Mal wieder ein ganz normales Wochenende..

Ich muß die jetzt genießen, solange es noch warm genug ist..

Ich hatte Samstag das dritte Mal in Folge frei. Gelobt seien Feiertage!
Und mein Chef, der den Arbeitsrythmus trotzdem nicht ändert.
Meine Tandempartnerin hatte weder Samstag noch Sonntag frei, weshalb die nächste Kochparty auch zum Glück nicht stattfand.
Das wäre Samstag etwas stressig geworden, weil am Abend noch ein Termin anstand.
So verbrachte ich den Vor- und Nachmittag mit einem heute als Privatlehrer fungierendem Freund im Institute for Nature Study beziehungsweise Sizenkyoikuen (Link zum virtuellen Rundgang) um weitere Baumnamen zu lernen.
Inzwischen müsste ich theoretisch die meisten typischen Garten-/Parkbäume erkennen.. Theoretisch..
Praktisch muß ich leider immer noch im Buch nachsehen. Dennoch kenne ich schon relativ viele und wenn ich mir noch ein paar von den Neuen einpräge, ist mein Wissen doch schon ganz ordentlich. Vor allem die immergrünen Gehölze bereiten mir noch große Probleme, aber zumindest zwei kann ich schonmal mehr: シロダモ und ヤブニッケイ. Beide haben sehr ähnliche Blätter aber ganz auffällig sind die 三個脈. Und ヤブニッケイ riecht gut >.< Ebenso wie サンショウ..
Als wir die große Runde beendet hatten kam die Frage auf, ob wir noch eine drehen und nochmal ein bisschen wiederholen wollten, oder das Lernen in einem anderen Park fortsetzen sollten. Wir entschieden uns für einen anderen Park. Da ich nicht ewig Zeit hatte, guckten wir nach einem Park in der Nähe und es blieb eigentlich nur der Meiji Jingu oder der Shinjuku Gyoen übrig. Auf den Park in Shinjuku hatte ich nicht so viel Lust, außerdem kostet der auch Eintritt wenn ich mich nicht irre und mein Privatlehrer mag den Meiji Schrein gerne, also fuhren wir bis Harajuku und liefen durch den Park zum Schrein.
Ich glaube aber, wir hatten beide nicht mehr soo viel Lust aufs Lernen und so unterhielten wir uns eher. Im Meiji Schrein wurden wir dann Zeugen einiger Hochzeiten. Ich kann nicht verstehen wie man freiwillig an einem Wochenende in einer Touristenhochburg heiraten kann. Man sah nur noch Kameralinsen. Eben weil Wochenende war, war es auch sehr voll dort und wir fanden keine freie Bank zum Hinsetzen. Von der Steinstufe wurden wir irgendwann verscheucht und so gingen wir weiter. Das Café in der Nähe war auch nicht sonderlich einladend und so entschieden wir uns die restliche Zeit, die ich noch hatte bis ich zurück nach Asaka musste, im Yoyogipark zu verbringen. Wir fanden sogar eine freie Bank im Schatten (Samstag war es nochmal 30 Grad warm) und durften unter anderem einem Typen zugucken, der mutmaßlich eine Wette verloren hatte und sich nun unter die Fontaine im ziemlich grünen Teich stellen musste. Außerdem wurden unsere Vokabelhefte wieder um einige Worte bereichert bis ich um 16h die Rückfahrt antreten musste.

Kurz vor 5h war ich dann wieder in Asaka und konnte nochmal kurz entspannen bevor es zum Termin am Abend ging.
Meine Gastmutter sammelte mich gegen halb 6h ein und wir fuhren gemeinsam zum Okonomiyaki Restaurant in dem sich heute die ganze kleine Familie mit einer ehemaligen Praktikantin und ihrem Verlobten treffen sollte.
Wir waren viel zu früh da und so hielt meine Gastmutter ein Schwätzchen mit mir, wobei sie einfach Behauptungen in den Raum stellte ohne dass ich eine Chance hatte sie zu berichtigen. So hatte ich dann plötzlich drei Hunde statt zwei Katzen..
Ich hatte vorher leichte Befürchtungen, dass mein Magen nach diesem Abend wieder extrem voll sein würde, aber das war zum Glück nicht der Fall, obwohl das Essen wieder sehr reichhaltig war. Es gab Sashimi, Karaage vom Fisch (ich habe glaube ich das erste Mal in meinem Leben einen Fischkopf gegessen..), Salat, Okonomiyaki, gebratene Kartoffelstücke – zusammengehalten durch Käse, gebratene Muscheln, gebratener Tintenfisch, TsukemonoYakisoba und vielleicht noch das ein oder andere, das ich vergessen habe..
Zwanzig nach 8h war das Treffen dann vorbei und ich wurde von der Ex-Praktikantin gefragt, ob ich noch zu einem Treffen mit einer Freundin von ihnen mitkommen möchte. Wollte ich natürlich! Wir gingen in eine sehr hübsche Bar, das A-one gegenüber vom Bahnhof. Hier konnte ich mal wieder feststellen, dass ich Gintonic wirklich besser vertrage als Bier.. Das war jetzt mein zweiter Gintonic in unterschiedlichen Bars in Japan und sie bekommen ihn wirklich immer super hin. In Deutschland war er mir oft zu stark, beziehungsweise man schmeckte das Tonic kaum. Im A-one war die Mischung meiner Meinung nach perfekt. Um 23h ging dann ein sehr schöner und unterhaltsamer Tag zu Ende.

Den Sonntag hatte ich noch nicht wirklich geplant. Das Wetter sollte eigentlich nicht so gut sein.. Aber als um 10h immer noch die Sonne schien, beschloss ich doch im Grünen zu lernen. Und weil ich am Tag zuvor die Stimmung im Yoyogipark so genossen hatte, fuhr ich dort hin. Als ich in Harajuku aus der Bahn stieg, begrüßte mich ein leichter Nieselregen. Ich war begeistert! Kaufte mir einen überteuerten Regenschirm und ging trotzdem zum Park. Selbstverständlich hörte es dort wieder auf zu regnen und ich hatte mir den Schirm völlig umsonst gekauft. Das erste was mich bei den Wasserfontainen dann erwartete war ein Gaijin, der sich nur mit einer Unterhose bekleidet vom Steg in den bekannten grünen Teich fallen ließ..
Scheint also nicht allzu unüblich zu sein sich in diese Brühe zu begeben. Ich ziehe trotzdem das Meer oder einen richtigen See vor!
Ich suchte mir dann ein lauschiges Plätzchen in einem kleinen ヤマボウシ-Hain und verzehrte erstmal mein Frühstück. Danach fing ich auch tatsächlich an zu lernen! Ein bisschen Grammatik und ein wenig Vokabeln. Man muss es ja auch nicht gleich übertreiben..
Im Endeffekt schaffte ich zwei eewig lange Grammatikkapitel (ich glaube die beiden längsten im ganzen Buch), alle neuen Vokabeln von gestern und der letzen Woche, plus ein paar alte aus Unitagen..

In Ikebukuro schaute ich noch beim Uniqlo vorbei. Ich hatte dort neulich nette Hemden entdeckt. Eigentlich muss ich ja sparen, aber da mein „Privatlehrer“ gestern so freundlich war zu sagen, es sei für eine Frau völlig in Ordnung ihr ganzes Geld für Kleidung auszugeben, schließlich sollten Frauen immer hübsch aussehen, und ich eigentlich nur für den Sommer gepackt hatte, war mein schlechtes Gewissen nicht ganz so groß.
Musste es auch nicht, ich habe nämlich nichts gekauft.
Mit den Hemden hatte ich das selbe Problem wie in Deutschland, es spannte an der altbekannten Stelle.. Ich hasse das wirklich! Und die Ponchos fielen an mir auch nicht so schön wie an den Puppen. Also brauche ich demnächst wieder ein Paket aus Deutschland.. Das ja sowieso, denn Winterkleidung möchte ich hier nicht kaufen, das wird wirklich zu teuer.
In Asaka aß ich dann noch schnell Abendessen bevor ich mich an den Weg nach Hause machte. Der Wind hatte schon ordentlich aufgefrischt und Regen gab es jetzt auch. Hatte ich den Regenschirm also doch nicht umsonst gekauft..
In der Nacht würde nämlich wieder ein Taifun über Tokyo ziehen. Ich hoffe ich kann dieses Mal besser schlafen..

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