[„Kurz“ notiert:] Urlaub in Japan (Obon)

In Japan gibt es drei große Urlaub-Saisons.
Im Mai, im August und zu Neujahr.

Heute ist mein erster Tag der 夏休み (Natsuyasumi), der Sommerferien.
Der Großteil der Japaner hat zu dieser Zeit frei, was teilweise zu Rudelwanderungen führt.
Wer verreisen möchte, muss früh buchen. Hotels sind ausgebucht, Züge und Flugzeuge voll.. Nur die in Tokyo Verbliebenen freuen sich darüber, wie leer die Stadt jetzt doch ist. Man sollte sich davon aber nicht täuschen lassen, Tokyo ist immer noch sehr voll..

Die Sommerferien finden immer zu Obon statt. (Zum Obon von Tokyo. Manche Orte in Japan feiern Obon schon im Juli.)
Obon ist die Zeit, in der die verstorbenen Ahnen wieder ins Haus zurückkehren um ein paar Tage bei ihren Verwandten zu wohnen.
Hier in Tokyo und Umland ist das vom 13.8. bis zum 16.8. der Fall.
Als Vorbereitung auf diese Tage wird der Hausaltar herausgeputzt und der Friedhof gesäubert.
Ich als Gärtnerin war vorher sehr oft im Tempel. Habe Unkraut gezogen, auch auf dem Friedhof, gegen Unkraut auf dem Friedhof gespritzt, Büsche geschnitten und auch so alles hübsch gemacht.

Dann werden rund um Obon auch die ganzen Totenfeiern abgehalten. In meinem Beitrag über Hamamatsu habe ich erwähnt, dass ich einer 23回忌 beigewohnt habe.
Das ist die Feier zum 22. Todestag einer Person.
Es gibt noch mehrere Todestage, die gefeiert werden, aber diese war die erste, die ich erlebt habe.
Dazu kam ein Mönch ins Haus und hat vor dem Hausaltar Sutren rezitiert. Darauf hin ging es zum Grab der Person und weiter in den Tempel.
Immer begleitet von Sutren und Klangschalen.
Und dem Duft eines Holzes, das verbrannt wurde.
Weitere besondere Todestage sind: 1,3,7,13,17,23,25,27,33,37,50
Fast nur Primzahlen, interessant..

Bild von Wiki-Commons

Um Obon herum finden außerdem überall die „Bon Odori“ statt, traditionelle Tänze. Jeder kann sich hier einreihen und mittanzen. Das habe ich letztes Jahr auch gemacht.
Dabei steht in der Mitte des Festplatzes ein Turm mit einer großen Trommel. Um die Trommel herum tanzen die „Vortänzerinnen“. Unten tanzen dann alle das, was die „Vortänzerinnen“ vormachen.

Bild von Wiki-Commons

Ein anderes traditionelles Schauspiel findet am letzten Tag von Obon statt. Um die Seelen der Verstorbenen zurückzugeleiten, werden auf Flüssen ganz viele Laternenschiffe schwimmen gelassen.
Das bietet in manchen Gebieten einen wunderschönen Anblick.

Eine kleine, wildwachsende, Hozuki-Pflanze.
Eine kleine, wildwachsende, Hōzuki-Pflanze.

Mit Obon verbindet man außerdem auch eine Pflanze, ホオズキ – Hōzuki bzw. Physalis alkekengi var. franchetii, die Lampionblume.
Es bezieht sich auf den Brauch mit den Laternen, weil die Fruchthüllen von Physalis wie eine Laterne aussehen, führen sie die Verstorbenen zum Hausaltar. Er wird mit Hōzuki dekoriert.
In Tokyo gibt es auch mehrere Hōzuki Feste. Das Bekannteste ist im Sensōji Tempel in Asakusa, das jedes Jahr am 9. und 10. Juli stattfindet.
Ein anderes Fest ist in Kagurazaka.

Mein Sommerurlaub ist vom 13.8. bis zum 17.8.
Am 18. werde ich schon wieder arbeiten.
Dann heißt es warten bis Neujahr!

Auch hier hat der normale Arbeiter eine Woche frei, ca. ab dem 29.12. bis zum 3. oder 4. Januar.
Selbstverständlich gibt es auch zu Neujahr Traditionen, ich berichtete hier darüber.
Ich werde jetzt aber meine 5 freien Tage genießen!
Macht’s gut!

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2 Gedanken zu “[„Kurz“ notiert:] Urlaub in Japan (Obon)

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