Nikko

..aber eigentlich war das gar nicht mein Highlight..

Heute morgen ging es um 5h los. Zumindest sollte es das, allerdings stand mein Gastvater schon um 5 vor 5 vor meiner Tür und rief mich. Dabei war meine Gastmutter noch gar nicht fertig. Zu meinem Erstaunen fuhr mein Gastvater wieder richtig schnell, weshalb wir auch sehr früh in Nikko ankamen. Es sind auch nur 150km, für deutsche Verhältnisse also ein Katzensprung.

Erste Station war der zweitgrößte Wasserfall Japans, der Kegon no Taki. Vorher zeigten sie mir aber noch den See aus dem der Wasserfall gespeist wird (Chūzenji). Der Wasserfall war dann wirklich schön. Man konnte ihn von verschiedenen Plattformen aus betrachten. Unter anderem vom Rand der Schucht, oder aber man konnte mit einem Fahrstuhl 100m tiefer fahren und dort von einer Plattform aus gucken. Mein Gastvater erklärte mir dort, dass durch den Taifun der Wasserfall stark angeschwollen war und wir aus diesem Grund komplett naß wieder nach oben fuhren. Normalerweise gibt es wohl weniger Sprühregen..

Von da aus fuhren wir dann zum Weltkulturerbe, dem Nikkō Tōshō-gū-Schrein. Die Anlage ist ziemlich groß und so besichtigten wir erst den besagten Schrein, dann wurde ich alleine zu einer fünfstöckigen Pagode geschickt.

Ich weiß immer noch nicht was die Aktion sollte, ich glaube meine Gastmutter war auf die Mappe scharf, die es zur Eintrittskarte dazu gab. Sie bezahlte nämlich (ich dachte zu dem Zeitpunkt noch, dass sie auch mit wollte) drückte mir dann aber eine einzelne Karte in die Hand, schnappte sich die Mappe und verschwand. Ich durfte dann 15 Minuten in einer Schlange stehen um kurz einen Blick in die Pagode zu werfen. Man sah eine goldene Säule.. Sehr spannend.. Und was die Pagode mit dem Skytree zu tun hat, verstehe ich bis jetzt nicht. Vielleicht ist sie zusammen mit dem Berg auf dem sie steht höher als er? Keine Ahnung, zumindest war die Pagode auf der Mappe neben dem Skytree abgebildet.


Bis jetzt wusste ich auch nicht, dass die berühmten Affen einen Pferdestall zieren..

Jetzt ging es noch zu einem benachbarten Tempel. Zuerst landeten wir in einer Gebetshalle. Dann sind wir aber auch noch in den Tempel gegangen, der momentan restauriert wird. Zu diesem Zweck werden die Tempel immer komplett von einer Halle umschlossen. Das hatten wir schon vor sechs Jahren in Kyoto gesehen. Unser Ticket beinhaltete nicht nur das Innere des Tempels, wir durften damit auch noch in einen bestimmten Raum und auf einen Rundweg, von dem aus man die Restaurierungsarbeiten beobachten konnte. An einem Sonntag gab es da aber nicht so viel zu sehen. Gegenüber gab es noch einen kleinen, aber wirklich sehr sehr schönen Garten (Shōyōen). Was das Moos angeht kann er sicher mit dem Saihōji mithalten..


Danach war schon wieder Zeit zum Mittagessen. Ich habe die örtliche Spezialität gegessen, Yuba.

Das ist eine besondere Art Tofu. Ob er jetzt immer so aufgewickelt ist weiß ich nicht, aber er war lecker. Und der Laden, in dem wir gegessen haben, war sowieso das Schärfste.. Man hätte zum Teil auch meinen können man befindet sich im Wohnzimmer der alten Dame oder in einem versifften Kiosk.. So wirklich gut beschreiben kann man das nicht. Auf jeden Fall kümmerte sich die alte Frau komplett alleine um alles und die Küche sah von meinem Blickfeld aus wie eine stinknormale Küche.
Mein Gastvater war lange vor uns mit Essen fertig und hatte schon mal das Auto geholt, so ging es dann direkt von dort aus nach Hause.

Das eigentliche Highlight war für mich aber der Bergpass, den wir fahren mussten um zum Wasserfall zu kommen. Es gab jeweils eine extra Straße für den Weg bergauf und bergab, weshalb es keinen Gegenverkehr gab. Das war zumindest auch beim Weg bergab gut so, denn die Hairpins sind teilweise wirklich übel und folgen sehr schnell aufeinander.

Japaner haben ja auf eben solchen Straßen angeblich das Driften erfunden und man sah auch deutlich, dass diese Straße dafür gerne benutzt wird.

Auf dem Navi konnte ich zusätzlich den Streckenverlauf verfolgen und kurz vor Ende fing ich an zu zählen: 1 Brücke, 2 Brücken und die 3. Brücke. Und da ging mir ein Licht auf! (Eigentlich schon bei der 1. Brücke, da sie sehr speziell ist..) Ich kannte diese Straße bereits! Aus einer Serie, die ich vor Ewigkeiten gesehen habe und gerade jetzt wieder gucke. Natürlich geht es dabei um Autorennen, aber irgendwie hatte ich nicht mitbekommen, dass dieser Pass nicht in Gunma liegt, sondern in Tochigi. Da ich sowieso in meinem Urlaub einige dieser Pässe erkunden wollte, war ich ziemlich happy über diesen Zufall und ich bin wirklich am Überlegen nochmal ein Wochenende wiederzukommen um sie fahren zu sehen..
Mein Glück war dann perfekt als ein echter Toyota Corolla AE86 Trueno (Panda) an uns vorbei fuhr. Ich musste mich kneifen um zu realisieren, dass ich nicht nur träumte.

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