大福寺と龍譚寺 – Daifuku-ji und Ryōtan-ji

Ich beginne mal mit dem Daifuku-ji. Er ist einer der fünf Tempel nördlich des Hamanako und liegt in Mikkabi, das zu Hamamatsu gehört. Mikkabi ist für seine Mikan bekannt und so findet man auch eine zur Tempel gehörende Mikan-Plantage.
Außerdem kann man hier eine spezielle Art von Natto kaufen (Hamanatto). Es handelt sich dabei nicht um die feuchten, fermentierten hellen Sojabohnen, sondern um trockene Schwarze. Diese Natto wurden dem Shogun als Geschenk gereicht und fanden so den Weg von Hamamatsu bis nach Edo und Kyoto.
Der Garten ist nicht öffentlich zugänglich, trotzdem durfte ich einen Blick darauf werfen.
Man findet in einer Ecke einen einfachen, sehr kleinen Karesansui Garten und an der Querseite des Wohnhauses einen Sansui Garten, der dadurch auffällt, dass es keine Gehölze gibt. Er besteht nur aus Gras, Steinen und Wasser. Solche Gärten bin ich nicht gewohnt und ich weiß auch noch nicht genau was ich davon halten soll. Wahrscheinlich gab es auch früher einmal Gehölze, nur sind diese irgendwann eingegangen und nie nachgepflanzt worden.
Ich werde noch länger über diesen Garten nachdenken müssen.


Der Garten des Ryōtan-ji dagegen ist sehr bekannt, da er von Kobori Enshu entworfen wurde, der auch für den Garten des Nijō-jō in Kyoto verantwortlich war.
Dieser Tempel ist daher auch kein kleiner lokaler Tempel wie der Daifuku-ji. Man kann sie absolut kikunogomonnicht miteinander vergleichen und sollte es auch nicht.
Als erstes fielen mir schon auf dem Weg zum Sōmon, dem Eingangstor, die Insignien (Kamon) des Kaiserhauses auf, eine Crysanthemenblüte mit 16 iiBlütenblättern. Ich war etwas verblüfft sie hier zu sehen. Allerdings klärte sich am Eingang, weshalb sie dort zu finden sind. Der Sohn eines Kaisers fiel in der Gegend in einer Schlacht und wurde im Ryōtan-ji bestattet. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Munenaga-shinnō. Im Tempel befindet sich zudem ein Bild des Kaiserpaares, wie es den Garten betrachtet.mitsubaaoi
Andere Insignien, die man dort findet sind die von Tokugawa und Ii (井伊).
Es gibt hier viele verschiedene Dinge zu entdecken. Einen alten Glockenturm (shōrō), einen kleinen Manryō-Wald (von uns auf den Namen マンリョウ森 getauft), die Tempel Gebäude, einen Friedhof und zusätzlich zum Sansui-Garten des Kobori Enshu auch noch ein einfacher Karesansui-Garten.
Wie übrigens auch das Nijō-jō hat der Ryōtan-ji ebenfalls einen sogenannten Nachtigallenboden (Uguisubari – 鴬張り). Also einen Boden, der bei jedem Schritt quietscht. Das sollte unter anderem dazu dienen, sich nähernde Feinde rechtzeitig zu hören. Weshalb so ein Boden in einem Tempel zu finden ist, muß ich noch herausfinden.
Obwohl es an den Füßen recht kalt war (man musste natürlich am Eingang die Schuhe ausziehen), verweilten wir beim Garten des Kobori Enshu. Dort liegen Kissen bereit und wenn sich Besucher nähern, springt ein Tonband an, von dem Informationen über den Garten abgespielt werden. Dabei wird auch auf einzelne Steinformationen und Halbinseln eingegangen. Allerdings gibt es das Tonband nur auf Japanisch und wenn man einfach nur in Ruhe den Anblick des Gartens genießen möchte, kann es auch leicht störend wirken. Ich habe unter anderem gelernt, dass das Wasser die Form eines Drachen, eine der Halbinseln einen Stein in Form einer Schildkröte (kame dejima), eine andere einen in Form eines Kranichs (tsuru dejima) beherbergt. Schildkröte und Kranich findet man immer wieder in japanischen Gärten. Die Schildkröte symbolisiert ein langes Leben, der Kranich Glück. Zwei große Steine links und rechts des Gartens sind Wächtersteine. Alles wirklich interessant und auch nochmal im Informationsblatt erklärt.

Leider weichen die englischen Informationen wie immer ein wenig von den Japanischen ab. Die Japanischen sind normalerweise ausführlicher. Außerdem steht im englischen Informationsblatt, dass das Wasser die Form des Zeichens für „Herz“ hat. Im Tonband wurde aber von „Drache“ gesprochen.
Neben Garten und Nachtigallenboden bietet der Tempel aber noch einige andere wertvolle Ausstellungsstücke, die es sich lohnt anzusehen.
Besonders begeistert hat mich, dass man fast jeden Raum besichtigen und sogar betreten durfte. Und das Sofa im Eingangsbereich hat mich ebenfalls fasziniert. Etwas, das man normalerweise in berühmten Tempeln nicht zu Gesicht bekommt.















Wer sich für Gärten und Tempel interessiert, sollte auf jeden Fall einen Abstecher zum Ryōtan-ji machen, falls Hamamatsu als Reiseziel ausgesucht wird. Hier hat man vor allem außerhalb der Saison die Möglichkeit einen geschichtsträchtigen Tempel und Garten in Ruhe und ohne Menschenmassen zu genießen!

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