Unkrautvernichter!

Das war etwas, von dem ich hoffte es nicht erleben zu müssen.

Und jetzt war ich doch ganz froh über den Tag..

Wie irgendwie so oft in dieser Woche wurde sehr kurzfristig der Einsatzplan geändert. Anstatt also neuen Sand in die Sandkästen der Spielplätze zu verteilen, musste ich zum Spritzen mit..
Die Vorschriften sind in Deutschland ja ziemlich streng. Giftige Mittel müssen in speziellen Schränken oder Räumen verwahrt werden, angemischt wird es in Schutzkleidung, beim Ausbringen muß auf die Windrichtung geachtet werden und der Rest darf auch nicht einfach mal in den Abfluss wandern. Hier sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Die Schutzkleidung besteht zum Beispiel aus wasserdurchlässigen Handschuhen und Atemschutz.. Naja, wenn denn einer getragen wird ist das eine ganz normale Gesichtsmaske, wie man sie auch trägt wenn man krank ist.
Wir haben gestern kein Insektizid gespritzt, sondern ein Herbizid. Damit habe ich keine Erfahrung. Es handelte sich um Round up, das auch in Deutschland sehr beliebt ist. Ich habe keine Ahnung wie die Bestimmungen für dieses Mittel sind und mag auch gar nicht nachsehen. In meiner Paranoia vor Spritzmitteln habe ich aber versucht mich bestmöglich zu schützen.
Ich trug Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und zwei Mundschutze übereinander.

Insgesamt war es aber ein grandioser Tag. Wir sind ewig weit bis zum Einsatzort gefahren, über eine Stunde. Das Dorf lag irgendwo hinter Wakaba. Ich konnte mich an der Landschaft nicht satt sehen. Überall Reisfelder. Der Reis war reif und zum Teil schon abgeerntet.

Wir haben einen Baseballtrainingsplatz gespritzt. An diesem einen Tag haben wir dank der langen Anreise und des zwischendurch einsetzenden Regens nur das halbe Gelände geschafft. Außerdem wurde auf der anderen Hälfte auch fleißig geübt.
Ab Mittag fing es ganz leicht an zu gewittern. Es gab aber keine sintflutartigen Regenfälle wie befürchtet. Es tröpfelte etwas und so arbeiteten wir durch, wenn auch erst zögerlich und skeptisch. Hätte es richtig angefangen zu schütten, wären wir früher zurück gefahren.
Gegen Ende des Tages haben wir noch sehr hohe Unkräuter per Hand ausgerissen. Dabei habe ich etwas Tolles entdeckt! Überall hüpften kleine grüne Laubfrösche durchs Gras. Die waren sowas von niedlich!! Ich hätte mir am liebsten einen der typischen Plastikbehälter für Kleingetier besorgt und einen oder zwei gefangen und mit nach Hause genommen. Ihr Glück  dass ich keine Transportbox hatte..

Auf dem Rückweg sind wir noch bei einem Arbeitsbekleidungsgeschäft vorbei gefahren. Ich habe mir neue Arbeitsschuhe gekauft. Meine haben inzwischen so große Löcher, dass ich am Ende des Tages einen 5cm hohen Haufen an Steinen, Blättern und Sand aufhäufen könnte, der sich darin angesammelt hat. Pro Schuh versteht sich..

Die zweite Hälfte des Platzes sollte am nächsten Tag gespritzt werden. Selbstverständlich kam es nicht dazu, schließlich wurde diese Woche ständig der Plan umgestellt.
Das war das erste Mal, dass ich selbst auch ein wenig verwirrt und angenervt war. Ich fand, dass es absolut dämlich ist das Ganze auf unbestimmte Zeit zu verschieben, den halb fertigen Platz da so liegen zu lassen und dafür dann den Tempel bzw. Tempelfriedhof zu spritzen, der 10min zu Fuß von der Firma weg ist.. Aber naja.. Wenn der Chef nichts davon hält erstmal eine Sache fertig zu machen, kann man nichts machen..
Ich durfte also wieder mal Unkraut an der 7km langen Straße zupfen.. Wie so oft in dieser Woche..


Der Himmel über Asaka – gestern Abend

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2 Gedanken zu „Unkrautvernichter!

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