Toyohashi 2

Ja.. der Wecker klingelte zwar früh, doch das Fleisch war schwach..
Ea ging dann auch gleich ab ins Auto und zum nächsten Konbini, Frühstück kaufen.
An die Fahrt erinnere ich mich nur noch in Fetzen. Viele Teile habe ich verschlafen.. Erst in der Präfektur Shizuoka kam ich wieder einigermaßen zu mir, hatte somit den Fuji verpasst. Naja Pech.. Man hat ihn sicher wegen des schlechten Wetters eh nicht gesehen..
Yosuke ist übrigens ein echt fitter Fahrer. Ich bin immer Backup falls er mal eine Pause braucht, aber meistens hat er keine Probleme so eine Strecke allein zu bewältigen.

Auf dem Hinweg nahmen wir den Shin-Tomei Highway, der uns direkt an Hamakita vorbei führte. So winkte ich meinen Schwiegereltern einmal aus der Ferne zu.
Zu der Zeit waren wir auch fast schon am Ziel. Nur noch an Mikkabi vorbei und schwupps: Toyohashi!

Die Adressen sind leider etwas ungenau in Japan, weshalb wir einige Zeit auf der Straße standen bevor Frank uns zu seinem Haus führte.
Leider leider wohnt er direkt gegenüber eines richtigen Arschlochs. Ja, auch in Japan gibt es unfreundliche Menschen.
Beim Zurücksetzen ist Yosuke 10cm auf seine Einfahrt raufgefahren und Caro stand auch auf der Kiesfläche.
Das mochte der Herr gar nicht!
Nur am Rand: seine Einfahrt war etwa 5m breit und bis zum Haus waren es zweieinhalb Autolängen. Von seinen wertvollen vier Autos waren wir also meilenweit entfernt. Dennoch schoben sich nun jedes Mal wenn wir vorbei kamen die Vorhänge beiseite und er achtete peinlich genau darauf, dass wir nicht auch nur 1cm auf seinen Kies traten.
Brauchte gar nicht so große Angst haben, wir haben ihn schon beim ersten Mal verstanden..
Wir luden also unter strenger Beobachtung unser Gepäck aus und machten uns gleich wieder auf den Weg in die Stadt.
Eigentlich wollten wir uns ein bisschen umgucken, was essen und einen Kaffee trinken. Danach zurück und dann weiter. Im Endeffekt kamen wir nicht zurück, der Grund für den Sand..
Es ging also in die City von Toyohashi. Absolut überschaubar und zu Fuß begehbar. Unglaublich wenn man es aus Tokyoter Augen sieht..
Nachdem wir einmal die überdachte Einkaufsstraße entlang und einmal um den Block gelaufen sind, ging es zu einem Restaurant für.. Na? Was meint ihr? Was ist in der Gegend bekannt?
Richtig! Aal!
Zum einen ist Hamamatsu dafür sehr bekannt, aber ursprünglich kommt eine beliebte Zubereitungsart aus Nagoya. Toyohashi liegt zwischen Nagoya und Hamamatsu..
Leider war der Aal in dem Restaurant nicht so gut, er schmeckte leicht angebrannt. Unsere gute Laune konnte er uns aber nicht verderben und vergessen war er angesichts des perfekten Milchschaums, den wir hinterher in diesem einen wunderbaren Café genossen.
Das Café ist so herrlich gewesen! Ok, es fehlten die Polstermöbel und man darf innen rauchen und es gab keine große Kuchenauswahl, aber sonst war es perfekt! Man konnte sogar draußen sitzen!
Angesichts des super tollen Kaffees und des europäischen Stils konnten wir uns nicht erklären weshalb es immer recht leer war..
Nach dem Kaffee ging es.. Tatatata! An den Strand!
Natürlich.. Ich war nicht im Sandkasten spielen..
Wir fuhren ein bisschen. Nur ein bisschen! Aber dann waren wir am Traumstrand schlechthin!
Der Wind war zwar ein bisschen nervig, weil er den Sand vor sich hertrieb, aber ansonsten war es herrlich!
Nicht zu warm, nicht zu kalt.. Und ne tolle Aussicht hatten wir auch.
Besonders die eine Richtung war wie Fernsehen und unterhielt uns sehr gut.
Eine äußerst leicht bekleidete Dame räkelte sich dort.
Ganz allein am großen weiten Strand. Was sie wohl wollte?
Irgendwann schlawenzelte ein Mann um sie herum und siehe da, er durfte sie mit Sonnencreme einschmieren.
Und er ging gleich ganz schön ran. Nicht vom Rücken langsam zum Po, nein, er konzentrierte sich nur auf den Po..
Nach einigem hin und her drehte sie sich nach etwa 20 Minuten um und er durfte zwischen ihren Brüsten auch noch ein Wenig Creme verteilen.
Das beste kam aber, als vom Hügel in der Nähe zwei junge Japaner herunter kamen und sich in einiger Entfernung neben die Dame und den Herren setzten. Von dort warfen sie immer wieder den ein oder anderen Blick hinüber und begannen irgendwann mit sportlichen Betätigungen wie Sit-ups und halbe Liegestütze.
Es dauerte sicherlich über eine Stunde bis die Frau mit dem Mann zum Auto ging. Und die beiden jungen Japaner hinterher!
Ich kann übrigens nichts dafür, dass ich es so detailliert mitbekommen habe, die befanden sich direkt in meinem Sichtfeld..

Einige Zeit nach dem seltsamen Doppelpaar machten auch wir uns auf den Weg.
Mit dem Auto wollten wir bis an die Spitze der Halbinsel fahren, von wo aus die Fähre nach Ise fährt.
Dorthin wollten wir aber nicht, das hatten wir vor einem Jahr schon erledigt.
Unterwegs hielten wir auf einem kleinen Parkplatz im Nirgendwo und liefen zu einer Gedenktafel für Kokosnüsse und tollen riesigen Felsen hinunter.
Es war so herrlich, man kann es gar nicht in Worte fassen und die Bilder strafen Lügen. Es war besser!
Aber weiter ging es. Zu unserem Ziel dem Leuchtturm an der Spitze.
An dem Parkplatz davor gab es ein paar wenige Geschäfte, in denen man Souveniers, Obst, Hibiskus und mehr kaufen konnte.
Für Frank und mich gab es Matcha-Softeis, Caro gönnte sich eine frische Kokosnuss, die uns von nun an die restliche Reise über ständig begleiten sollte.
Zu Fuß ging es zum Leuchtturm. Ich immer ein Stück hinter den anderen, denn die Vegetation war so interessant, ich blieb ständig stehen um Pflanzen anzustarren.
Ich holte die anderen einmal am Leuchtturm wieder ein und dann als wir die Spitze umrundet und am Fähranleger gelandet waren.
Wir machten die Runde zum Parkplatz komplett, überlegten kurz ob Onsen ja oder nein – es wurde ein nein – und schlenderten zur letzten Sehenswürdigkeit herüber.
Einer Schifferglocke und einem Zaun für Pärchenschlösser und Ema.
Man läutet die Glocke für eine glückliche Beziehung. Japan liebt so etwas.. Initiiert wurde es in 2006.

Nach unserem wunderbaren Ausflug zum Meer ging es zurück in die Stadt. Wieder überlegten wir kurz ob wir in Franks Wohnung einen Zwischenstopp einlegen sollten, entschieden uns aber dagegen.
Wir wollten gleich zum Essen.
Es gab wunderbare Gyoza in einem Gyoza Restaurant, Kleinigkeiten in einer Izakaya und Kleinigkeiten in einem Pub. Die Gyoza waren eine Wucht!

Mit Erstaunen stellten wir fest, dass es in Toyohashi ein ganz normales Nachtleben gibt. Wie in Deutschland! Viel entspannter und angenehmer als in Tokyo, aber auf jeden Fall mit genausoviel Kotze auf der Straße wie in Hamburg am Wochenende.

Caro und ich machten uns irgendwann ziemlich spät auf den Weg zu Franks Wohnung. Die Männer wollten noch länger im Pub bleiben, da sie Fußball sehen wollten (Championsleague Finale mitten in der Nacht).
Da sie jedoch kaum nachdem das Spiel angefangen hatten am Tisch einschliefen, kamen sie doch schon relativ früh nach.

Unser Tag begann gegen Mittag. Weshalb es auch gleich etwas Herzhaftes gab. Am Bahnhof gibt es ein bekanntes Ramen Lokal mit Ramen nach Jiro am Valentinstag Stil.
Aber einen Kaffee brauchten wir natürlich trotzdem noch. Deshalb ging es ins Cafe mit dem herrlichen Milchschaum.
Wie immer die Frage: Danach in Franks Wohnung?

Dieses Mal entschieden wir uns dafür. Unser Ziel lag nämlich auf dem Heimweg, und so verstauten wir schon all unsere Sachen im Auto und fuhren mit Frank zum Hamanako, dem großen See bei Hamamatsu, den ich schon gut kenne und wundervoll finde.
Es gibt einen kleinen Strand direkt hinter der Hamana-Ohashi neben Bentenjima.
Dort lümmelten wir, schliefen, quatschten, stopften Chips in uns rein.
Viel zu früh war es Zeit zum Aufbrechen, aber wat mut dat mut..

Der Ausflug ins Grüne war Balsam für die Seele. Wie schon letztes Jahr. Ich hoffe, es wird nicht der letzte gemeinsame Ausflug gewesen sein!

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4 Gedanken zu „Toyohashi 2

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