Bauarbeiten im Korakuen

Ok, erstmal ein Tip: wenn ihr hundemüde seid und ’nen schlimmen Tag hinter euch habt, schickt nicht nochmal schnell ’nen Text für den Blog per Mail raus. Mit routinierten Handgriffen könntet ihr den Text sonst löschen, statt ihn zu schicken und es in dem Moment merken, in dem ihr visuell dargestellt bekommt, wie der Text so eben unwiderruflich im Mülleimer verschwindet..

Also auf ein Neues!

Am Wochenende war ich mit einigen Mitbloggerinnen im Korakuen spazieren.
Das Wetter war herrlich! Die Sonne schien, es wehte kein kalter, starker Wind und der Garten war fast menschenleer.
Und das, obwohl die Pflaumenbäume bereits beginnen zu blühen!
Wir sind die typische Runde gelaufen und haben dabei so einige Baustellen entdeckt.
Die meisten kannte ich bereits von meinem letzten Besuch im Dezember, aber einige sind auch neu.
So wird im Moment eine Brücke erneuert, alle Gebäude restauriert, Flussläufe und Seeufer neu gemacht und Wege ausgebessert.
Dass diese Arbeiten im Winter erledigt werden, ist logisch.
Im Winter gibt es sehr viel weniger Besucher, es fallen nicht so viel Pflegearbeiten an den Pflanzen an und man kann quasi problemlos das Wasser abstellen.
Für mich als Gärtnerin sind diese Bauarbeiten natürlich besonders spannend.
Die Gebäude sind während der Restauration leider mit Planen verhüllt, aber zum Teil gibt es Informationstafeln und auch nicht alle Planen sind blickdicht. Man kann also durchaus den ein oder anderen Blick erhaschen.
So wird zum Beispiel beim Schrein hinter der roten Brücke das Dach erneuert. Der Unterstand, auf dem immer die Krähen sitzen, wird repariert und das Sake-Trink-Haus wurde komplett ab- und wird jetzt wieder aufgebaut.
Bei den Wegen wurden einzelne Steine oder kleine Steingruppen markiert und später per Hand ausgeklopft. Entweder waren sie locker, oder das Muster war nicht schön und wird anders gestaltet. Ich tippe auf das Erstere.
Für mich waren die Arbeiten an den Flussläufen sehr interessant, weil sie dort sogar sämtliche Steine entfernt und zu kleinen Haufen aufgetürmt haben. Dabei konnte ich sehen, dass sie die Steine beschriftet haben, um sie später wieder an den richtigen Ort setzen zu können. So lagen auf den Haufen Steine mit der Bezeichnung „60R“ munter neben „48L“. Man kann also davon ausgehen, dass sie die Steine Englisch beschriftet haben, Left und Right. Mit Sicherheit haben sie zusätzlich auch noch Fotos gemacht.
Die Arbeiten an den Uferböschungen werden jetzt schon seit einem Jahr durchgeführt. Es gab Schäden durch das große Erdbeben 2011, die nun behoben werden.
Im Rikugien findet man das übrigens auch. Das Dach eines Teehauses ist seither einsturzgefährdet und man darf das Haus deshalb nicht betreten.
Erdbeben gehen also an so alten Gärten auch nicht spurlos vorbei.
Natürlich interessiert mich das alles aus beruflicher Sicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es auch für Nichtgärtner interessant sein kann mal etwas hinter die Kulissen zu blicken, auch wenn sich der Garten so nicht von seiner schönsten Seite zeigt.

Zum Abschluss bleibt mit nur zu sagen, der zweite Text gefällt mir besser als der erste. Trotzdem werde ich mir das Löschen der Texte sicher nicht zur Gewohnheit machen.

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Ein Gedanke zu “Bauarbeiten im Korakuen

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