Vom Taubennest zum schönen Berg – 鳩ノ巣から御嶽まで

Dieses Mal war ich vorbereitet! Ich habe den Wetterbericht und den Status der Herbstfärbung gecheckt! Leider war diese an meinem Wunschziel schon vorbei. Mein zweites Wunschziel, Mount Myōgi fiel auch weg, da fährt kein Bus auf den Gipfel. Sollte ich mir einfach für beide Berge mal ein Auto mieten..
Lange durchsuchte ich die nähere Umgebung nach schönen Herbstfärbungsspots, aber kaum etwas sagte mir zu. Meistens waren es nur irgendwelche Parks oder ein Tempel mit geschätzt einem hübschen Baum. Ich wollte aber einen Tag in die Natur!
Und dann fiel mein Blick auf einen kleinen Ort namens „Hato no su“. Ich mag zwar keine Tauben, entschied mich aber letztendlich doch wieder an den Tamagawa zu fahren.
Der Tamagawa ist übrigens eine wichtige Quelle für die Trinkwasserversorgung Tokyos, weshalb das Gebiet um ihn in Tokyo eingemeindet wurde.
Ich war heute also in Tokyo unterwegs!
Letztes Jahr war ich mit der JDG ja nach Sawai bzw. Mitake gefahren und wusste daher, dass mich sehr schöne Natur erwarten könnte..
Hatonosu liegt kurz vor der Endstation der Ōme-Linie und ist für mich einigermaßen leicht zu erreichen. Auch wenn die Fahrt ewig zu dauern schien.
Kam mir letztes Mal irgendwie nicht so vor und dabei hatte ich in Tachikawa schon den Express erwischt..
Um 10h fuhr ich also los und war geschätzt zwischen 12h und halb 1 Uhr an meinem ersten Ziel.
Vom Bahnhof aus wollte ich natürlich gleich zum Fluß und nahm die erste Treppe, die ich fand. Barbeque-Platz hörte sich auch irgendwie an, als wäre das am Fluß. Leider endete ich in einer Sackgasse und blickte sehnsüchtig über ein leeres Grundstück hinweg zu einer Brücke, auf die ich gerne gegangen wäre.
Von der anderen Seite blickte mir ein Pärchen entgegen, das genauso gestrandet aussah wie ich. Das fand die Frau auch, denn wir blickten uns an und fingen beide an zu lachen.
Ich nickte ihnen nochmal zu und drehte um.
Kurz darauf entdeckte ich den richtigen Weg zum Wasserfall, Fluss und noch einem Wasserfall und der Brücke.
Auf der anderen Seite der Brücke begann ein Wanderweg, nur leider in die falsche Richtung. Aber dort fand ich eine Karte, die mich nun bis nach Mitake begleiten sollte.

Dies war nämlich mein Plan für diesen Tag, von Hatonosu bis nach Mitake möglichst am Tamagawa entlang laufen!








Mehr Vorbereitung habe ich mir dieses Mal nicht gegönnt. Keine Karten auf dem Handy, keine Wegbeschreibungen, nichts.
Da kam mir die Karte ganz gelegen, denn sie zeigte einen Wanderweg zumindest bis Kori.
Hier kamen mir unglaublich viele Wanderer entgegen und ich erlebte das typische „Konnichi wa“ zum ersten Mal am eigenen Leib.
Die Leute haben aber sicher hinter meinem Rücken etwas geschmunzelt. Ich war in Jeans und Sneaker unterwegs, hatte die Hosentaschen voller Kameras und meine große um den Hals hängen..
Aber sie dachten ja auch, ich wolle bis zum 御岳山 – Mount Mitake (beachtet die Schreibweise! Bahnhof und Berg unterscheiden sich!) und nicht einfach nur zum Bahnhof von Mitake. Der Weg zum Berg ist nämlich um einiges länger und beschwerlicher..
Fast hätte ich auch meine Abzweigung verpasst und wäre wirklich Richtung Berg gelaufen. Aber was ein Pfadfinder ist, lässt sich doch nicht lumpen!
Ich war auf jeden Fall sehr erleichtert als von der seltsamen Bergstraße, die ins Nichts zu führen schien und auf der mir auch niemand mehr entgegen kam, doch mein Wanderweg abzweigte..
Hier kamen mir auch einige Leute entgegen, die mir noch unpassender gekleidet schienen als ich. Unter anderem eine junge Frau in Ballerinas und Seidenstrümpfen. Aber nun gut.. Manche Japanerinnen steigen ja auch in Stöckelschuhen auf einen Berg.
Zwei Mal bin ich übrigens vom Weg gegangen und habe mich ins Unterholz geschlagen um Fotos vom Fluss zu machen. Ich konnte mich einfach nicht beherrschen..
Und die ganze Zeit war ich einfach nur froh in der Natur zu sein und Herbstfärbung bestaunen zu dürfen. Von Pflanzen und Natur bekomme ich wirklich nie genug. Obwohl ich täglich mit Pflanzen zu tun habe, brauche ich an meinen freien Tagen trotzdem meine Dosis..






Wasabi!!


Ab 古里 – Kori ging es dann leider an der großen Straße entlang, aber vorher verabschiedete mich noch eine dreifarbige Glückskatze ganz lieb. Zuerst maunzte sie mich nur an, dann strich sie mir um die Beine. Damit hat sie mich doch kleinbekommen und ich streichelte sie ein bisschen. Irgendwann riss ich mich aber los und sie begleitete mich noch bis zur Straßenecke.
Auf dem Weg gab es einige Spots, die ich schon von der Bahn aus gesehen hatte und unbedingt fotografieren wollte. Aber auch einige nicht geplante wunderschöne Ansichten überraschten mich!
Sowie ein Seven Eleven, bei dem ich meinen geliebten Kaffee kaufen konnte und ein wenig zu Essen. Denn bis dahin hatte ich nur 3 Musubi (Onigiri) gegessen.. Auch füllte ich meine Wasservorräte auf. Ich trinke auf solchen Touren immer zu wenig!
Weiter ging’s zur nächsten Etappe, von 川井 – Kawai bis nach Mitake.
Weiterhin an der großen Straße entlang bis zur 大正橋 – Taishōbashi. Hier konnte ich den wohl schönsten Ausblick des Tages genießen. Dank eines Onsen..








Da es ab hier auch keinen Pseudo-Gehweg mehr gab, bin ich auf der Seite des Flusses geblieben und entdeckte so einen Weg, der direkt unten am Fluß entlang führte. Ich ergriff die nächstbeste Gelegenheit um nach unten zu gehen. Über eine interessant-unheimliche Treppe eines Soba-Restaurants.
Dort endete auch das Gelände eines Angelplatzes. Ich kannte diese Art von Plätzen ja schon aus Nagano. Dieser ist allerdings größer und ich weiß auch nicht, ob man extra Fische ins Becken geworfen bekommt. Auf jeden Fall sind diese Plätze nett, weil man die Fische dort auch gleich ausnehmen und grillen kann! Eine tolle Freizeitgestaltung für Familien.
Der Weg nach Mitake war jetzt einfach nur noch herrlich! Die Sonne war schon hinter den Bergen verschwunden und es begann schummrig zu werden. Trotzdem waren noch einige Menschen unterwegs. Aber nie so viele, dass sie störend gewirkt oder ständig im Bild gestanden hätten.
Ich konnte Kletterer beobachten, BMXler, Kajakfahrer.. Einfach super! Außerdem machte meine kleine Kamera eine Zeitlang mit Blitz sehr intensive Herbstfärbungsbilder.. Aber auch das iPhone lief zur Hochform auf!
Was dazu führte, dass ich auf dem Home-Bildschirm ein neues Hintergrundbild habe.
Ein wenig traurig war ich nur, dass ich alleine unterwegs war. So konnte ich mich mit niemandem sofort über diese wunderschöne Landschaft auslassen.
Ich sollte anfangen diese Touren nicht ganz so kurzfristig zu planen und einfach alle Leute einladen, die ich kenne..
Verabschiedet wurde ich schließlich von einem wunderschön beleuchteten Ginkgobaum und einem Kaffee von Seven Eleven. In Mitake gibt es nämlich auch einen, den kannte ich schon von meinem letzten Besuch..



Übrigens haben auch die Seven Elevens in dieser Pampa 7Spot. Nur der eine, in dessen Nähe ich momentan arbeite, hat es immer noch nicht.. Dafür war er der erste in Asaka mit 100¥ Kaffee..
Um kurz nach 5h nahm ich den Holidayexpress zurück Richtung Tōkyō. Ärgerlich nur, dass er nur in Kokubunji hält und nicht Nishi-Kokubunji. So musste ich nochmal umsteigen. Machte aber nichts, ich bekam einen Sitzplatz. In der nächsten Bahn auch, das ist nach solchen Wandertagen immer eine Erleichterung.
In Asaka war ich dann gegen halb 7h und aß noch schnell Abendessen bei einem Katsudon-Laden, den ich häufiger besuche wenn ich in dieser Gegend von Asaka ankomme.
Ich mag Kita-Asaka und Asakadai nicht sonderlich und kenne deshalb keine wirklich guten Restaurants, sollte es überhaupt welche geben..

Bleibt mir nur eins zu sagen, ich liebe den Tamagawa und die Gegend um Ōme! Ein wundervolles Gebiet um mal zu entspannen und auch meistens nicht zu überlaufen.
Liebe Familie, solltet ihr mich mal zu dieser Jahreszeit besuchen, macht euch darauf gefasst, dass ihr mit mir nach Ōme müsst!

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4 Gedanken zu “Vom Taubennest zum schönen Berg – 鳩ノ巣から御嶽まで

  1. oh da war ich doch auch schon mal, glaube ich.

    Mensch, hät ich gar nicht extra nach Shikoku fahren brauchen. Schluchten gibts auch in Tokyo.

  2. da würd ich mich doch sehr freuen, allein die Bilder machen schon Lust sich das ganze mal in natura anzusehen

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