Short-Review: Wanikani

Noch eine Woche bis Weihnachten und auf meinem Blog rührt sich nichts. Warum?
Der typische Vorweihnachtsstress, Reisevorbereitungen (ja, ich schließe mich dem Herdentrieb an..), dann schleppe ich mich von einem Magenproblem zum nächsten und liege zu diesen Zeiten nur apathisch im Bett..
Und interessante Ausflüge habe ich in letzter Zeit auch nicht gemacht.

wanikaniDamit ich mich vor dem Urlaub aber doch wenigstens noch mal melde (habe vorher allerdings auch noch ein Drei-Tage-Wochenende, vielleicht besuche ich doch noch einen Garten?), dachte ich mir, ich schreibe mal eine kleine Review zu Wanikani. Dem Tool, das mir Kanji eintrichtern soll..
Wanikani ist ein Ableger von Tofugu, es gibt 50 Level, die so gut wie alle gebräuchlichen Kanji (Jōyō-Kanji – 常用漢字) abdecken. Das sind etwa 2000 Stück. Außerdem lernt man etwa 5000 Vokabeln. 2 Level kann man kostenlos testen, möchte man weiter lernen, muss man zahlen.
Da ich mit Wanikani relativ gut lernen konnte, habe ich in den sauren Apfel gebissen. Für ein Monatsabo zahlt man während der Beta 8$ pro Monat. Bei einem Jahresabo nur 80$ für 12 Monate.
Nach der Beta wird der Preis auf 10$ pro Monat oder 100$ pro Jahr steigen.
Vorausgesetzt wird, dass man Hiragana und Katakana beherrscht und weiß, wie man sie auf der Tastatur schreibt (z.B づ = du).
Das Lernprinzip bei Wanikani ist nun wie folgt: auf Level 1 lernt man nur Radikale mit zum Teil ausgedachten Bedeutungen, verbunden mit einer kleinen Geschichte.

Auf Level 2 folgen Kanji, die die vorher gelernten Radikale und Geschichten aufgreifen und fortführen.
Dabei lernt man meist eine gängige Lesung pro Kanji.

Später folgen Vokabeln, die diese Kanji beinhalten. Selbstverständlich wieder mit kleinen Geschichten, die es einem erleichtern sollen sich Lesung und Bedeutung zu merken.

Man lernt auch Kanji für Worte,
die man sonst fast nur in Hiragana sieht!

Und hier tauchen dann auch alle üblichen Lesungen auf. So hatte ich auf Level 5 das Vergnügen mit 行く、行き und 行う (iku, yuki, okonau), während man beim Kanji nur „kou“ lernt.
Daran muss man sich ebenfalls gewöhnen: beim Kanji 年 bitte bei der Kanjiabfrage „nen“ schreiben, bei der Vokabelabfrage aber „toshi“. Wanikani geht selten Kompromisse ein.. Ebenso bei manchen Übersetzungen. So ist お父さん unbedingt „father“ und 父 unbedingt „dad“.
Und hier seht ihr noch gleich ein anderes Problem, mit dem ich zu kämpfen habe. Wanikani ist auf Englisch. Das bedeutet, ich lerne nicht nur Japanisch, sondern frische gezwungenermaßen auch noch mein Englisch auf.
Wenn man sich aber an diese paar Eigenheiten gewöhnt, lässt es sich mit Wanikani ganz gut auskommen.
Da ich schon einige Vorkenntnisse hatte, waren die ersten Level sehr langweilig. Aber schon kurz darauf tauchten zumindest einige mir unbekannte Kanjikomposita in den Vokabeln auf. Durch den vorherigen Kanjidrill konnte ich die meisten aber wenigstens auf Anhieb lesen, wenn auch noch nicht die richtige Bedeutung auf Englisch finden.
Bei mir bekannten Kanji lese ich die Geschichten nicht. Habe ich aber Probleme, helfen mir die Geschichten ab und zu weiter.
Wenn man sich im Englischen mal vertippt, ist das auch nicht schlimm, das Tool toleriert Rechtschreibfehler. Allerdings sollte man ab und zu nach der richtigen Bedeutung schauen, wenn man jedes Mal bei einer Vokabel den Hinweis „Your answer was a bit off.“ bekommt, so wie ich bei 見分ける. Das heißt nämlich nicht „to difference“, was er gelten lässt, sondern „to distinguish“.
Im Japanischen lässt er Rechtschreibfehler allerdings nicht durch!
Der Lernprogress wird in 5 unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Apprentice, Guru, Master, Enlightened und Burned.
Je nachdem in welcher Schublade ein Radikal, Kanji oder eine Vokabel steckt, wird es häufiger oder seltener abgefragt. Je weiter es Richtung „Burned“ wandert, umso seltener bekommt man es zu sehen. Das soll dafür sorgen, dass die gelernten Inhalte auch wirklich im Langzeitgedächtnis landen. Wenn man zwischendurch eine falsche Antwort gibt, wird das jeweilige Wort sofort runtergestuft.

Anfang Level 6 habe ich jetzt 126 Apprentice Items, 215 Guru Items, 281 Master Items und 137 Enlightened. Dabei habe ich so einige spezielle Vokabeln, die ich grundsätzlich immer wieder vergesse (外れる) oder immer verwechsel (休 und 体).
Ich denke, für mich ist Wanikani ein ganz guter Weg um meinen Wortschatz wenigstens etwas auszubauen und dabei auch noch Kanji zu lernen. Von anderen habe ich schon gehört, dass es nicht so ihr Ding ist, aber um das auszutesten, gibt es ja die ersten beiden Level umsonst.
Diese habe ich übrigens in Rekordschnelle hinter mich gebracht, jetzt passiert es auch mal, dass ich 2-3 Tage gar nicht lerne (zum Beispiel weil ich apathisch im Bett liege..). Je weiter man kommt, umso höher werden auch die Anzahlen der Lessons und der Reviews. Wenn man mal eben 200 Items in den Reviews hat, überlegt man sich spät Abends auch noch, ob man sich wirklich noch an die Arbeit macht..
Aber dafür hat man ja dann den nächsten Tag!

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2 Gedanken zu “Short-Review: Wanikani

  1. Das klingt durchaus spannend, ich kenne nämlich vor allem bei selteneren Kanji meist nur eine Lesung und verstehe Komposita zwar, kann sie aber nicht lesen… Danke für den Tipp!

    • Gerne :)
      Aber wie gesagt, wenn man Vorkenntnisse hat, ist es am Anfang recht langweilig ^_-
      Skippen kann man leider nicht, man muß sich durch alles durchkauen..

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