旧芝離宮恩賜庭園とイタリア公園 – Kyu-Shibarikyu und der italienische Park

Ich besuchte den Kyu-Shiba-rikyu nun zum zweiten Mal.
Das erste Mal war im Januar und er wirkte noch ein wenig winterlich.
Dieses Mal war er nun selbstverständlich schon komplett grün und wirkte dadurch gleich ganz anders.



Der Kyu-Shiba-rikyu ist bekannt für seine Steinsetzungen und die Paeonien.
Die ersten blühenden Paeonien habe ich im Januar gesehen, jetzt im Mai die letzten.
Die Hauptblüte liegt dazwischen und der Paeonien-Hügel muß dann einen wirklich schönen Anblick bieten.
Jetzt blühten noch die Satsuki, die Azaleen.
Ich habe schon gelesen, dass in Japan in den Gärten die Blüten von Hand reduziert werden um ein schöneres Bild zu bekommen.
Hier kann ich sagen, dass die Gärtner genug mit den Kiefern zu tun hatten um auch noch die Blüten der vielen Azaleen auszudünnen.
Was ihr seht ist die natürliche Blüte.



Auch hier wollte ich, wie schon im Hama-rikyu, vor allem die Teile des Garten ansehen, die ich beim letzten Besuch nicht sehen konnte.
Also ging ich zuerst in den hinteren Teil, weg vom Wasser.
Dort befindet sich eine kleine Gehölzsammlung, der Paeonienhügel und die sogenannte Rasenfläche.
Hier findet man auch den Teil des Gartens, der nicht besonders herausgeputzt ist. Diese Bereiche finde ich persönlich besonders interessant, weil man sie nie auf Bildern zu sehen bekommt.
Genau dort fingen auch die Uekiyasan mit dem ミドリ摘み (Midoritsumi) an. Sie gingen systematisch die Kiefern an, bei denen im Moment die neuen Triebspitzen geschnitten werden.
Bei einem Seminar hatte ich genau dies schon einmal gelernt, musste aber feststellen, dass in Japan doch etwas anders gearbeitet wird. Sie werden viel radikaler geschnitten als ich es gelernt habe.
Da Kiefern zwei Mal im Jahr bearbeitet werden, sollten jetzt eigentlich ausschließlich die neuen Triebe eingekürzt werden.
Im Herbst werden dann alte Nadeln entfernt.



Ich ging außerdem auf den Aussichtshügel und lief noch einmal komplett um den See und über die Brücken. Ich genoss den Anblick der Satsuki und den Ausblick auf den Tokyotower und die benachbarten Hochhäuser. Etwas, das mich sehr fasziniert ist dieser Kontrast zwischen den Ruhe vermittelnden japanischen Gärten und der Moderne der wachsenden Stadt. Ich kann mich daran nie satt sehen, weshalb ich wohl auch den Hama-rikyu so liebe.
Ein wenig Zeit verbrachte ich noch auf einer Bank mit meinem Buch, bevor ich zu Fuß nach Shinbashi aufbrach.

Eine wirklich faszinierende Wurzel..
Da bekommt das Wort „Schildkröteninsel“ eine ganz neue Bedeutung..




Den Weg dorthin kann man komplett auf einem Fußweg oberhalb der Straße zurücklegen.
Nur ein kleines Stückchen läuft man beinahe „ebenerdig“ und genau dort befindet sich auch der „Italienische Garten„.
Ein kleines Fleckchen Ruhe zwischen zwei riesigen Hochhäusern.
Wenn man vom Kyu-Shiba-rikyu aus kommt, geht man zum Hauptgarten eine Treppe hinunter, die schön europäisch wirkt. Große Flächen davon sind zum Sitzen gedacht und die breiter angelegten Fugen sind mit Pflanzen wie zum Beispiel Rosmarin begrünt.
Die Baumscheiben sind mit Lavendel bepflanzt.



Für die übrige Bepflanzung wurden dann aber zum Großteil typische „japanische“ Pflanzen verwendet.
Der Hauptteil des italienischen Gartens bestand aus einer niedrigen Bux- oder Ilexhecke (ich erinnere mich nicht mehr), die den Garten in geometrische Teile teilte. Überall standen schicke weiße Damen und dienten den Krähen als Aussichtspunkt.
Dieser Garten ist nichts, das in einen Reiseführer aufgenommen werden müsste, aber durchaus nett anzuschauen, wenn man eh daran vorbei geht. Außerdem bietet die Treppe sich definitiv dazu an dort das Mittagessen in Form von Bentos zu genießen!

Auf dem weiteren Weg begegneten mir nur typische Wegbegleitbegrünungen und das ein oder andere (architektonisch) Interessante.


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