Der Ausflug nach Shimoda

..wird mir derbe Rückenschmerzen bescheren..

Damit ich nicht so viel auf einmal zu schreiben habe, werde ich immer zwischendurch ein wenig tippern. Das könnte zu seltsamen, Zeitangaben führen, stört euch bitte nicht dran..

Anfangen tue ich schon um 9.30 Uhr. Denn bis jetzt ist schon einiges berichtenswert obwohl wir gerade mal in Yokohama sind.. (Nachbarstadt von Tokyo)
Also gut, ich dachte das wird ein kleiner Ausflug der Familie, starten sollten wir um 6h morgens. Das klappte auch wunderbar. Dann eröffnete mir mein Gastvater, dass wir noch Masae-sans Mutter und Onkel abholen bevor wir nach Yokohama zu Takeshi-san, Masae-san und Kenichiro-kun fahren. Schon der Weg nach Itabashi zu Masae-sans Familie war dank des immerwährenden Staus anstrengend, außerdem mußten wir zwischendurch nach dem Weg fragen und einen Klostopp einlegen. Itabashi liegt trotz Stau nur etwa 30-40min entfernt..



Dann wurde umgeladen, von dem Auto der Shiomis in den Kleinbus von Masae-sans Familie. Dieser Bus ist schon einen eigenen Beitrag wert. Er wirkt eher wie zusätzlicher Stauraum man findet dort alles was man irgendwo in den Keller stopfen würde. Außerdem befindet sich die Rückbank etwa 15cm über dem Boden, was eine sehr bequeme Fahrt versprach. Ach ja, und Sicherheitsgurte gibt es auch nicht, von Beinfreiheit ganz zu schweigen. So ging es also in einem Affenzahn (in diesem Auto zumindest gefühlt) nach Yokohama, wo wieder erstmal bei Jonathans gefrühstückt wurde. Ich wollte gerne ホットサンドイッチ essen, woraufhin es für die ganze Runde bestellt wurde v_v
Währenddessen hatte ich mir noch Hoffnung gemacht, dass wir das Auto wechseln würden, vergeblich..
Vor dem Jonathans warteten dann schon Takeshi-san, Masae-san und Kenichiro-kun auf uns, in ihrem feschen Mercedes. Wer umsteigen durfte war Masae-sans Mutter, man war ich neidisch!
Also etwa 5-6 Stunden Autofahrt in einem Auto ohne Sicherheitsgurt, Beinfreiheit und einer extrem unbequemen Haltung >.< (Die Stoßdämpfer sind auch nicht mehr ganz gut glaube ich..) Ich dachte das Wochenende sollte entspannt werden!

Die Fahrt verlief für meinen Rücken und meine Beine dann doch nicht so schlimm. Ich hatte vergessen, dass Japaner ja an jeder Raststätte halten. So hatte ich genug Gelegenheiten mir die Beine zu vertreten. Dementsprechend spät kamen wir aber auch erst an, wie war das mit 5-6 Stunden Fahrt? Aber Japaner sind halt anders als wir, während wir immer möglichst schnell am Ziel sein wollen um dort die Zeit zu genießen, scheint für Japaner auch schon der Weg das Ziel zu sein. Ich bewundere das, denn sie haben auf Reisen so wirklich die Ruhe weg. Trotzdem denke ich immer „Ach muß die Pause denn jetzt sein? Ich will endlich ankommen!“ Also leider keine Einstellung, die ich locker flockig übernehmen kann..

Die Ankunft im Hotel hätte ich dann beinahe verschlafen, bin aber doch pünktlich am Tor aufgewacht und war erstmal baff was für ein Hotel uns erwartete.

Es sah von außen richtig schweineteuer aus und war es bestimmt auch. Wir haben zwei Zimmer bekommen, eins für die Frauen im japanischen Stil und eins für die Männer im westlichen Stil. Allerdings gab es im Flur eine Verbindungstür, die auch immer offen stand. Wir hatten auch nicht mehr so viel Zeit bevor es zum Abendessen gehen sollte. Um 6h wollten wir los. Bis dahin haben wir die Zeit auf dem Zimmer verbracht. Ich hätte auch noch ins Bad gehen können, aber das war mir zu knapp.

Das Abendessen war dann wirklich ziemlich abgefahren. Wir waren im hoteleigenen japanischen Restaurant und es gab ein zig-Gänge-Menü. Mir hat nicht alles super gut geschmeckt, aber ich habe alles aufgegessen und es war wirklich eine Erfahrung!

Danach ging es dann aber ins Bad. Inzwischen war es halb 10h.. Das japanische Bad funktioniert ja eigentlich so, dass man sich gründlich wäscht und dann ins heiße Becken steigt. Es gibt einen Bereich für Männer und einen für Frauen weil man im Bad keinerlei Kleidung tragen darf. Ich bin zusammen mit Masae-sans Mutter gegangen und habe gelernt, man kann sich auch vorher nur abspülen und hinterher gründlich waschen. Das habe ich aber nicht gemacht, weil mir den Tag über schon ein bisschen warm war.. und habe dafür dann ein du bist aber schnell geerntet. Super.. jetzt heißt es wieder die Deutschen sind nicht gründlich beim waschen >.<

Die Nacht war dann nicht sonderlich erholsam. Leider.. Wir waren ja vier Frauen + Baby im Zimmer. Alle hatten wir einen Futon, die wie bei einer Perlenschnur nebeneinander aufgereiht waren. Das war nicht wirklich das Problem, das Problem war, dass im Flur und vor dem Balkon ein Licht brannte, egal wie man sich drehte, es schien einem ins Gesicht. Wenn man grade eingedöst ist, fing das Kind an zu weinen. Oder, um halb 5h morgens steht die Gastmutter auf, lärmt im Bad, macht das Licht an und durchwühlt einen gefühlt riesigen Stapel Plastiktüten. Als von dieser Seite endlich wieder Ruhe war fing das Kind wieder an zu weinen.. Im Endeffekt bin ich um halb 7 aufgestanden, weil dann auch der Fernseher eingeschaltet wurde, das war zu viel des Guten. Ich sehne inzwischen wirklich ein Wochenende herbei, an dem ich mal ausschlafen kann. Vielleicht ja nächsten Sonntag? *hoff*
Der Fernseher läuft übrigens rund um die Uhr, das ist normal hier. So kam ich jetzt auch doch mal in den Genuß Anpanman zu sehen und eine Folge Bakuman und noch eine interessante SF-Serie, die ich unbedingt suchen muß.
Zu Hause komme ich ja nicht dazu, weil ich keinen Fernseher habe *schnüff* Die Zeit bis zum Frühstück wurde also mit Fernsehen und Ken-chan beobachten verbracht. Das Frühstück bestand aus einem Buffet, natürlich Japanese Style. Aber es gab auch Sesambrötchen, die in Ordnung waren, und Weißbrot mit eingebackenen Orangenstreifen.
Gegen halb 11 haben wir dann aus dem Hotel ausgecheckt. Während des Frühstücks hatte es angefangen fürchterlich zu regnen, das war nun zum Glück vorbei. Wir wollten nämlich noch zum Ajisai-kouen, dem Hortensiengarten. Der Besuch dort fiel allerdings alles andere als spannend aus, obwohl es echt nett hätte werden können. Wenn der Garten nicht ein Berg gewesen wäre und 4 Alte gegen mich standen, die da zu Fuß hoch wollte.. Also sind wir dank zweier Behindertenausweise zu einem Extraparkplatz in der Mitte des Berges gefahren und dort einmal um den Parkplatz gelaufen. Wirklich aufregend! Den richtigen Hortensiengarten haben wir deshalb auch gar nicht gesehen..


Danach wollte meine Familie noch zu einem ひもの屋 – Himono-ya. Das sind, wenn ich es richtig mitbekommen habe, Läden in denen es Spezialitäten der Region gibt. Dort haben wir auch in einem kleinen Sushi-Restaurant zu Mittag gegessen. Sushi bot sich an, da es direkt am Hafen lag und der Fisch direkt vom Schiff verkauft wurde. Ich habe einiges an Nigiri probiert, das ich noch nie gegessen habe. Es war alles super lecker, aber Saba bleibt die Nr. 1 ^_-
Eigentlich waren sie dort dann auch noch auf die Idee gekommen mit nem Touristen-Pseudo-Segelboot durch die Bucht zu fahren, aber die Ablegezeiten passten überhaupt nicht ins Konzept. Also machten wir uns auf den Rückweg.
Wie man merkt, allzu begeistert hat mich dieser Ausflug nicht zurückgelassen. Mir fehlt das Ausschlafen und noch einiges anderes momentan. Aber wird sicher bald wieder besser. Spätestens wenn ich das nächste Mal Sandkästen glatt streichen darf ^_-


Ps. Wir wurden ja schon vorgewarnt, dass es in Japan Kakerlaken gibt. Bis zu diesem Ausflug hatte ich aber noch keine gesehen. Als wir am Samstag Abend wieder ins Hotelzimmer kamen, krabbelte es bei meinem Rucksack dann so komisch und ja es war eine Kakerlake. Die anderen Frauen im Zimmer reagierten so ähnlich wie ich wenn ich eine Spinne sehe, sie riefen nach den Männern. Die brauchten aber irgendwie ziemlich lange um rüber zu kommen und so schnappte ich mir ein Taschentuch und ging selbst auf die Jagd. Japanische Kakerlaken sind eindeutig nicht mit Tunesischen zu vergleichen, ich kann mich da noch an so eine Jagd erinnern.. Diese Kakerlake war total lethargisch und ich hatte sie innerhalb kürzester Zeit überwältigt.

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Ein Gedanke zu „Der Ausflug nach Shimoda

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