igs – Internationale Gartenschau Hamburg 2013

Am 26. April öffnete die Gartenschau ihre Tore, am 1. Mai bin ich nach Japan geflogen.
Selbstverständlich musste also ein Besuch der Gartenschau an einem der verbleibenden Tage sein.
So fuhr ich am 30. April nach Wilhelmsburg um mir das Gelände anzusehen.
Ich war sehr gespannt auf die verschiedenen Themenbereiche und wie diese umgesetzt worden sind. Meine bisherigen Gartenschau- bzw. Gartenausstellungserfahrungen sind sehr mau, ich kann sie nur mit der Landesgartenschau in Schwerin? Schleswig? vergleichen, von der ich überhaupt nicht angetan war..

Aber beginne ich mal von vorne..
In Wilhelmsburg am Bahnhof angekommen empfiehlt es sich vor allem auf den Boden zu schauen, denn während die Schilder doch recht klein ausfallen, sind auf dem Boden riesige Aufkleber mit Pfeilen Richtung Eingang angebracht.
Man geht über die neugemachte Brücke und muß nur noch über eine Ampel und schon ist man da.
Die Ampel ist übrigens sehr interessant! Die Fußgänger sind wie die der Ampeln Berlins gestaltet. Japaner, die sich für Deutschland interessieren, erzählen einem immer, dass es die Männchen mit Hut nur in Berlin und Japan gibt. Stimmt nicht mehr, es gibt sie nun in Japan, Berlin und Wilhelmsburg!

Vor dem Eingang stehen dann viele kleine grüne Containerchen, in denen sich die Kassen befinden. Als ich ankam, gegen halb 11 Uhr, war nur eine normale und eine Sonder-Kasse geöffnet. Deutsche stehen nicht gerne Schlange, weshalb die arme Kassiererin von jedem zweiten Kunden zu hören bekam, dass eine Kasse zu wenig sei.
Der Eingang an sich ist dann sehr modern. Man steckt die Karte in einen Leser und kann durch die Schranke gehen.
Ich ging als erstes in ein Zelt direkt am Eingang um mir einen Lageplan zu holen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass es ihn an der Kasse zur Karte dazu gibt. Hätte ich nicht mitbekommen, dass die Leute vor mir danach gefragt haben, hätte ich in dem Zelt niemals einen Informationsstand erwartet. Die Segel darum herum sind übrigens ziemlich gefährlich wie ich finde..
Sie sollen auf das Thema „Häfen der Welt“ einstimmen, aber wenn man versucht zwischen ihnen hindurchzugehen, bekommt man ab und zu gerne mal einen vor’s Schienbein, weil die Segel beweglich angebracht sind und sich gerne unerwartet im Wind drehen..
Als nächstes fiel mir die Wandbegrünung an der Schwimmhalle auf. In Japan bewundere ich immer wieder die begrünten Wände und musste nun, als ich diesen Versuch sah, doch herzlich lachen!
Natürlich wird diese Wand, wenn sie gut gepflegt wird, auch irgendwann nett aussehen. Aber ich glaube, bis dahin ist es noch ein weiter Weg!

Weiter ging es in den Häfen der Welt. Jedes Beet hat hier die Fläche eines regulären Containers. Sehr schön fand ich den asiatischen Garten. Nicht wegen der Gestaltung, sondern wegen des Moosersatzes. Von weitem sahen die Flächen wirklich wie von Moos bewachsen aus, aber von Nahem sah man, dass es sich dabei um eine Sedum-Mischung handelte. Wirklich äußerst gut gemacht!
Auch die Dünen und Holzwellen fand ich ganz nett und in der Saisonbepflanzung befand sich auch der ein oder andere Hingucker.
Die Blumenhallen mit den tropischen Pflanzen habe ich leider vergessen anzugucken..
So macht man es auf jeden Fall nicht!

Nach den Häfen der Welt bin ich nach rechts abgebogen und durch die Schrebergärten spaziert. Ich hoffe für die Leute dort, dass sie eine angemessene Entschädigung bekommen haben, mir würde es ja nicht gefallen, wenn jeden Tag haufenweise Besucher in meinen Garten gucken.
Sehr sympathisch fand ich da, dass vielen Schrebergärtnern die Eröffnung der igs egal war. Viele haben ihren Garten nicht vorher auf Vordermann gebracht, sondern ihn einfach verkrautet und ungeschnitten gelassen. Wunderbar!

Nun klapperte ich systematisch die linke Seite des Geländes ab bevor ich über die B75 ging um mir die andere Hälfte anzusehen.



Ein wenig enttäuscht war ich von den regionalen Kulturlandschaften, aber die Hängematten waren bequem!
Auf der Westseite sind die Wassergärten wirklich nett gemacht. Auch die extra angelegten kleinen naturnahen Tümpel sind sehr schön.

Der Park der Vereinten Nationen ist dagegen ein Witz! Dort haben sie das Gelände auch verkleinert, laut Karte hätte es noch weiter in den Norden reichen müssen.
Da das Gelände der igs später weiter als öffentlicher Park genutzt werden soll, hätte ich ein paar mehr, oder einen besseren Grillplatz wünschenswert gefunden. Ich habe nur zwei entdeckt. Einen Chicken-only Platz mit Kräuterbeet und Minigrills, auf denen man aber auch anderes Fleisch grillen kann solange man sein eigenes Grillrost mitbringt.
Die Grills sind ziemlich durchdacht angelegt. Unter jedem Platz gibt es gleich einen Auffangbehälter für die alte Kohle. Man muß nur den Schacht öffnen und schon ist man sie los.
Der zweite Grillplatz ist eher eine Zumutung.
Er befindet sich auf der Westseite des Parks.
Hier habe ich schon Damen-Geldbörsen gesehen, die größer waren als die Grillfläche. Die Grillroste eignen sich absolut nicht für den öffentlichen Einsatz, sie waren schon nach dieser kurzen Zeit komplett schwarz und verkrustet. Und auch die Kohleentsorgung war nicht so schön gelöst.
Es tut mir leid, diese Abschweifung musste sein, ich liebe es zu grillen..

Sehr interessant war dann auch noch der Buchgarten oder wie man es nennen will.. Quader und Co. aus Büchern zusammen geklebt. An ihnen konnte man erkennen, welche Bücher sich überhaupt nicht verkauften.. Die armen Autoren.. Aber sogar ein japanisches Buch habe ich entdeckt!

Eigentlich könnte ich noch viel mehr schreiben, denn es gab so viel zu entdecken, von dem es sich zu berichten lohnt. Aber ich belasse es jetzt mal dabei.
Denn ich möchte wieder von Japan berichten!
Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch bei den hohen Eintrittspreisen.
Allerdings sollte man sich ausreichend Getränke und Snacks mitnehmen, denn bei den Kioskpreisen fällt man um!

Man liest sich in Japan!





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