新宿御苑 – Shinjuku Gyoen

Am Sonntag wollte ich eigentlich einen entspannten Tag zu Hause verbringen.. Ein bisschen lernen, ein wenig recherchieren und nun ja..
Als ich dann aber zum Joggen rausging, konnte ich dem Wetter einfach nicht widerstehen.
Es war so ein herrlicher Tag, dass ich beschloss mit einer Decke und warmen Tee mein Lernen und die Recherche in einen Park zu verlegen.
Zuerst überlegte ich in den Rikugien zu fahren, entschied mich aber dagegen, weil er unpassend ist um sich gemütlich irgendwo in die Sonne zu setzen.
Blieben noch zwei große Parks übrig, der Yoyogipark und der Shinjuku Gyoen.
Was mich nun letztendlich bewog den Park zu wählen, der Eintritt kostet, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Vielleicht hatte ich mal Lust auf etwas anderes, in den Yoyogipark fahre ich ja sonst immer..
So nahm ich dann die U-Bahn bis zur Station Shinjuku-Sanchōme (新宿三丁目), zahlte den Eintritt von 200Yen und schnappte mir einen Lageplan.
Es gibt für jede Jahreszeit, vielleicht sogar für jeden Monat, einen neuen Lageplan. Denn auf diesem sind immer die Pflanzen verzeichnet, die gerade besonders sehenswert sind.
Bei mir waren es zum Beispiel Narzissen und Hamamelis, Christrosen und noch einige mehr.

Das letzte Mal als ich im Shinjuku Gyoen war, war Mai und ich hatte irgendwie nicht die Muße mich gründlicher mit dem Park zu befassen.. Ich habe damals nur kurz etwas gegessen, mich mit meinem an dem Tag gekauften Handy beschäftigt und den japanischen Garten besucht.
Dieses Mal nahm ich mir die Zeit mich gründlich umzusehen. (Das alles natürlich auf dem direkten Weg zur Wiese, wo ich fleißig sein wollte ^_-)
So entdeckte ich nicht nur blühende Zwiebelpflanzen und einen in einer dunklen Ecke strahlenden Bambus, sondern auch viele Informationsschilder. Es gibt dort nicht nur Namensschilder zu den Gehölzen, sondern auch spezielle Schilder, die zum Namenraten einladen.
Darauf sind Abbildungen von Blatt, Blüte und Frucht geprägt und es gibt einige Hinweise. Im oberen Bereich kann man es aufklappen und darunter findet man dann den Namen der Pflanze.
Ich finde diese Schilder richtig toll! Außerdem gibt es auch noch größere Informationstafeln zum Beispiel zu カエデ, verschiedenen Ahorn-Arten.

An der Wiese angekommen hatte ich nun etwa zwei Stunden Zeit um etwas zu tun. So breitete ich meine Plastikunterlage aus, darauf meine Decke, packte Tee und Kekse aus und machte es mir gemütlich.
Während ich anfangs fast alleine dort war, wurde es schließlich noch richtig voll. Viele Familien nutzen das schöne Wetter um in den Park zu gehen und die Wiese war voll mit lachenden und spielenden Kindern.
Trotzdem hatte ich immer noch das Gefühl der Ruhe und Entspanntheit. Ich kann nur immer wieder erwähnen: die Stimmung in japanischen Parks ist einfach toll!

Irgendwann musste ich aber doch weiter ziehen, denn ich wollte unbedingt noch das Schaugewächshaus ansehen. Das schließt aber zumindest im Winter schon sehr früh, nämlich um 15.30h.
Schon im Eingangsbereich fing ich an zu staunen. So einen großen Geweihfarn wie dort habe ich noch nie gesehen! Unglaublich..
Weiter ging es durch ein „Tor“ ins eigentliche Gewächshaus. Sehr viele Pflanzen, die dort wuchsen, kannte ich aus meiner Arbeitszeit aus den Gewächshäusern im Botanischen Garten Hamburg. Viele davon habe ich sogar selbst gepflegt.
Aber es macht doch einen wahnsinnigen Unterschied aus, ob die Pflanzen in Kübeln stehen oder ausgepflanzt sind und sich in der Höhe fast frei entfalten können!

Auf dem Rundweg sah man immer wieder Orchideen, die auf kleinen Podesten ausgestellt wurden. Hier muß man sie nicht in Vitrinen einschließen und so kann man die Blüten richtig genießen und fotografieren. Es war sowieso unglaublich wieviele Menschen das Gewächshaus besuchten und wieviele davon eine Kamera bei sich trugen. An bestimmten Stellen kam man gar nicht mehr durch, weil alle Menschen besondere Pflanzen oder Blüten betrachteten. Ich glaube von solchen Menschenmassen können viele Botanische Gärten in Deutschland nur träumen..

Bei besonderen Pflanzengruppen standen außerdem auch noch besonders große Infotafeln, die auf die Besonderheiten von ungefähr immer drei verschiedenen Pflanzen eingingen. Leider waren davon nicht immer alle in der unmittelbaren Umgebung, sondern man musste zum Teil etwas suchen. Die Vanille habe ich zum Beispiel überhaupt nicht gefunden.

Auch die Architektur des Gewächshauses war sehr interessant. So werden unterschiedliche Klimazonen über verschiedene Höhen und Wände erreicht. Die Wände fallen aber durch die raffinierte Gestaltung kaum auf. So hat man in einem Teil zum Beispiel einfach das Gefühl durch eine Schlucht zu gehen..
Mich konnte dieses Gewächshaus auf jeden Fall überzeugen. Gerne hätte ich jemanden, der dort arbeitet, dazu ausgefragt, aber es war Sonntag und ich konnte niemanden entdecken..




Als ich das Gewächshaus verließ, schloß ein Mann schon sämtliche Zugänge. Ich hatte also von der Zeit her gut geplant.
Eigentlich wollte ich nun noch zum japanischen Garten mit Teehaus (das in einem äußerst ungewöhnlichen Stil gebaut ist), aber ich blieb dann doch an einem anderen Teich mit zwei Tōrō hängen und bestaunte unterwegs was für unglaubliche Schäden der Schnee vom 14.1. an den Bäumen angerichtet hat.
Ich ging einen Weg entlang, bei dem ich mich wunderte, weshalb er überhaupt zugänglich war. Hoch über mir, bestimmt in 10m Höhe, hingen lauter abgebrochene Äste in den Kronen, kaum ein Baum war unversehrt. Wenn davon einer einem Besucher auf den Kopf fiele.. Als ich das Ende des Weges erreichte, sah ich dann aber doch zum Glück eine Absperrung.

Gegen 16h, eine halbe Stunde bevor der Park schloß, war ich immer noch so weit vom japanischen Garten entfernt, dass ich den Besuch auf das nächste Mal verschob. Denn ein nächstes Mal wird es sicherlich geben!
Der Park hat viele interessante Stilrichtungen zu bieten und ist so groß, dass man gar nicht alles bei einem Besuch entdecken kann!






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