = ca. 3.20 Euro).

      Es ist also wesentlich einfacher sich japanisch zu ernähren ^_-

      Und wenn man Urlaub macht, sollte man eh die lokale Küche geniessen :)

      • Ich freue mich auf die Japanische Küche.
        Da ich mich mit jedem Gericht anfreunden kann.
        Leider meine Frau nicht und Sie denkt das es dort nur Sushi gibt.

        Das die deutschen Lebensmittel dort teurer sind kann ich mir schon denken. Ich beziehe Matcha direkt aus Japan und zahle das doppelte als es in Japan kostet.

        Hatte vor kurzem Geburtstag und da habe ich von unserem Wildmetzger verschiedene Würste und Käsesorten mitgebracht. Auch frisches Brot und Brötchen.
        Das war vielleicht ein Gelage ;).

        Trotzdem ist meine Vorfreude auf Japan ungebrochen.

      • Wie lange seid ihr denn in Japan, wenn ich fragen darf?

        Natürlich gibt es hier auch andere Dinge wie Sushi und du kannst deiner Frau ausrichten, dass die Horrorgeschichten über das Essen eher auf die Chinesische als auf die Japanische Küche zutreffen ^_-
        Auch Insekten und Spinnen trifft man hier eher seltener an..
        Donburi und Nabe Gerichte treffen eigentlich jedermanns Geschmack und zur Not gibt es an fast jeder Ecke einen Italiener ^_-

      • Italiener, das hört meine Frau bestimmt sehr gern.

        Also ich habe vor für 2 Wochen nach Japan zu kommen und zwar über den Februar. Da habe ich Geburtstag ;) schenke mir sozusagen die Reise selbst :D.

      • 2 Wochen wird deine Frau sicher überleben! Und bis Februar hast du ja noch Zeit sie behutsam in die japanische Küche einzuführen ^_-

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