Der Kiyosumi Garten (mit Kind)

Dieses Mal hatte ich den Lütten, anders als beim Koishikawa Kōrakuen, sogar wirklich dabei!

Golden Week (GW): kein geplanter Urlaub, nur Tagesausflüge. Was tun? Natürlich musste es für mich ins Grüne gehen, ohne geht’s nicht!

Im Kiyosumi Teien war ich schon lange nicht mehr, daher beschloss ich diesem Garten einen Besuch abzustatten. Außerdem liegt er für mich bequem auf der Ōedo Linie, die während der GW praktischerweise das 500 Yen Tagesticket (都営地下鉄ワンデーパス) anbietet.

Nur so als Tipp: Solltet ihr in irgendwelchen speziellen Ferien in Tokyo sein, gibt es dieses Ticket. Und falls ihr keinen JR Pass habt, ist es fast immer günstiger als Yamanote Linie fahren und alle größeren Sehenswürdigkeiten sind mit der Ōedo Linie ebenfalls erreichbar. Für 700 Yen gibt es ein Toei Ticket (都営まるごときっぷ(1日乗車券)), mit dem ihr auch die anderen Linien des Anbieters nutzen könnt!

Ich packte also meine Kindertasche mit Windeln, Wechselkleidung, Snacks, Stickerbüchern, Mittagessen und Getränken und machte mich auf den Weg zum nächsten Konbini um mir Mittagessen zu besorgen. Und dann ging es hinein in die Bahn!
Wenn wir zu zweit unterwegs sind verweigert der Lütte leider recht schnell den Kinderwagen und will zu mir. An diesem Tag wollte er nicht mal mehr auf meinem Schoß sitzen und brauchte einen eigenen Platz. Wir hatten Glück, dass sich eine Mutter mit zwei Kindern zu uns auf die speziellen Sitzplätze setzte, eins sogar etwa so alt wie Chibi Mamo-chan. So machte es dann auch nichts als er anfing sich auf die Sitze zu legen und rum zu rollen. Der Sohn unserer Sitznachbarin fiel bald darauf ein.
So verbrachten wir eine recht entspannte Fahrt bis Kiyosumi-Shirakawa.
Praktischerweise ist der Ausgang, der am nächsten zum Garten liegt, auch gleich der mit Fahrstuhl. Kommt man aus dem Fahrstuhl raus, wendet man sich nach rechts zur großen Straße und nimmt die Ampel zu seiner Rechten. Nach der Überquerung geht man nach links und biegt in die nächste Seitenstraße nach rechts und schwupp steht man vor dem Eingang zum Kiyosumi Garten.

Da ich am 4. Mai dort war, dem Tag des Grüns, war der Eintritt kostenlos und es dementsprechend voll. Trotzdem gehört dieser Garten zu den weniger besuchten. Am Eingang fragte ich vorsichtshalber wie weit ich mit dem Kinderwagen käme und wurde sofort durch eine Absperrung bugsiert, mit einem Plan welche Wege zugänglich sind. Das sind zugegebenermaßen nicht viele (gekennzeichnet mit einer roten Strichellinie auf dem Plan), aber ich hatte natürlich vorgesorgt.

Chibi Mamo-chan und ich gingen zuerst zum großen Platz, auf dem an diesem Tag auch einige Vorführungen stattfanden. Hier gibt es Bänke, ein kleines überdachtes Plätzchen mit Tischen und Bänken und Picknickbänke auf einer Wiese unter Kirschbäumen. Vor diesem Platz befindet sich übrigens eine Toilette mit Wickeltisch. Groß genug um einen Kinderwagen mit hinein zu nehmen ist sie aber nicht.
Der Lütte bekam sein Mittag zuerst und aß später natürlich auch noch einen Großteil von meinem. Bei Onigiri kann er einfach nicht widerstehen. Im Anschluss machten wir uns auf, die Bereiche des Gartens zu erkunden, die nicht mit Kinderwagen zugänglich sind.
Dafür schloss ich den Kinderwagen und die Tasche an und nahm die Tragehilfe mit und den Lütten an die Hand.
Wie das bei kleinen Kindern so ist, ist alles interessanter als der Weg, den die Eltern einschlagen wollen. Soll man dann noch, um den Verkehr nicht aufzuhalten, über Trittsteine getragen werden, ist Protest vorprogrammiert.
Irgendwann setzte sich Chibi Mamo-chan auf den Weg und spielte mit den Kieseln. So ließ ich ihn eine Weile sitzen während der Großteil der anderen Besucher lächelnd an uns vorbei ging.
Mir verging das Lächeln leider schon bald darauf, denn der einzige Weg unseren Kinderwagen wieder zu erreichen war, sich einen Zeter und Mordio schreienden Lütten unter den Arm zu klemmen.
Als er dann aber doch irgendwann wieder verstaut war, schlief er sehr schnell ein, denn es war eigentlich schon länger Mittagsschlafzeit. Diese Zeit nutzte ich um den angrenzenden Park und das Viertel um den Bahnhof herum in Augenschein zu nehmen, aber dazu in einem gesonderten Beitrag mehr.
Nicht allzu spät machten wir uns auf den Weg zurück, verlebten eine ähnlich entspannte Bahnfahrt, schauten noch im lokalen Park vorbei um uns beim Mongolei-Fest einen Snack zu besorgen und trafen zufällig eine befreundete Mutter mit drei Kindern, deren jüngster nur zwei Monate älter als Chibi Mamo-chan ist.

Weiteres zum Park:
Das Personal leitet einen durch einen Seiteneingang wenn man mit Kinderwagen unterwegs ist. Von dort kann man nur einen Weg bis zum großen Platz befahren und sieht somit den Hauptteil des Gartens nicht.
Möchte man den gesamten Garten besichtigen, empfehle ich eine Tragehilfe. Der Kinderwagen kann auf dem eingeschlossenen Vorplatz des Gartens an einem dafür vorgesehenen Ort abgestellt werden.
Toiletten mit Wickelmöglichkeiten gibt es am Eingang und beim großen Platz.
Der Kiyosumi Garten ist bekannt für seine Steinsetzungen und diese betreffen oft auch die Wege. Meist kann man den großen unförmigen Trittsteinen, die zum Teil durch den See führen, ausweichen, doch vor dem trockenen Wasserfall unterhalb des Fuji entkommt man ihnen nicht.
Der linke Teil des Gartens hat außerdem schmale Wege und Treppen und ist deshalb nicht für Kinderwagen geeignet.

Wer gerne mehr über den Garten erfahren möchte, kann, als Leser meines Blogs, für kurze Zeit ein kostenloses Exemplar von Real Japanese Gardens Guidebuch über diesen Garten downloaden.
Folgt einfach diesem Link: https://gumroad.com/l/kiyosumi/Ginkgoleafs
Solltet ihr einen Preis von $1.95 angezeigt bekommen, tippt einfach ginkgoleafs ins Gutscheinfeld!

Anfahrt:
Via Hanzomon oder Ōedo Linie über Kiyosumi-Shirakawa.

Öffnungszeiten:
9:00 – 17:00 Uhr
Letzter Einlass 16:30 Uhr
Geschlossen vom 29. Dezember bis 1. Januar

Preise:
150 Yen für Erwachsene
70 Yen für Erwachsene über 65 Jahre
Frei für Kinder bis einschließlich Junior-Highschool.

Der trockene Wasserfall unter dem Fuji.
Hier wurde seit 2015 ordentlich aufgeräumt!
Die Absperrung, durch die man mit Kinderwagen hindurch befördert wird.
Der große Platz, der zum Picknick einlädt.
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第九 – 歓びの未来へ Die 9. – in eine freudige Zukunft

Hier findet ihr jetzt etwas, das es auf meinem Blog eigentlich nicht gibt: eine Buchvorstellung.

Ich hatte früher schon einmal über ein Projekt berichtet, das dieses Buch anlässlich eines 100 Jahres Jubiläums ins Deutsche übersetzen lassen möchte.
Es sind derzeit erst 77% erreicht.

Neugierig wie ich bin, habe ich das Buch bei unserer Bücherhalle bestellt und es Ende April bekommen. Ich war Platz 3 auf der Warteliste, deshalb dauerte es ein wenig.

Gemäß des Themas tauchten einige schwierigere Kanjikomposita auf, doch die Grammatik, die in diesem Buch verwendet wurde, ist sehr einfach. Wäre ich also nicht so faul und hätte alle Kanji, die übrigens mit Furigana (der Umschrift in Hiragana über den Kanji) versehen waren, nachgeschlagen, hätte ich bis zum letzten Kapitel alles verstanden.
Aber auch so erschloss sich mir der Sinn komplett dank der Bilder und des übrigen Textes.


Es gibt quasi zwei Handlungsstränge in dem Buch. Es beginnt in einer Schule in Naruto, wo die grade in die Gegend transferierte Schülerin Ai-chan ihre Klassenkameraden über ein Lied befragt, das alle bald gemeinsam vortragen sollen.
Dieses Lied ist natürlich Beethovens 9. mit dem Text von Schiller.
Zu Hause fragt Ai-chan ihre Großmutter, die in Naruto zu Hause ist, über die Geschichte des Lieds aus.
Diese zückt daraufhin ein Buch, in dem ein Insasse des Bando Gefangenenlagers seine Erlebnisse dort schildert und wie es dazu kam, dass Beethovens 9. an so einem Ort in Japan uraufgeführt wurde.
Am Ende schließt das Buch wieder in der Gegenwart mit Ai-chan, die ihrer Lehrerin erklärt, dass sie unbedingt an der Aufführung des Liedes teilnehmen möchte.
Ein abschließendes Kapitel geht dann noch tiefer in die Geschichte des Lagers, jedoch nicht mehr in Bilderbuchform.

Nachdem ich die Leseprobe des deutschen Projektes gesehen habe, schien mir das Buch ein wenig oberflächlich und einfach gestrickt. Doch jetzt nachdem ich das gesamte Buch lesen konnte, finde ich mich eines besseren belehrt. Der Bericht des Deutschen wie er in das Lager kam, die Leute außerhalb sie freundlich Willkommen hießen und der Lagerkommandant sie ausgesprochen freundlich behandelte, hat mir sehr gefallen.
Interessant war für mich auch, dass es tatsächlich mehr als ein Orchester im Lager gab.

Ich habe nicht recherchiert, ob es diesem Bericht des Lagerinsassen wirklich gibt und sich dieses Buch darauf stützt. Vielleicht stand es im abschließenden Kapitel, das ich nicht gelesen habe (aus Zeitmangel, weil das Japanisch schwerer ist und ich viele Worte hätte nachschlagen müssen). Sollte da jemand mehr wissen, immer her damit!

Übrigens sind nach Auflösung des Lagers einige der Insassen in Japan geblieben und haben das Land zu ihrer neuen Heimat gemacht.
Ein großes Anwesen mit Museum, das „doitsukan“ ドイツ館, erinnert noch heute dort an die Geschichte.

Wer sich für die sehr frühen Deutsch-Japanischen Beziehungen und die Zeit um den ersten Weltkrieg herum interessiert, der sollte sich dieses Buch mal ansehen und das Projekt es auf Deutsch heraus zu bringen noch schnell unterstützen :)

Bitte schaut auf der Seite der Herder Community vorbei!

[Kurz notiert] Tsubame – Die Schwalbe


Es ist wieder diese Jahreszeit. Überall sieht man die kleinen Gesellen unter Dächer flitzen! Die Tsubame, die Schwalben, brüten!

In Deutschland haben Schwalben keinen besonderen Stellenwert so weit ich weiß. In Japan ist das anders. Während ich bei Schwalben nur ein „wenn sie tief fliegen gibt es Regen“ im Kopf habe, stehen sie in Japan für Glück und Erfolg. Außerdem versprechen sie eine glückliche Ehe und gute Mutterschaft sowie Kindersegen.

Wer ein Schwalbennest in seinem Eingang hat, wird in Japan nichts unternehmen als einem Pappkarton mit Zeitung unter das Nest zu stellen und die vollgekotete Zeitung täglich zu wechseln.
Denn bei wem Schwalben nisten, zu dem kommt das Glück!

Also wundert euch nicht falls ihr mal im Eingangsbereich einer öffentlichen Behörde in Japan Slalom um Pappkartons mit Zeitung laufen müsst!

Tokyo Metro Hanzōmon Linie (mit Kinderwagen)

Bild via http://blog.livedoor.jp/westwakei/archives/55605303.html

Die Hanzōmon U-Bahnlinie verbindet Tokyos Osten in Oshiage mit dem Westen. Ab Shibuya fährt sie oft als Den-en-Toshi Linie weiter bis in die äußersten Randgebiete der Stadt und darüber hinaus bis Chuō-Rinkan.

Auf der gesamten Linie gibt es nur einen Bahnhof, der keinen Fahrstuhl bis zu Oberfläche hat, und das ist Jimbochō. Hier gibt es nur einen Fahrstuhl zu den Gleisen und eine spezielle Rolltreppe, die mit Hilfe des Personals Rollstühle befördern kann.
Der Fahrstuhl in Ōtemachi zur Oberfläche ist nur von 7:00 – 22:30 Uhr geöffnet.

Plätze für Kinderwagen und Rollstühle sind in jedem Zug vorhanden. Erwischt man ein Modell der Tōbu Linie, so befinden sie sich im Wagen 9 und 2. Bei allen anderen in Wagen 9 und 3 bei Tür Nummer eins.
Es wurde jedoch aufgerüstet, denn in einigen Modellen gibt es nunmehr in fast jedem Wagen Platz. Wer sich nicht darauf verlassen will, ist mit Wagen 9 und den „End-Wagons“ 1 und 10 gut beraten.

Spezielle Plätze für Schwangere und Kinderbegleitende Erwachsene sollten sich in jedem Wagon finden, aber je nach eingesetzter Bahn kann es variieren.

Wo welcher Wagon hält, kann man an kleinen Aufklebern auf dem Boden sehen.

Multifunktionstoiletten und Wickeltische sind bis auf in Nagatachō und Kudanshita an allen Stationen vorhanden.

Die meisten Ausgänge der Bahnhöfe verfügen über breite Ticketschranken, die auch mit Kinderwagen breiter als 54cm genutzt werden können.

Seibu Shinjuku Linie (mit Kinderwagen)

via http://vvvf136.blog99.fc2.com/blog-entry-1198.html

Die Seibu Shinjuku Linie bringt einen von Seibu-Shinjuku bis nach Kawagoe.
Nimmt man andere Abzweigungen, kommt man jedoch sogar auch bis zum Showa Kinen Kōen ohne die Chuo Linie benutzen zu müssen

Alle Bahnhöfe verfügen entweder über eine Rampe oder einen Fahrstuhl.
Bis auf Nakai und Araiyakushimae verfügen alle Bahnhöfe über eine Großraum-Toilette.

Alle Züge, die nach 1993 eingesetzt wurden, verfügen über 1-4 Plätze für Kinderwagen und Rollstühle.
Diese befinden sich laut Seibu Railway Webseite jeweils in den ersten und letzten beiden Wagons, also Wagen 1,2,9 und 10.

Spezielle Plätze für Schwangere und Kinderbegleitende Erwachsene sollten sich in jedem Wagon finden, nur die Schnellzüge, Tokkyū densha (特急電車), haben nicht in jedem welche (dafür gibt’s Toiletten in Wagen 1 und 7.

Wo welcher Wagon hält, kann man an kleinen Aufklebern auf dem Boden sehen.

Die meisten Ausgänge aller Bahnhöfe verfügen über breite Ticketschranken, die auch mit Kinderwagen breiter als 54cm genutzt werden können.