[Kurz notiert:] Umsteigen zwischen Bahnverbunden

Orangene Ticketschranken

Ich hatte nicht immer eine dieser tollen Plastikkarten, auf die man Geld lädt und die man dann beim Bahnfahren einfach über ein Touchscreen hält um entweder auf das Gleis, oder von diesem runter zu kommen.

Zu meinen Anfangszeiten fuhr ich ganz klassisch, indem ich Tickets löste.

Das läuft in Tokyo nun folgendermaßen ab: man steht planlos vor den Ticketautomaten und sucht seinen Zielbahnhof auf einer Karte oder einer Auswahl von Bahnhofsnamen um die Geldsumme zu finden, die man am Automaten bezahlen muss.

Hat man sie gefunden, sein Ticket gelöst und macht sich nun auf den Weg, steht man eventuell irgendwann vor einem Problem: man soll umsteigen, aber dafür muss man durch die Ticketschranken gehen.

Hat man vorher den genauen Betrag gelöst, behält die Schranke das Ticket ein. Aber wie ist das nun beim Umsteigen?
Dafür gibt es spezielle Ticketschranken!
Oftmals ist es nämlich so, dass die Bahnlinien doch irgendwie zum gleichen Verbund gehören oder eine Partnerschaft besteht und man günstiger wegkommt, wenn man beim Umsteigen „nicht durch eine Ticketschranke geht“.
Das muss man nun aber manchmal leider, weshalb man beim Verlassen des inneren Bereichs einfach durch die ORANGENEN Umsteigeschranken geht.

Achtet das nächste Mal drauf wenn ihr in Tokyo seid!

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Tour durch den Shinjuku Gyoen

Titelbild Shinjuku Gyoen

Ende Mai hatte ich mein Garten-Führungs-Debüt im Shinjuku Gyoen!

Ich hatte bereits schon früher Leute durch Tokyos Gärten geführt, doch handelte es sich dabei immer um Freunde, oder die Familie von Freunden.
Dieses Mal jedoch wurde ich von einer non-profit Organisation angesprochen, die sich mit Deutsch-Japanischen Beziehungen auf meistens akademischer Ebene befasst. Kurzum, es handelte sich dabei um die OAG, die Ost- Asien Gesellschaft, die auch wissenschaftlich fundierte Texte in eigenen Büchlein herausbringt.

French Garden Shinjuku Gyoen

Da das Klientel dementsprechend ist, war ich ein ganz klein wenig aufgeregt. Ich besitze zwar die Anforderungen um einen akademisch basierten Lebensweg einzuschlagen, jedoch habe ich während meines zweijährigen aktiven Studiums gemerkt, dass diese Berufe nichts für mich sind und mich bewusst für den Beruf des nicht-studierten Gärtners entschieden. Ich muss gestehen, dass ich mir gerne die Hände schmutzig mache und mich gerne bei der Arbeit mit Deutsch (oder jetzt Japanisch) umgebe, dass nicht vor Fremdwörtern strotzt.
Da ich dieses Mal wenigstens etwas seriöser wirken wollte, war eine gute Vorbereitung natürlich das A und O.
Also ging ich nochmal durch unser eBook zum Shinjuku Gyoen um mir geschichtliche Fakten einzutrichtern und besuchte den Park zwei Mal um mir eine Route zu überlegen und die Highlights darauf zu finden, zu denen ich etwas sagen konnte.

Die meisten kostenlosen Führungen durch Tokyos Gärten, auf Englisch durch sogenannte Volunteer Guides, sind sehr auf die Geschichte der Gärten, die Gebäude und Struktur ausgelegt, weshalb ich einen gewollt botanischen Ansatz wählte, den ich mit einigen Anekdoten aus meinem Leben in Japan schmückte.
Natürlich durfte auch ein wenig Geschichte nicht fehlen, die ich leider in einen ungünstig langen Vortrag an nur einem Ort verpackte. Dementsprechend gelangweilt waren meine Zuhörer dann auch.

Taiwan Pavilion

Zum Glück konnte ich sie später mit dem „Joghurt-Baum“ zurückgewinnen und machte nur einen Patzer beim Amberbaum, den ich erstens nicht mit Namen benennen konnte, und den ich zweitens als Gewürzbaum verkaufte, was natürlich nicht stimmt. Der Amberbaum dient der Herstellung von Kaugummi und ist ein Holzlieferant.
Tja, Pech.. Kann beim ersten Mal halt nicht alles perfekt laufen.. Ich hoffe, ich bekomme noch viele solcher Chancen!
Denn wenn es etwas gibt, das ich sehr gerne tue, dann ist es über meine Leidenschaft — Pflanzen — sprechen.

Webseite ✓ Next → Blog

Juchuu!
Einen Monat nachdem ich mir Webspace gemietet habe, habe ich nun endlich meine Webseite fertig.
Die Basis stand schon, ich habe mir lediglich ein neues WordPress Theme gesucht und es meinen Wünschen angepasst.
Nur die mobile Version bedarf noch einiger geringfügiger Korrekturen.
Meine Webseite promotet natürlich mein Kleingewerbe: Gartenberatung und Design. Aber ich biete auch das Einrichten und Anpassen von WordPress Themes an.
Und natürlich bin ich neugierig. Habt ihr einen Garten oder großen Balkon? Wenn ja, macht ihr alles selber oder holt ihr euch auch schon mal einen Profi in den Garten? Für die Anlage oder auch zur Pflege?

In Japan kümmern sich zwar einige selbst um die Pflege ihrer Gärten, aber ich habe das Gefühl, dass der Anteil, der pflegen lässt, deutlich höher ist.
Für die meisten angelegten Exterior Designs meiner japanischen Firma erhalten wir auch Pflegeaufträge.

Als nächstes werde ich den Blog umziehen. Davon merkt ihr hoffentlich erstmal nichts, denn ich werde den Blog im Hintergrund hochladen und bearbeiten. Momentan möchte ich dieses Theme erstmal behalten, nur werden sich hoffentlich einige Plugins finden lassen, die mir bei der Pflege später einige Arbeit abnehmen können.
Habt ihr irgendwelche Vorschläge oder Wünsche was ich umsetzen sollte?

Ich bin gespannt!

Kulturelle Unterschiede

Momentan lese ich ein Buch einer Amerikanerin, die zur Jahrtausendwende nach Kyoto ging um dort einige Monate in einem Gartenbaubetrieb zu arbeiten.

Ich finde es spannend ihre Erlebnisse zu lesen, ähneln sie doch oft meinen.. Ebenso oft haben wir jedoch auch gegensätzliche Dinge erlebt. Ob das den Unterschied zwischen Kyoto und Tokyo zeigt?

Ein kurzer Absatz hat mich nun aber zum Nachdenken gebracht.

An einem Sonntag war sie mit einem Teil ihrer Arbeitsgruppe beim ältesten Gärtner zu Hause um ein paar Gegenstände zu holen bevor sie zu einem Privatkunden dieses Gärtners fuhren.

Zu dieser Gelegenheit fragte sie einen anderen Gärtner wann der Senior-Gärtner mit der Lehre angefangen hat. Die Antwort darauf: „Ich glaube das war nachdem er sein Training zum Kamikaze Piloten abgeschlossen hat.“

Booom!

Kamikaze Pilot.. Was geht euch da durch den Kopf? Ihr arbeitet seit über einem Monat mit jemandem zusammen und dann erfahrt ihr so etwas aus seiner Vergangenheit.

Mein erster Gedanke war: „Mein Gott! Hätte er seine Aufgabe zu Ende bringen müssen, dann würde er jetzt wahrscheinlich nicht mehr leben, ich könnte nicht hier sitzen und nichts von ihm lernen.“

Die Autorin jedoch überlegte nur, dass er sie im Krieg als Feind angesehen und sie ohne zu zögern hätte töten können. Doch nun sitzt sie in seinem Wohnzimmer und lernt von ihm, ohne dass er auch nur ein bisschen zeigt, dass sie früher Feinde waren.
Kein Gedanke daran, dass junge Männer oftmals gezwungen wurden einen sinnlosen Tod zu sterben.

Als sie später am Tag einen Fehler macht und die Entdeckung des Senior-Gärtners fürchtet, denkt sie „oh mein Gott, hoffentlich tötet er mich nicht.“ War die Wortwahl Absicht?

Was mich allerdings mehr interessiert: ist es jetzt ein kulturelles Ding, dass sie als erstes daran denkt, er könne sie als „Feind“ sehen? Ist das typisch amerikanisch?
Ist meine Denkweise typisch Deutsch?

Seit ich in einer fremden Kultur lebe, beschäftige ich mich natürlich mit kulturellen Unterschieden. Doch während mir die japanische Kultur inzwischen vertraut wirkt, scheint mir die Amerikanische oft sehr fern.

Was denkt ihr?

Baby Metro

Das Bild wurde von besagter Freundin aufgenommen.Eine liebe Freundin machte mich auf ein Plakat in der Metro aufmerksam, auf dem die Webseite „Baby Metro“ (babymetro.jp) beworben wurde.

Natürlich besuchte ich die Webseite sofort, die im App-Look daher kommt.
Leider gibt es sie ausschließlich auf Japanisch. Ich hoffe, dass sie vor 2020 noch auf Englisch veröffentlicht und ausgebaut wird.

Bevor man die Seite benutzen kann, wird man gebeten an einer Umfrage teilzunehmen. Es wird nach Geschlecht, ungefähres Alter, Alter des Kindes und Zweck der Benutzung gefragt.

babymetro.jp
babymetro.jp

Hat man sich durch alles durchgeklickt, kommt man zu einer Auswahl der Bahnlinien, die dem Metro Verkehrsverbund angehören. Dies sind folgende: Ginza-, Hanzomon-, Hibiya-, Chiyoda-, Fukutoshin-, Yurakucho-, Namboku- und Tozai-Linie.

babymetro.jp
babymetro.jp

Klickt man nun auf eine Linie, die einen interessiert, so öffnet sich eine Übersicht mit den Bahnhöfen der Linie, auf der man auch gleich die Umsteigemöglichkeiten zu anderen Metro Linien angezeigt bekommt.
Klickt man hier nun auf einen Bahnhof, öffnet sich eine Seite mit Fahrstuhl Symbolen.
Als Beispiel nehme ich mal den Bahnhof Aoyama Ichome, bei dem sowohl die Toei Ōedo Linie, also auch die Metro Hanzomon und die Metro Ginza Linie halten.
Dieser Bahnhof ist ein tolles Beispiel die Funktionsweise der Seite zu erklären.

babymetro.jp
babymetro.jp

Man sieht drei Reihen. Die erste Reihe bedeutet Fahrstuhl zwischen Oberfläche und Bahnsteig. Hier sieht man ein Dreieck, einen sichtbaren Fahrstuhl und einen ausgegrauten, durchgestrichenen Fahrstuhl. Darunter findet sich ein kleines Menü zum Ausklappen mit weiteren Informationen.
Klickt man hier drauf, erfährt man, dass es bei der Ginza Linie Richtung Shibuya keinen Fahrstuhl gibt.

babymetro.jp
babymetro.jp

Die Reihe darunter behandelt das Umsteigen zwischen den Metro Linien. Leider berücksichtigt die Seite nicht das Umsteigen zu anderen Verkehrsverbünden.
Die Symbole sind die gleichen wie oben. Klickt man hier auf das Ausklappmenü, so zeigt sich, dass es keinen Fahrstuhl zwischen Hanzomon und Ginza Linie Richtung Shibuya gibt.

Die dritte Reihe zeigt an, ob sich auf dem Bahnsteig eine Bank befindet. Das ist hier der Fall.

Eine vierte Reihe mit Ausstattung der Toiletten wäre noch wünschenswert gewesen.

babymetro.jp
babymetro.jp
babymetro.jp
babymetro.jp

Kehren wir zum oberen Teil der Seite zurück. Hier finden sich nämlich noch zwei Links.
Klickt man auf den linken der beiden, öffnet sich eine neue Seite, auf der man eine Grafik der Züge sehen kann. Hier wird einem angezeigt wo sich welche Ausgänge und Umsteigemöglichkeit befinden (zum Beispiel befindet sich der Fahrstuhl bei der Ginza Linie Richtung Asakusa bei Wagen 1).
Der zweite Link bringt einen auf eine Seite mit einer Übersicht über den Bahnhof mit den verschiedenen Ebenen, den Umsteigerouten und der Lage der Fahrstühle.

Ich finde diese Webseite durchaus nützlich, aber sie ist definitiv ausbaufähig.
Da sie damit wirbt auf Kinderwagen-Routen ausgelegt zu sein, sollte sie auch die Informationen anzeigen, die ich versuche auf diesem Blog zusammen zu tragen. Also die Lage der Rollstuhlfahrerplätze (was eine Vereinheitlichung der Züge voraussetzen würde), die Lage der sogenannten „Yusenseki“, die Plätze für Schwangere, Kinderbegleitende Erwachsene, Alte und Kranke, und die Umsteigeoptionen auch zu anderen Linien.
Außerdem wäre eine Version mit Umschrift in Romaji oder eine Übersetzung ins Englische für Touristen sicher nützlich.

Als visuelle und schnelle Übersicht der Metro Linien empfehle ich die Seite aber.