Abenteuer Tottori / Shimane

Am dritten Tag gab es einen Mix der beiden Präfekturen.
Wir begannen den Tag in Tottori und beendeten unseren Urlaub dort.
Zwischendurch waren wir aber in Shimane..

Erstes Ziel war das Adachi Bijutsukan, das Adachi Museum of Art (足立美術館). Dort wollte ich unbedingt mal hin!
Die Garten Vereinigung der USA wählt es so ziemlich jedes Jahr in Folge zum schönsten Garten in Japan und es ist darüber hinaus ein sehr neuer Garten!
Das Museum war früher die Residenz von Adachi Zenko.
Er war leidenschaftlicher Kunstsammler, nicht nur von einem Künstler oder einer Kunstrichtung, und so kann man eine Vielfalt von Ausstellungsstücken genießen. Das alles umgeben von den verschiedenen Gärten.
Außerdem hat man die Möglichkeit im „alles für 1000¥ Café“ einen Kaffee zu trinken (ja, der kostet auch 1000¥…) oder im anderen Café/Restaurant etwas für weniger Geld zu genießen.
Warum das eine Café so teuer ist? Taktik! Es bietet die beste Sicht auf den Garten!
Und das Museum braucht das Geld.. Zwar ist der Eintritt schon sehr teuer, aber es liegt ja auch weit ab vom Schuß. Nicht mal in der Nähe von Matsue, sondern in der Nähe des kleinen Bahnhoförtchens Yasugi, von dem aus übrigens ein kostenloser Shuttlebus fährt. Aber selbst von Yasugi braucht man noch etwas um das Museum zu erreichen.
Dazu kommt noch die unglaublich aufwändige Pflege des Gartens damit er so aussieht wie er aussieht. Die Gärtner haben immer etwas zu tun! Als wir es besucht haben, waren gerade fünf damit beschäftigt die Kiefern auszuputzen.
Und von denen gibt es nicht gerade wenige..
Die ausgestellten Kunstwerke sind zwar schön und wechseln zu jeder Jahreszeit, aber das Highlight des Museums ist wohl doch der Garten.
Schon vor dem Eingang gibt es rechts und links kleine gestaltete Bereiche.

Nachdem man diesen hinter sich gelassen hat, kommt man zum „Moosgarten“, wie auch immer der seinen Namen bekommen hat..
Er besteht aus einer Kiesfläche, umgeben von Kiefern, zwischen denen man zugegeben Moos findet. Aber dominierend ist es nicht. Außerdem gibt es hier auch einen Hügel mit Teehaus darauf, und einen Wasserfall mit kleinem Teich. Dieser Garten, der Trockenlandschaftsgarten, zieht sich hin bis hinter das teure Café, wo ein sanfter Hügel in einen anderen Garten überleitet. Aber den sieht man erst ganz zum Schluß.

Vorher erreicht man den Teehausgarten. Nicht der Garten des Teehauses auf dem Hügel, sondern noch ein anderer Garten.
Diesen würde ich eher als Moosgarten bezeichnen, aber nun ja.. Rechts vom Weg zum Teehaus liegt ein sehr flacher Hügel mit Bäumen darauf und rechts daneben ein winziger Teich mit Wasserfall.
Das Teehaus kann man natürlich nur betreten, wenn man Matcha dort trinkt.

Mein Mann kann nicht im Seiza sitzen, weshalb wir so etwas nicht machen, wenn wir zusammen unterwegs sind. Also ging es weiter. Man konnte den echten Moosgarten noch durch eine Panoramascheibe betrachten, bevor es zum Café ging und einem die Aussicht verwehrt wurde.

Vom Café Midori aus hat man den besten Blick auf den Karesansui Garten. Aber auch von der Seite her war er schön! Der Karesansui Garten ist der Hauptgarten des Museums.
Um die Ecke hatte man dann das erste „Lebende Bild Fenster“.

Das ist eine Spezialität Japanischer Gärten. Die Fenster sind so ausgeschnitten, dass sie nicht wie Fenster, sondern wie Bilderrahmen wirken. Der Garten dahinter ist natürlich auch so angelegt, dass diese Illusion entstehen kann.
Von diesem Fenster aus konnte man auch den knapp 20m hohen künstlichen Wasserfall sehr gut betrachten. Erst später habe ich gelesen, dass er extra angelegt wurde. Er sieht aus, als wäre er schon immer dort gewesen.

Weiter ging es zum Teichgarten. Das ist der älteste Garten im Museum und diente früher als Eingang. Es gab ihn schon vor Eröffnung des Museums, wurde später nur erweitert als das modere Gebäude zur Linken mit dem Café gebaut wurde.
Dieser Garten gefällt vielen Besuchern am besten, weil er alles zu bieten hat: ein altes Gebäude, ein Tor, eine Kiesfläche, gestutzte Büsche, Steinlaternen und den Teich mit Kois drin. Mir hat an ihm auch etwas am besten gefallen, das Treffen von alt auf neu. Der eine Pfeiler des modernen Betonbaus steht im erweiterten Teil des Teiches.

Gegenüber vom Teichgarten befindet sich der „Weiße Sand und Kiefer“ Garten. Durch das Gebäude, das beide trennt, kann man wieder lebende Bilder sehen. Etwas getrübt wird der Anblick nur von den vielen anderen Besuchern, die auf der anderen Seite vor den Fenstern hin und her laufen. Aber der Besucherstrom war nicht so stark, dass ich den Anblick nicht auch ohne Köpfe hätte genießen können.

Der „Weiße Sand und Kiefer“ Garten ist dann auch fast der letzte Garten im Museum und ein echter Hingucker! Auf einer hellen Sandfläche stehen viele winzige Kiefern. Da sieht man fast das Arrangement um den Wasserfall herum gar nicht an.
Dieser Garten wurde übrigens penibel vom Gründer des Museums selbst geplant. Er war ein großer Gartenliebhaber und sieht das Zusammenwirken von Gärten und Kunst als gegeben und daher die gemeinsame Präsentation als unumgänglich an.

Mehr zum Museum gibt es auf Englisch hier zu lesen. (Geschrieben von mir, Fotos von mir.)

Nach dem Museum fuhren wir in einen weiteren berühmten und großen Garten. Unglaublich wie gut das passte, denn er liegt quasi auf der gleichen Insel, von der auch eine Brücke nach Yonago führt, die wir definitiv ansehen wollten!

Es handelt sich bei dem Garten um den Yūshien auf Daikonshima. Daikon ist der japanische Rettich. Mir gefällt der Inselname unglaublich gut!
Allerdings hat der Name nichts mit dem Garten zu tun.
Der gehört nämlich einem Ginseng-Hersteller!
Viele Leute kommen nur deshalb dorthin um Ginseng zu kaufen.
Aber viele auch für den Garten..
Und wir noch für etwas anderes..
Ich hoffte, ich könnte ganz in Ruhe Fotos machen ohne Gewissensbisse haben zu müssen, dass Mamoru sich in der Zwischenzeit langweilt. Der wollte nämlich Kobito suchen und sammeln. Kobito sind „kleine Leute“ und im Yūshien gab es gerade eine Kollaboration mit besonderen Kobito..
Ich finde sie ganz furchtbar… Sie sind total kimoi (kimochi warui = eklig (in diesem Fall)).
Aber hey! Nach diesem Ausflug bin ich fast zum Kobito Fan geworden!

Das Suchen und Sammeln war nämlich ganz witzig, auch wenn wir zwischendurch aufgeben mussten.
War leider nix mit in Ruhe fotografieren und den Mann machen lassen..
Er und das Google-Tablet haben sich nämlich nicht vertragen. Nach dem 3. Kobito hat es sich abgeschaltet und war zu nichts mehr zu bewegen.
Daraufhin haben wir einmal das Tablet getauscht, aber das schaltete sich ebenfalls nach kurzer Zeit aus. Ich konnte es noch einmal kurz reaktivieren, aber schnell war wieder Schluß.
Man bin ich froh, dass nicht alle elektronischen Geräte so auf meinen Mann reagieren! Das wäre ein Spaß. Aber jetzt weiß ich wenigstens, dass ich mir nie ein Google Tablet anschaffen werde!
Ich hätte übrigens mein eigenes iPhone benutzen können, aber die App gab es natürlich nur im Japanischen Shop und in den kann ich immer noch nicht wechseln. ITunes Gutscheine sind nicht immer von Vorteil XD

Nach dem Garten ging es nun weiter zur großen Brücke. Schon im Museum hatte uns eine Angestellte gefragt, ob wir schon drüber gefahren seien.. Die Brücke ist definitiv eine lokale Berühmtheit.
Und unter Japanbegeisterten ebenfalls nicht unbekannt.
Es kursieren immer wieder Bilder und Videos im Internet. Es sieht nämlich so aus, als ob diese Brücke ins Nichts führt..
Leider sind meine Fotos nicht so gut geworden, aber ich denke, man kann trotzdem etwas erkennen.
Sie ist sehr steil und endet dann abrupt.
Für den Extra-Kick sind wir sie sogar 2x gefahren XD

Danach ging es aber weiter zur Mizuki Shigeru (水木しげる) Straße in Sakaiminato (境港).
Die wurde von der Stadt übrigens nur in dieser Form ausgebaut um Touristen anzuziehen. Es ist eine Straße bevölkert von Yōkai (妖怪). Unter dem Begriff Yōkai versammeln sich in Japan so ziemlich alle übernatürlichen Wesen. Von Geistern zu Monstern zu sonstwas..
Es gibt viele kleine Statuen von den verschiedensten Wesen, einen Schrein, ein Museum und Leute, die als Yōkai verkleidet durch die Straßen laufen.
Hier kauften wir natürlich auch Omiyage. Mein Share-Office Kollege hat zwei Kinder, was gibt es da Besseres als Yōkai-Süßigkeiten?
Die Aushängeschilder sind übrigens Kitarō und sein Vater, der Kitarōs Auge ist und normalerweise außerhalb von Kitarōs Körper herumläuft. Verrückt?

Weiter ging es zum Strand. Ich wollte unbedingt zumindest mit den Füßen ins Japanische Meer!
Damit ist meine Meersammlung wieder um eins gestiegen.
Und es war so toll und warm und ach.. Am liebsten wäre ich ganz rein gesprungen, aber das passte mir irgendwie nicht so kurz vor knapp vor der Abreise..
Wobei sooo knapp war es gar nicht, denn Sushi essen und über eine andere tolle Brücke fahren schafften wir ja auch noch vor Abflug!
Ja.. Und dann ging es leider schon zurück nach Tokyo.
Übrigens vom Yonago Kitarō Airport.
Ihr erinnert euch noch an die Ankunft? Am Tottori Dünen Conan Flughafen? Wie gesagt.. Sie haben es hier mit seltsamen Flughafennamen..

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5 Gedanken zu „Abenteuer Tottori / Shimane

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