鎌倉のお寺パート3 – Die Tempel von Kamakura Teil 3

Dieser Ausflug war zugegebenermaßen etwas unorganisiert und ich bin auch erst sehr spät aus dem Haus gekommen.
So war ich erst gegen 13h in Kamakura.
Eigentlich wollte ich als erstes in die Touristeninformation gehen und mir eine Karte mit allen größeren Tempeln und Schreinen geben lassen um dann meinen Weg zu planen.
Die Touristeninformation habe ich aber leider erst auf dem Rückweg gefunden..
Eine ungefähre Richtung hatte ich aber. Ich wollte zum 瑞泉寺 – Zuisen-ji, dem „Blumen-Tempel“.
Am liebsten wäre ich von dort den Tenen-Hiking Trail gelaufen, aber ich hatte vorher im Internet gelesen, dass jemand 5 Stunden dafür gebraucht hat. Dann hätte ich den schlimmsten Abstieg im Dunkeln machen müssen und so muss ich dieses Vorhaben mal wieder verschieben.
Ich machte mich aber erstmal auf den Weg zum Hachimangu Schrein um dort nach rechts Richtung Zuisen-ji abzubiegen.

Auf dem Weg sah ich unglaublich viele Frauen in Kimono in Begleitung ihrer ebenfalls in Kimono unglaublich herausgeputzten Töchter und dem Rest der Familie. In mir wuchs ein Verdacht..
Im Hachimangu Schrein nutzte ich dann die Gelegenheit und fragte den Großvater eines Mädchens, das gerade für Fotos posieren musste, „Ist heute 7-5-3?“ „Ja, heute ist 7-5-3.“ kam die Antwort.
Deshalb diese unglaublichen Mengen an Kimono.

Ein Stückchen weiter gab es einige Schaustücke einer Gartenausstellung, ähnlich der Gardening Show im Hibiya Park.

Am anderen Ende des Geländes erwarteten mich einige Wegweiser zu Tempeln und Grabstätten und Schreinen. Da ich ja nur eine grobe Richtung hatte, in die ich wollte, dachte ich mir, ich könnte ebenso gut Wegweisern folgen solange sie in die etwa gewollte Richtung wiesen.
Gesagt, getan. Zuerst führte mich mein Weg zu Grabstätten einiger wichtiger Persönlichkeiten aus der Zeit des Kamakura-Shogunats (u.a. 源頼朝 – Minamoto Yoritomo, 北条義時 – Hojo Yoshitoki (bei Wikipedia ist übrigens ein Kanji falsch..)). Viel war nicht übrig geblieben. Eigentlich nur Tafeln mit der Aufschrift „Hier befand sich mal..“.


Weiter ging es zu einem sehr schönen kleinen Schrein (荏柄天神社 – Egaratenjin-sha) mit zwei wunderschönen Bäumen vor dem zweiten Torii und einem gewaltigen Ginkgo – leider weiblich..
Leider fing es hier auch zu regnen an. Zwar hatte ich vorher schon den ein oder anderen winzigen Tropfen abbekommen, aber jetzt begann es richtig zu schütten. Machte mir aber nicht so viel, ich hockte mich für einen Moment unter das Dach des Torii und der angrenzenden Mauer und genoss den Blick auf das im Regen rot glänzende Gebäude des Schreins.
Als ich aufbrach, regnete es schon kaum noch.


Nach einem kurzen Abstecher zum 鎌倉宮 – Kamakuragū, wo 7-5-3 groß gefeiert wird, konnte ich meinen Regenschirm ganz wegstecken. Vorher hatte ich noch ein wenig Angst um den Inhalt meines Rucksacks.

Auf dem Weg zum Zuisen-ji kam ich noch an dem früheren Gelände des 永福寺 – Yōfuku-ji vorbei, das die Stadt Stück für Stück zurück gekauft hatte und mit Ausgrabungen begonnen hat. Die Hauptgebäude und den Garten mit Teich können sie schon rekonstruieren.

Vom Zuisen-ji hatte ich schon ein wenig bei Real Japanese Gardens gelesen, aber natürlich alles wieder vergessen. Das einzige, das mir noch im Kopf geblieben war, war „flower temple“.
Und das stimmt auch. Schon im Eingangsbereich gibt es große Flächen mit Stauden. Und auch wenn man den eigentlichen Tempel betritt, finden sich überall Staudenbeete unter alten Pflaumenbäumen.

In dieser späten Jahreszeit gibt es jedoch nicht so viel zu sehen, da ist die Zeit meines letzten Besuches in Kamakura denke ich besser.
Etwas Besonders ist der Garten mit dem Teich hinter den Gebäuden.
Es ist der einzige erhaltene Garten in Kamakura aus der Kamakura-Zeit (1185-1333).
Er besteht aus einem Teich mit Insel, zwei Brücken und einer großen Höhle und wurde direkt aus dem Fels gehauen. Entworfen wurde er von Muso Soseki, der viele berühmte Gärten geplant hat, unter anderem den berühmten Garten des Ryoan-ji in Kyoto.
Der Teich speist sich aus einer natürlichen Quelle.
Die Höhle dient, wie viele andere Höhlen in Tempeln auch, der Meditation.
Der Garten des Zuisen-ji sollte eher als Steingarten aufgefasst werden, denn es gibt keine Pflanzen in ihm.

So ist der Zuisen-ji also auch ein Tempel der Widersprüche. Zum einen ist er der „Blumen Tempel“, zum anderen hat er einen historisch bedeutenden Steingarten, wie man ihn so nicht oft zu Gesicht bekommt.







Nach dem Zuisen-ji ging es gezwungenermaßen zurück zum Kamakuragū und von dort noch kurz zum 覚園寺 – Kakuon-ji.
Dieser Tempel wurde von einem gewissen Hojo Yoshitoki gebaut, dessen Grab ich am Anfang besucht hatte.
Eigentlich ist der Tempel wohl nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber es gab irgendeine Festivität, von der gerade die ganzen Utensilien abgeholt wurden und das Tor stand offen..
Und ich als Ausländerin, die keine Kanji lesen kann, bin natürlich einfach mal durch spaziert. Erst kurz vor dem Ende des Geländes wurde ich von einem Ansässigen zurück geschickt, aber da hatte ich eigentlich schon alles gesehen.
Das alte Hauptgebäude ist zwar nett, aber richtig toll sah die Höhle aus! Leider war es schon recht dunkel, weshalb alle Bilder schlecht geworden sind. (Wie sowieso die meisten dieses Tages..)
Ganz toll war auch noch die gewaltige マキ!
(Später habe ich im Internet gelesen, dass man für 300 Yen zu jeder vollen Stunde an einer Führung teilnehmen kann..)



Nachdem ich aber das Gelände verlassen musste, fuhr ich schon zurück zum Bahnhof.
Ja, richtig. Ich fuhr! Normalerweise laufe ich immer alle Strecken, aber es war schon so spät, dass ich erst im Dunkeln am Bahnhof angekommen wäre, darauf hatte ich keine Lust. Außerdem war ich müde und meine Füße waren leicht feucht vom Regen..
Am Bahnhof kaufte ich noch schnell eine kleine Portion Pommes bei Mc Donalds. Ich habe festgestellt, dass sie hier äußerst gut schmecken! Ich wollte sie in der Bahn essen. Ganz böse, denn das vermeidet man normalerweise. Aber ich bin ja nicht umsonst Ausländerin.. Im Bahnhof entdeckte ich dann doch noch die Touristeninformation, ließ mir kurz vor Feierabend noch schnell eine Karte geben und entdeckte eine interessante Werbung, der ich nächstes Mal nachgehen muß – freies Wifi nur für Touristen! Ich bin gespannt was sich dahinter verbirgt..


Und wieder mit Karte der Route, die ich gelaufen bin. Dieses Mal jedoch wieder ohne Bilder, davon habt ihr ja im Beitrag genug ^_-

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2 Gedanken zu “鎌倉のお寺パート3 – Die Tempel von Kamakura Teil 3

    • Ich kenne nicht die genauen Regeln… Da es kein offizieller Feiertag ist, wird es auf ein nahes Wochenende gelegt.
      Warum die Wahl bei den Leuten auf das Letzte und nicht das kommende Wochenende gefallen ist, keine Ahnung ^^;;

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