Ausflug zum Heirin-ji (平林寺)

Eigentlich sollte es weit nach Saitama rein gehen. Richtung Chichibu und noch weiter!
Aber das Wetter sollte unbeständig werden und so entschieden wir uns für einen nicht ganz so weiten Ausflug.
Zwar ging es auch nach Saitama, aber Luftlinie nur ein Katzensprung von uns entfernt.
Natürlich dauert es mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas länger, da zig mal umgestiegen werden muss und der Bus noch Zickzacklinien fährt.
Der Heirin-ji lag damals, als ich noch in Asaka gewohnt und gearbeitet habe, auf einigen Arbeitswegen zu verschiedenen Baustellen.
Mein Kollege, der in Niiza wohnt, meinte auch immer, ich solle ihn besuchen.
Das taten wir nun endlich.

Der Tempel gehört zu der Zen-Sekte Rinzai (Haupttempel Myoshin-ji) und wurde zum ersten Mal 1375 in Iwatsuki erbaut.
Beim Angriff auf das Schloß von Iwatsuki wurde er jedoch zerstört. 1603 ließ Tokugawa Ieyasu ihn wieder aufbauen und 1609 zog er dann nach Niiza um.
Man kann auf dem Tempelgelände so einige alte Gebäude und Gräber bestaunen, die schon dem Holzschnitt Künstler Yoshida Toshi (1911-1995) inspirierten. Außerdem ist der Heirin-ji ein sehr guter Ort um die Herbstfärbung zu genießen.

Einen Garten gibt es auch, der ist nur leider für Besucher nicht zugänglich. Warum auch immer..
Auch meine Versuche auf Schleichwegen einen Blick zu erhaschen schlugen leider fehl.
Wurde dabei übrigens tatkräftig von Mamoru unterstützt, der es auch doof fand, dass man den Garten nicht besuchen konnte.
Einen Weg ließ ich jedoch ungegangen.. Den Weg durchs Unterholz.
Normalerweise schlage ich mich auch da durch. Aber nicht im Herbst in Japan!!!
Die Mücken, die es auf dem Gelände des Heirin-ji noch zu Hauf gab, störten mich eher weniger, jedoch gibt es bereits überall eine der furchtbarsten Spinnenarten, die ihr euch vorstellen könnt!
Sie hängen ihre Netze grundsätzlich so, dass man sie nicht sieht und reinläuft (was theoretisch ja Sinn der Sache ist, ich weiß..) und sie sind groß und furchtbar!
Ich habe schon Exemplare gesehen.. Da wäre ich nicht auf 10m rangegangen, wenn ich nicht gemusst hätte..
Ich zeige euch hier kein Foto so einer Spinne. Wenn ihr aufmerksam andere Japanblogs lest oder Japan-relevante Seiten auf Facebook oder Google+ geliked habt, seht ihr sie früher oder später eh..
Dies ist nämlich auch die Zeit, wo ich Social Media meiden muss.
Es gibt nichts schlimmeres als früh morgens als erstes so ein Biest in der Timeline zu sehen, die einem im Laufe des Tages beim scrollen dann noch immer wieder über den Weg läuft.
Ihr werdet die gelben Viecher also sicher irgendwo noch sehen.

Zurück zum Heirin-ji.
Hier hingen sie auch schon überall neben und über den Wegen.
Zum Glück nicht in der Mitte. Ich wäre ausgerastet..
Deshalb kam der Weg durch’s Unterholz nicht in Frage.
Aber auch über verbotene Zufahrten und beim auf den Zaun klettern und rüber spähen versperrte immer etwas die Sicht *seufz*.
Zum Glück hat der Heirin-ji noch mehr zu bieten als den Garten.
Tatsächlich ist es ein riesiges Gelände, das zu Großteilen Wald ist. Zumindest kommt es einem Wald sehr nahe! Der gesamte Weg um die Tempelgebäude ist gesäumt von Ahornen, die einen traumhaften Anblick zur Herbstfärbung bieten müssen.
Also wirklich! Unglaublich viele gibt es!
Ich muss auch nochmal nachforschen, ob in dieser Zeit nicht vielleicht der Garten geöffnet hat..

Auch wenn ich es etwas doof fand, dass ich den Garten nicht sehen konnte (vielleicht ist er ja aber auch so ungepflegt, dass es sich einfach nicht lohnt?), habe ich mein Hauptziel doch erreicht.
Ich wollte raus in die Natur und etwas frische Luft schnappen!
Das konnte ich im Heirin-ji!
Jetzt halte ich es wieder ein bisschen in der Großstadt aus. Und nächstes Mal werde ich einen kleinen Hike machen!
Vielleicht möchte ja jemand mit?

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