Tokyo Design Festa vol. 38 und Lock up

Ich war dieses Wochenende so lustlos..
Ganz anders als ich es sonst bin.. Aber nun ja, es kommen sicher auch wieder andere Tage..

Am 3. November ist in Japan „Bunka no Hi“ – Tag der Kultur und ein Feiertag. Und weil der auf den Sonntag gefallen ist, gab es zum Ausgleich am Montag frei. Ein äußerst nettes System! Ich hätte also eigentlich ein 3 – Tage Wochenende gehabt, entschied mich aber am Samstag meinen Kollegen zu helfen, die außerplanmäßig arbeiteten um einen Auftrag zu beenden.
So hatte ich nur ein normales Wochenende, zwei Tage frei.


Auf dem Weg.. Ginza..

Am Sonntag wollte ich zur Design Festa. Ich war schon letztes Mal total begeistert, weil es dort so wunderschöne Sachen zu bestaunen gibt! Es ist eine Möglichkeit für Kunsthandwerker aller Art dort ihre selbstgemachten Dinge zu verkaufen.
Was auch immer dann ein Händler mit Plastik- oder Glaskristallen dort zu suchen hatte.. Ein bisschen unfair denjenigen gegenüber, die bei der Standverlosung leer ausgegangen waren, aber was soll’s, Kunden hatte er genug.
Etwas anderes, das mir übel aufgestoßen ist, war der Stand mit den in Alkohol eingelegten Hundewelpen, der auch in drei Teile geschnittene Hamster anbot, deren Teile man lustig gegeneinander verschieben konnte.
Und ja, es waren wirklich mal echte Tiere! Ich habe nichts gegen ausgestopfte Tiere, auch wenn ich sie nicht mag. Aber so etwas auf einer Messe anzubieten.. Da stößt es mir doch irgendwie auf.. Vor allem weil es sich hierbei sicher nicht um von selbst gestorbene oder überfahrene Tiere handelte..
Aber nun gut, ich bin schnell dran vorbei gegangen und möchte jetzt lieber nicht mehr an die Bilder zurück denken, deshalb habe ich auch keine Fotos gemacht.

Ein Highlight waren wieder die riesigen Wände, auf denen Künstler live gemalt haben.
Ich habe auch wieder so viele schöne Bilder entdeckt.. Vor allem eins hat mich besonders angesprochen. Ein relativ kleinformatiges Bild eines blauen Himmels mit weißen Wolken. Es war das einzige Bild des Künstlerteams, das mir gefallen hat^^;;
Ansonsten spricht mich auch immer Schmuck an, der auf Antik oder Steamfantasy getrimmt ist. Da gibt es ebenfalls immer wundervolle Sachen.
Und die Maskottchen! Kumamushi-san habe ich dieses Mal leider nicht wiedergesehen, aber ihn verfolge ich ja auf Facebook. Dafür habe ich das Onegai Kaeru Team wieder besucht. Im Vergleich zum letzten Mal haben sie sich unglaublich verbessert.
Es gab einige neue Designs und Dinge zu bestaunen. Die Baretts gefielen mir sehr, aber ich würde so etwas nicht tragen.. Dafür habe ich auf die Flügel-Ohrringe geschielt, ebenso wie auf die rosa Tasche mit Zahnmotiv.
Die Schnecken-Handystraps fand ich auch sehr verführerisch, aber durch mein selbstauferlegtes Kaufverbot für jeglichen Schnickschnack, den ich eigentlich nicht brauche, bin ich mit fast leeren Händen wieder gegangen. Ein Team-Member hat mir nämlich zum Abschied einen Button geschenkt. Ich durfte mir einen aussuchen und habe mich für toothie entschieden. Mir gefallen die Pastelltöne.. Jetzt laufe ich damit Werbung und vielleicht wird ja so noch der eine oder andere auf die Sachen von Onegai Kaeru aufmerksam.



Nach relativ kurzer Zeit bin ich aber schon wieder gen Heimat aufgebrochen, obwohl man eigentlich mehr als einen Tag auf der Design Festa verbringen kann.
Aber wie schon geschrieben, Dieses Wochenende war nicht so meins..
Auf dem Weg zur U-Bahn (den Hinweg habe ich mit dem Bus bestritten), bin ich noch an einer Tanzveranstaltung vorbei gekommen.
Ich vergesse immer die Namen der Tänze, aber auf dem Asakasaikasai (dem großen Sommer Matsuri in Asaka) kann man sie auch bestaunen.
Ganz verblüfft war ich, als ich in der einen Truppe eine Ausländerin entdeckte. Aber warum nicht, das ist ein sehr nettes Hobby für einen Auslandsaufenthalt. Man lernt dort sicher unglaublich viele nette Menschen kennen, betätigt sich sportlich und integriert sich. Wenn ich tanzen mögen würde, wäre es sicher auch ein Hobby für mich.

An diesem Tag tat ich dann nichts mehr außer etwas bei Starbucks rumzusitzen, T. mit Arbeit zu nerven (Entschuldigung nochmal dafür m(_ _)m ) und etwas Kanji zu üben.

Der Montag wurde dann nicht besser, eher schlimmer. Ich gammelte den ganzen Tag nur in meinem Zimmer rum und wartete darauf, dass es endlich Abend werden würde und ich nach Ikebukuro zur 女子会 – Joshikai – Frauenparty fahren könnte.
In einigen Restaurants gibt es spezielle Joshikai-Angebote und die wollten wir doch mal nutzen! So trafen sich 8 deutsche Frauen zum gemütlichen Schwatzen, Trinken und Essen!
Naja, gemütlich war es nicht unbedingt.. Aber um das zu verstehen muss ich das Lock up wohl beschreiben. Außer einer A. (wir waren drei Stück) wusste wohl keiner wirklich was auf uns zukommen würde.
Oder doch? War C. oder S. schon in einem in Osaka gewesen?
Ist ja auch egal.. Auf jeden Fall ist das Lock up ein Event-Restaurant.
Am Eingang erwarteten mich schon einige Spinnen, was mir gar nicht passte. Dann ging es durch ein dunkles Labyrinth bis zum Eingang, wo wir trotz Reservierung und unglaublich vieler freier Tische warten mussten.
Das kam wohl daher, dass sie nur eine Polizistin da hatten um die Besucher mit Handschellen in ihre Zellen abzuführen. Eine äußerst lustlose Polizistin obendrein.
Wir spekulierten, dass sie „nur“ so um die 1000¥ pro Stunde bekommen könnte. Durchaus ein Nebenjob, den ich in Erwägung ziehen könnte..
Als wir endlich an der Reihe waren, wurde T. in Handschellen zu unserem Tisch geführt. Ja, wir bekamen leider keine Zelle, sondern nur einen langweiligen und schmucklosen Tisch mit großem Loch in der Wand, das wenigstens noch für Spaß von 7 Personen sorgte und einer von uns sehr übel aufstieß.
Wir wurden an unserem Tisch sitzen gelassen mit der Auskunft, das Menü für All-you-can-eat-and-drink würde gleich kommen.
Das dauerte allerdings doch eine Weile und wurde uns dann von einer Person überbracht, die erstmal für eine Diskussion sorgte, ob sie männlich oder weiblich sei. In deren Beisein. Allerdings auf Deutsch.
Die Karten waren also endlich da und damit auch die Regeln.
Immer nur 8 Gerichte zur Zeit auf dem Tisch. Wenn nicht alles aufgegessen wird, muss man Strafe zahlen! Ein sehr sympathisches System!
Spezielle Drinks kosten 300¥ extra, aber die Auswahl an normalen war groß genug.
Das Essensmenü bestand aus verschiedenen Snacks wie Nachos, Takoyaki, Pizza, verschiedenen Salaten, Camembert usw. Erstaunlich übrigens, dass ich nicht die Einzige war, die sofort zum Käse schielte.. So ziemlich alle anderen leiden ebenfalls unter dem mangelhaften Angebot und den überteuerten Preisen in Japan.
Das Essen war durchaus schmackhaft und es gab noch ungefragt Appetizer. Lachs mit Dressing, salziges Popcorn und Kartoffelchips. Also die Chips waren gut..
Um 21h änderte sich dann plötzlich die Musik und das Licht ging aus. Nur noch Schwarzlicht erhellte das Ambiente und es war interessant zu sehen was so alles leuchtete.. A.s Haare, die Pommes..
Und dann kam die Durchsage: Die Monster sind los!!!
Oh mein Gott! Haben wir uns gefürchtet! Die armen Angestellten, sie taten mir ein wenig leid.. Denn obwohl wir 8 Mädels waren haben wir nicht geschrien. Im Gegenteil, wir haben uns sogar bewaffnet.. Eben deutsche Frauen. Nur das erwähnte Loch sorgte für einen Aufschrei, aber nicht weil plötzlich ein Monster daraus hervor kam. Es ist nicht nett andere zu verarschen..
Gegen 22h war unser All-you-can Gelage dann vorbei. In Japan sind solche Angebote immer zeitlich begrenzt und 3 Stunden sind schon sehr viel.
Im Fahrstuhl stand dann ein einsamer Japaner und es tat uns ein wenig leid, dass er nun mit so vielen Ausländerinnen eingesperrt war. Dabei haben wir uns überlegt, dass so ein Deutschenaufkommen bestimmt recht selten ist.
Es sollen nur so um die 3000 Deutsche in Japan leben. Der Japaner stand also, wenn meine Kalkulation richtig ist -und ich stand in Mathe immer auf 4- mit etwa einem Viertel von 1% aller Deutschen in Japan im Aufzug.
Zum Schluß wurden noch プリクラs gemacht. Meine ersten seit 7? Jahren! Aber sie machen die Haut so schön, ich möchte ab jetzt bitte alle meine offiziellen Fotos im Purikuraautomaten machen!
Und damit endete dieses Wochenende und ich startete etwas unausgeschlafen in die neue Woche.

Entschuldigung für die mehr als miese Qualität. Mein iPhone mag keine Dunkelheit..

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7 Gedanken zu “Tokyo Design Festa vol. 38 und Lock up

    • Naja, viel verpasst hast du nicht^^;; Wobei es in Begleitung von Japanerinnen sicher sehr lustig werden kann..
      Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie viele wir sind (werden gefühlt ja auch immer mehr^^) und habe mich da mal auf eine in den Raum geworfene Aussage anderer verlassen^^

    • Es waren wohl mal 5000, aber nach dem Erdbeben sind viele nicht zurückgekommen. Habe gehört, dass wir jetzt nur noch so um die 3000 sind. Aber wer weiß, vielleicht sind die ja jetzt alle inzwischen wieder da?

      • Das hieße ja, dass fast jeder zweite gegangen ist, das kann ich mir eigentlich schlecht vorstellen, kenne aber auch nicht alle Zahlen.

      • Gibt es da noch keine aktuellen Zahlen? Von der Botschaft oder so?
        Jetzt interessiert es mich ja doch mal^^

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