Das Wochenende im Schnelldurchlauf

Samstag war ich am Strand. Nach langer langer Zeit habe ich mal wieder geschnorchelt. Natürlich hatte ich Probleme mit der Maske, aber das Wasser war extrem klar und man konnte sehr viel entdecken. Auch in Japans Meer gibt es viele bunte Fische, Röhrenwürmer, interessante Seesterne und Krabben. Ich habe Kreiselschnecken (さざえ) gesammelt, mehr schlecht als recht, und sie später, als sie gekocht waren, sogar probiert. Sie schmecken gar nicht schlecht, wenn auch leicht bitter. Mir hat allerdings die Konsistenz und die extrem übel grün aussehende Spitze Probleme bereitet, weshalb ich nicht die ganze Schnecke essen konnte.
Da es schon am Strand furchtbar angefangen hatte zu regnen, wurde der Nachmittag vor dem Fernseher verbracht. Unterbrochen von zwei kurzen Ausflügen. Einmal mit dem Auto auf einen Berg zu einem Aussichtspunkt. Von dort aus hatte man einen wahnsinnigen Blick auf das Meer. Weil gerade die Sonne kurz raus kam, verdunstete das Wasser in den Wäldern der Berge und es stiegen Nebelschwaden über ihnen auf. Dieser Anblick war einfach nur wunderschön! Das sind so Momente, in denen ich wirklich nicht mehr weg möchte..
Der zweite Ausflug ging zu Fuß in einen kleinen Eichenwald. Dank des Regens waren aber leider absolut keine Hirschkäfer zu finden. Ich wollte eigentlich meine Angst vor ihnen überwinden und einen auf die Hand nehmen.

Kurz darauf ging es schon los zum Jugendtreff der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.
Thema des Abends war die Übersetzung schwieriger Vokabeln für das neue online (Wirtschafts)wörterbuch Wadokukeizai.
Dort lernte ich wieder einige neue Leute kennen (mir wurde Brot von einer japanischen Bäckerin geschenkt, die in Deutschland gelernt hatte), und traf auch einige wieder, die ich bereits vom Tanz in den Sommer kannte.

Irgendwie verging die Zeit bis 21h sehr schnell und wir machten uns gefühlt sehr früh ans aufräumen. Nach 21h wollten wir noch in eine Izakaya um ein bisschen was zu trinken. Leider keine einzige, die wir abklapperten, Platz für uns und so entschieden wir uns eben Bier im Konbini zu kaufen und uns in einen nahen Park zu setzten. Selbstverständlich fing es ausgerechnet dann wieder an zu regnen als wir aus dem Conbini heraus kamen. Also endeten wir in einem Hausflur.. Es gab Bier und Nihonshu. Ich musste leider feststellen, dass ich beides gleichzeitig absolut nicht vertrage.. Oder ich vertrage das japanische Bier nicht.. Oder ich habe vorher zu wenig gegessen..
Auf jeden Fall war ich sehr froh über die Mauer in meinem Rücken.
Trotzdem bin ich heil nach Hause gekommen aber total k.o ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag sollte ich um 10h wieder auf der Matte stehen. Obwohl ich erst gegen 1h nachts ins Bett gekommen bin, blieb mir also ausreichend Schlaf (seit ich in Japan bin schlafe ich nicht mehr so viel wie vorher). Trotzdem war ich ganz schön fertig obwohl ich keinen Kater hatte. Mir fiel es an diesem Tag sehr sehr schwer Japanisch zu verstehen, ich konnte mich einfach nicht konzentrieren.

Es ging zu einer Ausstellung des Ikebana-Clubs der Tokyo University of Agriculture, der ehemaligen Uni meines Chefs.
Auch an diesem Tag regnete es in Strömen, weshalb die Ausstellungsstücke und die Beschilderung etwas gelitten hatten. Der Freund meines Chefs, der auch zur Ausstellung gekommen war, ließ im Übrigen keine Gelegenheit aus mich vor irgendwelchen tollen Hintergründen zu fotografieren. Die Ausstellung fand in einem Schrein statt, weshalb es jetzt ein Foto von mir vor dem Eingang gibt, vor dem Hauptgebäude, vor den Wunschtafeln und noch einigen Locations mehr. Naja, ob er Freude an den Bildern haben wird weiß ich nicht, auf Fotos sehe ich meistens ziemlich dämlich aus.

Gegen 12h sind wir noch zusammen Mittag essen gegangen, bevor sich unsere Wege trennen sollten. In einer kleinen Seitenstraße haben wir in einer sehr hübschen Location gegessen. Das Café heißt Pennylane und mir gefiel die Einrichtung sofort. Auch von außen ist das Gebäude sehr hübsch.



Es gab glaube ich 4 verschiedene Mittagsgerichte aus denen man wählen konnte. Der Einfachheit halber einigten wir drei uns alle auf Frikadelle mit Tomatensoße und Pilzen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht weshalb Japaner so auf ハンバーグ stehen, aber nun gut.

Ich finde an solchem Essen nichts Besonderes, weshalb ich es als in Ordnung einstufen würde. Es gab noch einen kleinen Nudelsalat vorweg und eine Misosuppe dazu.
Nach dem Essen bin ich dann alleine durch Harajuku gelaufen. Ich wollte etwas einkaufen, ein Foto in der berühmten Straße Takeshita-dori machen und mich in mein neues Lieblingscafé setzen.

Wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, wäre ich auch noch in den Yoyogipark gegangen, den mag ich Sonntags am Liebsten. Aber so bin ich nach dem Einkaufsbummel gleich nach Hause gefahren und habe den Tag geruhsam vor dem Laptop ausklingen lassen.

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3 Gedanken zu „Das Wochenende im Schnelldurchlauf

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