Ausflug nach Nagano

Bilderflut olé

Ich fürchte, dieser Beitrag wird etwas länger.. wenn nicht wegen des Textes, dann doch wegen der Bilder.
Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich insgesamt über 80 Bilder gemacht, von denen ich aber nicht alle zeigen werde, trotzdem sind es noch genug..

Meine Gastfamilie ist mit mir am Freitag nach Obuse in die Präfektur Nagano gefahren. Nagano grenzt direkt an Saitama und ich dachte, wir würden vielleicht gerade mal über die Grenze fahren, weil ich mir einen so weiten Ausflug nicht vorstellen konnte.

Japanische Berge sind einfach nur schön!

Der sah aus wie eine Pyramide..

Im Endeffekt sind wir dann doch über 200km gefahren, das entspricht fast der Entfernung von Hamburg nach Berlin. Der Unterschied ist aber, dass man auf japanischen Autobahnen nur mit 80km/h dahinschleicht.
Hier könnt ihr euch die Strecke mal ansehen: klick
Dazu kam dann noch, dass wir bei gefühlt jeder Raststätte gehalten haben, aber nicht nur wir.. Jede war restlos überfüllt und man mußte schon auf dem Zubringer schlangestehen und auf einen Parkplatz warten. Und man kann die Parkplatzsituation der japanischen Raststätten mit der von Deutschen vergleichen.
Fairer Weise muß ich zugeben, dass am Freitag みどりの日 – Tag des Grüns – war, an dem viele Japaner einen Ausflug in die Natur machen.
Auf der Raststätte bei Ueda.

Und sowas auf ner Raststätte >.<
Interessante Weggestaltung

Aber nun gut, nach einer gefühlten Ewigkeit und einem Frühstücksstop, kamen wir nun also in Obuse an.
In Obuse findet man etwas, das auch in Deutschland schon verbreitet ist. Nämlich die Open Garden. Während das in Deutschland meines Wissens nicht so geballt und nur an bestimmten Tagen ist, so ist Obuse ein Ballungsgebiet dieser Gärten und man kann sie jederzeit besuchen solange sie ihr „open“ Schild stehen haben.

Obuse Open Garden

Obuse Open Gardens klick
Mein Gastvater hatte schon im Vorfeld einige ausgesucht, die er gerne besuchen wollte, allerdings haben wir natürlich auch zwischendurch gehalten, wenn wir ein „Open Garden“ Schild entdeckten.
Der erste Garten war leider ein ziemlicher Flop, da er sehr sehr vernachlässigt war. Unkraut ist zu einem gewissen Maß in japanischen Gärten normal, die machen sich da keinen Streß beim Entfernen, aber dieser war schon mehr Wiese als Garten.


Gegenüber war noch ein kleiner feiner Garten, der schon mehr unser Interesse weckte. Zwar in der Gesamtheit nicht wirklich mein Geschmack, aber er hatte etwas, das ich absolut toll fand.
Der Rasen war leicht gewellt und in ihm eingearbeitet waren zwei große Steine. Quasi ein Rasenpendant zu den typischen Trockengärten mit ihren Kiesbetten.

Der Steinrasen


Auch der nächste Garten war super. Zum einen fand sich ein Teich mit Bepflanzung im japanischen Stil und dahinter ein typisches europäisches Staudenbeet mit Pflanzen, die ich so gut wie alle kannte.

Von wegen Japaner kennen keine Gartenzwerge!

Beim Anblick der blühenden Ajuga ist meine Gastmutter übrigens in wahre Begeisterungsstürme ausgebrochen.
Was die nette Gartenbesitzerin, die uns höchstpersönlich herumführte, zum Anlaß nahm einen Spaten zu holen und etwas Ajuga und Euphorbia auszubuddeln und uns mitzugeben. Schon wegen dieser netten Frau war der Garten mein persönliches Highlight.


Allerdings gab es auch noch andere sehr nette Gartenbesitzer, so führte uns eine Frau durch ihren Garten, die wir eigentlich nur nach dem Weg zum Nächsten gefragt hatten obwohl sie selbst gar nicht an dem Open Garden Programm teilnahm.
Hier durfte ich eine sehr hübsche Terasse entdecken.

Das Navi wollte uns übrigens durch sehr interessante Gassen wie diese Lotsen

Da hätte vielleicht grade mal ein Dreirad Platz gefunden, nicht aber ein Familienbus..
Faszinierend übrigens wieviele tatsächlich einen trockenen Wasserfall in ihrem Garten haben.

Danach besuchten wir nur noch 1-2 andere Gärten bevor wir uns nach einem Lokal zum Mittagessen umblickten. Das Problem beim Mittagessen ist, dass Japaner eine Kollektivgemeinschaft sind. Das weitet sich leider auch auf ihre Tagesplanung aus. Wie auf ein geheimes Zeichen strömen plötzlich von überall Menschen herbei auf der Suche nach Essbarem. Meine Familie wollte unbedingt Soba essen, da diese Region für Soba bekannt ist. Die Lokale hatten leider aber teilweise bis zu 2 Stunden Wartezeit..
Dann fanden wir aber noch ein kleines feines Lokal, in dem wir ziemlich schnell an der Reihe waren.

Der Dip. Unten drunter ist Sojasauce.
Soba und Udon

Es war nur wirklich so klein, dass kein Platz mehr für eine Toilette war. Also stand draußen ein „Dixiklo“ bei dem ich wieder einmal feststellte, dass Toiletten im japanischen (französischen) Stil absolut gar nichts für mich sind. Man kann ruhig sagen, dass ich sie regelrecht hasse..
Ein hoch auf die moderne Toilette mit beheizbarem Sitz!!
Nach dem Mittag haben wir uns leider keine Gärten mehr angesehen (einer war da noch, den ich wirklich tierisch gern besucht hätte..), auch das Hokusaimuseum haben wir nicht besucht, wir sind nur noch etwas durch die Souveniershops getigert. Das hat sich allerdings ziemlich lange hin gezogen, da meine Gastmutter sehr ausführlich geschaut hat und auch in jedem Laden etwas gekauft hat.

Noch ein Interessanter Weg. Stein-/Holzkombination.

Ich hätte mir zwar gern ein Andenken mitgenommen, fand die Sachen aber alle nicht schön. Bis auf ein Arrangement im Schaufenster eines Ladens für japanisches Papier. Doch dieses Arrangement hätte ich mir niemals leisten können, mal davon abgesehen, dass es auch viel zu viel Platz wegnehmen würde.. Und eine einzelne Figur wäre witzlos gewesen.

Nun war es also dann schon so spät, dass wir uns langsam auf den Rückweg machen mußten. Ok, dachte ich. Ich bin müde, verschlafe ich die paar Stunden einfach (ich war nicht die Einzige, die schlafen wollte. Teilweise war nur noch unser Fahrer – entweder der Gastvater oder sein Sohn – wach.).. Leider sollte ich schnell eines Besseren belehrt werden. Erstmal hielten mich die Raststättenbesuche von einem durchgängigen Schlaf ab, zum anderen der STAU! Von ca. 230km standen wir sicher die Hälfte drin. Wir haben also mindestens doppelt so lange gebraucht wie auf der Hinfahrt. So lange kann selbst ich nicht schlafen. Außerdem hatte Kenichiro zwischendurch seine „alles blöd“ Phase und hat geheult wie am Spieß (er ist ein Jahr alt).
Gegen 20.30h kamen wir dann endlich wieder zu Hause an, nach über 4 Stunden Fahrt..
Ich war total fix und alle und wollte eigentlich nur noch ins Bett. Aber nicht ohne Abendessen und Duschen!
So wurde ich an den Esstisch der Familie gesetzt und habe ein Bento gegessen, dass wir unterwegs gekauft hatten. Dieses Bento ist wohl ziemlich berühmt und wird in einem Miniatur-Reistopf verkauft.
Hier der Link dazu: klick.
Es war ziemlich lecker^^

Danach wurde ich mit den Worten „Geh duschen und dann ins Bett“ verabschiedet. Eine Aufforderung, der ich nur zu gerne nachkam.
Das ist im Übrigen etwas, an das ich mich noch gewöhnen muß: mir wird wirklich jeden Abend gesagt, dass ich duschen soll.. Da frage ich mich doch schon irgendwo ob wir Deutschen für Japaner stinken oder ob sie denken, dass wir uns nur einmal die Woche waschen.. Aber gut, vielleicht bekomme ich sie ja in dem halben Jahr doch noch vom Gegenteil überzeugt.

Ich habe noch so viel mehr Fotos gemacht, die ich irgendwie nicht im Beitrag unter bekomme.. Ich hänge sie jetzt einfach mal hinten dran^^

Eine meiner Lieblingspflanzen: Tiarella cordifolia



Obuse ist eine Apfelanbauregion





Auch wenn das Bild ganz am Schluß kommt, so war es doch das erste Bild, dass ich auf dem Ausflug gemacht habe^^

Wie man sieht war das Wetter zu Anfang nicht so pralle..

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6 Gedanken zu “Ausflug nach Nagano

  1. Irgendwie schon komisch! Ich stelle mir gerade vor wie ich Leute durch meinen Garten führe…und dann noch sooooo viele!^^ Aber tolle Bilder <3

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