How to: Notaufnahme in Japan

Vielleicht war der eine oder andere von euch schon mal in einer Notaufnahme in Deutschland.
Ich schon, wenn auch nur als Begleiter (im Erwachsenenalter).
Entweder man wird mit dem Krankenwagen hineinbefördert, oder es heißt Stundenlang draußen auf den Bänken warten bis ein total überarbeiteter Arzt mal Zeit für einen findet.

Hier sieht es in einigen Punkten ähnlich, in anderen aber ganz anders aus, wie ich relativ schnell lernen durfte.

In Japan sollte man auf keinen Fall auf gut Glück ins Krankenhaus fahren. Zumindest nicht wenn man etwas Japanisch kann, denn in der Regel muss man sich vorher beim Krankenhaus telefonisch anmelden, damit sie sich auf einen vorbereiten können.

Aber auch beim Krankenhaus in der Nähe anzurufen ist nicht unbedingt das Richtige.
Nicht alle Krankenhäuser haben in der Notaufnahme alle Fachärzte da, weshalb es manchmal sinnvoller ist mit einem Taxi in ein etwas weiter entferntes Krankenhaus zu fahren.

Herausfinden welches Krankenhaus in der eigenen Situation das richtige ist, kann man über eine Helpline. Sie versuchen auch herauszufinden, ob es unbedingt nötig ist zur Notaufnahme zu fahren, oder ob man nicht vielleicht bis zum nächsten Tag warten kann.

Chibi Mamo-chan hatte sich einmal seinen Babylöffel in den Hals gerammt, war nach kurzen Tränen aber wieder fröhlich und munter.
Die Helpline riet trotzdem, da er noch so klein war, zum Krankenhaus zu fahren.
Sie suchten mir auch passende Krankenhäuser heraus und gaben mir die Adressen und Telefonnummern.
Mit einem Anruf hatte ich also alle Informationen, die ich brauchte.
Allerdings muss man im Gegenzug reichlich viele und nervige Fragen beantworten, die einen auf die Palme bringen können wenn man leicht panisch ist, nicht alles versteht und die Gegenseite eben davon genervt ist…
Eine Auswahl der Fragen:
Name, Telefonnummer, Adresse, Alter, wann fand die Verletzung statt, wie ist der Schmerzlevel, wann war die letzte Mahlzeit etc.

Ruft man einen Krankenwagen, weil man sicher ist einen zu benötigen – ich konnte einmal nicht aufstehen – dann übernehmen die Rettungskräfte den Anruf im Krankenhaus und fragen ab, welches einen aufnehmen kann.
Kann man kein Japanisch und ist keine Helpline auf Englisch zu erreichen, wäre es also eine naheliegende Möglichkeit immer einen Krankenwagen kommen zu lassen.

Zusammenfassend kann man sagen:

Bei schweren Verletzungen oder sehr schlechtem Zustand: Krankenwagen rufen über 119

Wenn man sich nicht sicher ist, ob man zur Notaufnahme sollte oder nicht, oder wenn man herausfinden möchte welche Notaufnahme die richtige ist: Helpline anrufen über 7119
Wenn ein Baby oder Kleinkind betroffen ist, gibt es eine extra Helpline über 8000
Die Feuerwehr bietet auch eine Info Hotline mit englischsprachigem Staff über 03-3212-2323

Braucht man Unterstützung auf Englisch: Himawari anrufen über 03-5285-8181 (nur bis 20 Uhr)
Oder, falls man einen Übersetzer braucht: 03-5285-8185 (nur bis 20 Uhr)

Krankenhaus anrufen und Bescheid sagen, dass man kommt.

Taxi rufen

Versicherungskarte und Medizin-Tagebuch einpacken und, falls vorhanden, die Registrierkarte des Krankenhauses.
Für genug Bargeld sorgen um Taxi und Krankenhaus bezahlen zu können, notfalls eine Kreditkarte einpacken und hoffen, dass man die benutzen kann.
Falls man mit dem Krankenwagen transportiert wird sollte man darauf achten Schuhe für den Heimweg mitzunehmen.
Ist man mit Kleinkind im Krankenhaus, unbedingt Windeln und Essen einpacken, ggf. Spielzeug oder ein Buch.

Wer Japanisch versteht, kann sich dieses PDF zu Gemüte führen.
http://www.fdma.go.jp/html/life/kyuukyuusya_manual/pdf/2011/japanese.pdf

Übrigens gibt es auch viele Kliniken, die am Sonntag regulär geöffnet haben. Außerdem hat unser Bezirksrathaus eine Notfallklinik für einfache Krankheiten, zu der man gehen kann falls das Kind zum Beispiel nur hohes Fieber hat.
Es lohnt sich, sich vorher über verschiedene Möglichkeiten in seiner Wohngegend zu informieren und einen Ordner mit ihnen anzulegen.

Nun zu meinen persönlichen Erahrungen..

Ich war bisher vier Mal in der Notaufnahme in Japan. Zwei Mal wegen mir und zwei Mal wegen des Lütten. Zwei Mal bin ich Taxi gefahren, ein Mal Krankenwagen und ein Mal Fahrrad.
Bis auf das Mal mit dem Krankenwagen hat uns die Helpline 7119 ein Krankenhaus genannt, in dem es Spezialisten gab. Die Krankenwagenodyssee war nur wegen Dehydrierung und schlimmen Bauchschmerzen. In Japan gibt es böse Magen-Darm-Viren…
Als Chibi Mamo-chan die Halsverletzung hatte, wurden wir in ein großes Krankenhaus mit HNO-Arzt geschickt. Hier mussten wir leider etwas länger warten bevor wir dran kamen und wieder nach Hause konnten.
Als ich mit Krankenwagen kam, musste ich gar nicht warten. Und auch als wir wegen Chibi Mamo-chans Arm in der Notaufnahme waren, mussten wir fast nicht warten. Bisher habe ich die Notaufnahme in Japan nicht ganz so schlimm erlebt wie in Deutschland, aber das hängt auch sehr von der Größe und der Lage ab.

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Titelbild

Ein Tag im Leben von Anika

Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen wie mein Alltag so aussieht..

Mein Wecker klingelt wochentags um 6:20 Uhr. Manchmal kann ich nicht widerstehen ihn nochmal zehn Minuten weiter zu drehen.
Optimalerweise wache nur ich auf, ich schleiche mich ins Bad, ziehe mich an und bereite Frühstück vor. Währenddessen sollte Chibi Mamo-chan aufwachen.
Die folgenden Situationen sind nicht ganz so optimal:

  • Chibi Mamo-chan wacht vor dem Wecker auf und weckt mich ebenfalls.
  • Chibi Mamo-chan wacht zur gleichen Zeit auf wie ich und ich habe keine Ruhe während der Vorbereitungen.
  • Chibi Mamo-chan wacht nicht selbstständig auf und ich muss ihn wecken.

Die drei genannten Situationen resultieren in einem stressigeren Morgen, weil der Lütte (oder ich) dann schlecht gelaunt ist.
Wenn der Lütte wach ist, muss ich erstmal mit ihm spielen. Entweder wir malen oder wir lesen Bücher. Währenddessen versuche ich ihn anzuziehen.

Um sieben Uhr gibt es Frühstück und ich hoffe jedes Mal, dass wir innerhalb einer halben Stunde fertig sind. Währenddessen schreibe ich die Notizen für die Kita fertig.
Gegen halb acht versuche ich Chibi Mamo-chan aus seinem Hochstuhl zu bekommen, ihm das Gesicht zu waschen (was er hasst) und uns fertig zu machen.

Schaffen wir es früh aus dem Haus, laufen wir zu Fuß, schaffen wir es nicht, muss der Lütte in den Kinderwagen oder in die Tragehilfe. Die Kinderwagen/ Tragehilfe Tage überwiegen..
Ich versuche vor acht am Kindergarten zu sein, damit der Lütte ins Zimmer für die 0-Jahres-Klasse kommt. Das ist weniger stressig als wenn ich ihn nach acht in der 1-Jahres-Klasse abgebe, weil er mit Freude alleine in das 0-Jahres-Klassenzimmer geht.

Dann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Zwischen 8:30 und 8:45 Uhr komme ich normalerweise an meinem Zielbahnhof an.
Meine offizielle Arbeitszeit beginnt um halb neun. Meine inoffizielle, intern mit dem Chef abgesprochene Arbeitszeit beginnt um neun.
Mal gehe ich direkt ins Büro, mal gehe ich vorher noch zum Supermarkt und kaufe billigen Kaffee oder Tee. Ich bin aber immer spätestens um neun in der Firma.
Mein Chef kommt selten schon morgens ins Büro, so dass ich in Ruhe putzen kann. Dabei höre ich gerne Hörbücher oder Podcasts. Habe ich extrem viel zu tun, fällt das Putzen auch schon mal aus.
Gegen halb zehn setze ich mich dann mit einem Kaffee an den Mac.

Je nach Tag habe ich verschiedene Sachen zu tun. Zum Beispiel Pflanzpläne beschriften oder Designs erarbeiten. Aber meine Hauptarbeit am Computer ist für Real Japanese Gardens.
Ich bereite Blogposts vor, auch gerne Gastartikel für andere Blogs, plane Beiträge für Facebook, versuche mich in Gartengruppen auf FB als nützlich zu zeigen, was mir schlecht gelingt da ich 1. mit Gemüse nichts am Hut habe und 2. FB Gruppen über Gärten langweilig finde, lese und schreibe Emails, editiere alte eBooks und versuche neue zu schreiben und in neue Formate zu bringen.
Manchmal habe ich auch so seltsame Jobs wie das Aufsetzen einer Webseite mit WordPress als CMS und das Umgestalten eines Themes bis es den Wünschen des Kunden entspricht.
Ja, ich bin jetzt professioneller WordPress Theme Editor lach
Mein Chef kommt meistens nachmittags, oft erst gegen vier Uhr ins Büro. Manchmal finde ich morgens Zettel mit Aufträgen auf meinem Schreibtisch und ich muss auch Botengänge aller Art erledigen.

Um 17:00 endet meine inoffizielle Arbeitszeit und ich mache mich auf den Weg nach Hause. Bevor ich den Lütten abhole, schaue ich oft noch schnell im Supermarkt vorbei.
Zwischen 18:30 und 19:00 sind Chibi Mamo-chan und ich meistens zu Hause. Dann heißt es für mich kochen und gleichzeitig irgendwie den Lütten unterhalten, der ganz genau weiß mit welchen Dingen er meine Aufmerksamkeit erhaschen kann. So fängt er wahlweise an lauthals zu weinen und hört nicht mehr auf, oder er malt Stühle an, oder er spielt mit Steckdosen (den An- und Ausschaltern), oder er wirft die CDs seines Vaters auf den Boden, oder, oder, oder. Er findet immer was. Meistens versuche ich ihn mit einer Scheibe Brot, Obst oder Tomaten ruhig zu stellen..

Je nachdem wie schnell wir zu Hause waren/ ich gekocht habe/ wir gegessen haben, bleibt noch ein wenig Zeit zum Spielen bevor es ins Bad geht. Der Lütte badet seit seiner Geburt täglich, ganz Japaner, und liebt es.
Um halb neun versuche ich ihn hinzulegen. Er braucht etwa eine halbe Stunde zum Einschlafen, die ich bei ihm verbringen muss. Optimalerweise kann ich mich um neun Uhr raus schleichen. Meist wird es später. Dann räume ich Chibi Mamo-chans Chaos auf, putze den Esstisch, den Hochstuhl und den Boden und bereite die Kita-Tasche für den nächsten Tag vor. Das dauert zwischen dreißig und sechzig Minuten. War ich schnell, putze ich eventuell noch andere Bereiche.
Ab zehn setze ich mich zu meinem Mann, der in der Zwischenzeit auch nach Hause gekommen ist, an den Tisch und versuche etwas abzuschalten, was nicht immer gelingt. Gegen elf Uhr versuche ich im Bett zu sein.

Die zweite Variante:
Ich habe Baustelle! Hört sich komisch an, meint aber lediglich, dass ich zu Kunden in den Garten muss und entweder den von uns angelegten, vorhandenen Garten pflege, oder einen neuen Garten anlege.
Baustelle macht meine Morgende und Abende eigentlich immer stressiger als Büroarbeit.
Die Orte, zu denen ich muss, sind über ganz Tokyo (nicht die 23 Bezirke, ich meine GANZ Tokyo) und manchmal auch Kanagawa verteilt. Und ich soll möglichst um neun auf der Matte stehen. Das heißt, dass der Lütte möglichst noch früher in die Kita sollte (früheste Zeit wäre 7:30 Uhr) und ich beim Umsteigen rennen muss.
Ein positiver Nebeneffekt der Baustellenarbeit ist, dass ich fast immer gegen den Rushhour-Strom unterwegs bin.
Der Rückweg ist natürlich auch stressig, da ich möglichst lange auf der Baustelle bleiben soll (ich gehe momentan früher als alle anderen), aber vor dem Abholen des Lütten noch nach Hause und duschen möchte. Wenn ich Baustelle habe, wird es abends nicht nur fast immer viel später, ich bin auch noch völlig fix und alle und sinke, wenn der Kleine schläft, nur noch völlig kraftlos auf meinen Stuhl. Natürlich nachdem ich alles für den nächsten Tag vorbereitet habe..

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ähnliche Tagesabläufe?

Tricks bei der Perspektivzeichnung

Ich gebe zu, dass ich kein großes Zeichentalent bin. Alle Fertigkeiten muss ich mir hart erarbeiten. Ich gestehe mir zwar einen Sinn für Ästhetik zu, jedoch fehlt es mir gänzlich an einem Sinn für Perspektive und Proportionen wenn es ans Zeichnen geht.

Da mein Job als Gartendesignerin jedoch zu einem Großteil aus Zeichnen besteht, muss ich hin und wieder zu Tricks greifen.
Heute stelle ich euch mal vor, wie ich eine Perspektivzeichnung eines Balkons ohne Hilfslinien, also Fluchtpunkt, erstelle.

Wenn wir einen Auftraggeber zum ersten Mal besuchen, machen wir auch immer viele Fotos der Gärten oder Balkons/Dachterrassen um später beim Planungsprozess die Umgebung, Farbe des Gebäudes oder auch Sichtachsen mit einbeziehen zu können. Und genau diese Fotos sind für meine Perspektivzeichnungen essentiell!

Ich suche mir ein Foto heraus, das in etwa die Sicht auf den Balkon gibt, wie ihn der Kunde haben wird.
In diesem Fall habe ich einen leicht anderen Winkel gewählt, da ich dadurch das Gesamtbild besser zur Geltung bringen kann.

Habe ich mein Foto gefunden, drucke ich es in DinA4 aus und lege Pauspapier darüber. Jep! Ganz fieser Trick: einfach die wichtigsten Linien durchpausen!

Pauspapier nutzen

Doch nun geht es natürlich daran mein Design in die Basis einzuarbeiten. Wie erwähnt, habe ich ein Problem mit Proportionen.. Also muss ich mir bekannte Größen suchen und mich daran orientieren.
Das Geländer hier ist zum Beispiel 1150mm hoch. Ich möchte ihn mit einem 1500mm hohen Zaun verkleiden. Also wird Pi mal Daumen oben etwas „drauf gesetzt“.
Das Zierpanel ist 1200mm hoch. Also wird es in die Mitte des Zauns gesetzt. Um die richtige Perspektive der Öffnungen des Panels hinzubekommen, habe ich Photoshop bemüht.
Mein Bild mit dem Rahmen für das Panel habe ich eingescannt und mir das Produktbild im Internet heraus gesucht.
Den Scan und das Produktbild habe ich in Photoshop geöffnet, das Panel in den Scan eingefügt und so hingezogen bis es in den Rahmen passte.

Bearbeitung in Photoshop

Jetzt wurde es friemelig.
Natürlich hätte ich es einfach so ausdrucken und daran weiter arbeiten können. Oder ich hätte Outlines erstellen können. Aber da ich alles handgezeichnet wollte, habe ich das Bild gedruckt, das gezerrte Panel ausgeschnitten und alle Öffnungen mit einem Cutter entfernt. Jetzt musste ich es nur auf das Original legen und die Öffnungen nachzeichnen. Ähnlich habe ich es auch mit den Pflanzgefäßen gemacht. Die habe ich ebenfalls ausgeschnitten und so im Bild platziert wie ich sie brauchte.

Wandpanel durchgezwichnet

Obwohl das fertige Bild nicht nach viel Arbeit aussieht, hat es mich mit Cutter und Photoshop doch einen halben Tag gekostet. Ich muss also wirklich an meiner Perspektive arbeiten damit ich irgendwann diese Tricks nicht mehr brauche.

Fertiges Design

Aber bis dahin: es lebe die Technik!

Einfach mal abschalten – Es hätte so ein schöner Abend werden können…

Im Mai hatte ich bei der Arbeit viel (selbstverschuldeten) Stress..
Der Juni versprach besser zu werden bis ich viele Baustellentermine, ein für mich schwieriges Design und eine SEO Aufgabe bekam..
Seitdem habe ich wieder Stress.. Vor allem aus dem Grund, weil ich keine Überstunden machen kann.

Eines Abends, es war seit langem wieder warm und trocken, vielleicht ein wenig schwül, wollte ein kleiner Mann nicht nach Hause gehen. Kurz vor der Wohnung begann er wild mit den Armen zu fuchteln und verlangte lautstark nach „babaa“ – Bagger.
Ok, dachte ich, knüpfen wir „Bagger“ doch mal an eine Bedingung und schauen was er dazu sagt.
So antwortete ich ihm: „Wenn du dich in den Kinderwagen setzt, können wir noch den Bagger angucken gehen.“
So schnell wie an diesem Arbeit saß Chibi Mamo-chan schon lange nicht mehr im Kinderwagen.
Meine schwere Tasche musste aus dem Sitz weichen und hinten an den Wagen gehängt werden. Während ich an den Haken nestelte, hörte ich durch den Stoff ein gedämpftes, aber sehr bestimmtes „bagaa, bagaaaa!“.
Jaja! Eine alte Frau ist doch kein Shinkansen! – Wie ich zu sagen pflege…
Doch dann endlich fuhr der Shinkansen aufgeräumt und mehr oder weniger sauber aus dem Bahnhof und die Straße entlang Richtung Sand- und Kiesverkäufer, wo der Bagger steht.

Doch schon nach einer Minute angucken winkte der Lütte ihm zu, sagte „bye bye“ und dirigierte mich zum Eingang des gegenüberliegenden Supermarktes. Ok, dachte ich, dann gehen wir noch schnell ein wenig einkaufen. Doch nein, in den Supermarkt hinein sollte es nicht gehen, nur einmal draußen herum und wieder zur Hauptstraße. Dort dann am Yōchien, eine Mischung aus Kindergarten und Grundschule, vorbei bis zu einem anderen Supermarkt. Und in den sollte es hinein gehen!
Dankeschön Chibi Mamo-chan, gibt es hier doch meinen liebsten kalten Kaffee am Günstigsten und ich konnte gleich noch zwei Becher mitnehmen und meinen Vorrat aufstocken.
Da es nun schon reichlich spät geworden war, überließ ich dem Lütten die Auswahl des Weges nicht mehr, sondern sagte ihm klipp und klar, dass wir nach Hause müssten. Er stimmte zu.
Beschwingt, ging es zurück. Zwar nicht geraden Weges, aber fast.
Mir wurde das Herz leicht, der Stress fiel von mir ab. Vielleicht auch weil ich wusste, dass ich zu Hause nicht groß kochen musste, da es nur Nudeln, Fertigsoße, Buttermais und Kiwi geben würde. Alles etwas, das in zehn Minuten ohne große Vorbereitungen zu schaffen war.
So hielt meine gute Laune dann auch an bis ich den Lütten ins Bett brachte, der ebenfalls den ganzen Abend gute Laune hatte.

Und dann… Beim Einschlafen biss er mich blutig und fing plötzlich nach seinem typischen hin und her wälzen an zu weinen und hörte nicht mehr auf.
Schnell war klar, er wollte seinen Arm nicht bewegen. Na, das hatten wir doch schon mal…
Schnell ein Buch geschnappt um ihn abzulenken, und das Prozedere durchlaufen um in einer Notaufnahme angenommen zu werden.. Das war bei weitem nicht unser erstes Mal. Leider.
Ein Bericht wie man sich anmeldet folgt.
Dieses Mal brauchten wir kein Taxi, sondern ich konnte mit dem Fahrrad mit Chibi Mamo-chan zum Krankenhaus fahren.
Das war interessanterweise leer und so mussten wir kaum warten und der Arm des Lütten wurde schnell wieder eingerenkt.
Er hatte eine Radiusköpfchen-Subluxation, auch Sonntagsarm genannt. Das taucht bei Kindern sehr häufig auf, allerdings nur bis etwa fünf Jahre.
Ich selbst hatte das als Kind auch mehr als einmal und wie es scheint hat Chibi Mamo-chan diese Anfälligkeit von mir geerbt, denn es war schon das zwei Mal, dass wir zum Einrenken mussten.
Tja.. und so ging es für den Lütten dann erst nach 11 Uhr ins Bett und für mich nach 12 Uhr. Ausgerechnet wenn wir am nächsten Tag besonders früh hoch mussten.

Das war dann wohl der Ausgleich für mein Hochgefühl am frühen Abend… der Dämpfer folgte auf dem Fuße..

[Kurz notiert:] Umsteigen zwischen Bahnverbunden

Orangene Ticketschranken

Ich hatte nicht immer eine dieser tollen Plastikkarten, auf die man Geld lädt und die man dann beim Bahnfahren einfach über ein Touchscreen hält um entweder auf das Gleis, oder von diesem runter zu kommen.

Zu meinen Anfangszeiten fuhr ich ganz klassisch, indem ich Tickets löste.

Das läuft in Tokyo nun folgendermaßen ab: man steht planlos vor den Ticketautomaten und sucht seinen Zielbahnhof auf einer Karte oder einer Auswahl von Bahnhofsnamen um die Geldsumme zu finden, die man am Automaten bezahlen muss.

Hat man sie gefunden, sein Ticket gelöst und macht sich nun auf den Weg, steht man eventuell irgendwann vor einem Problem: man soll umsteigen, aber dafür muss man durch die Ticketschranken gehen.

Hat man vorher den genauen Betrag gelöst, behält die Schranke das Ticket ein. Aber wie ist das nun beim Umsteigen?
Dafür gibt es spezielle Ticketschranken!
Oftmals ist es nämlich so, dass die Bahnlinien doch irgendwie zum gleichen Verbund gehören oder eine Partnerschaft besteht und man günstiger wegkommt, wenn man beim Umsteigen „nicht durch eine Ticketschranke geht“.
Das muss man nun aber manchmal leider, weshalb man beim Verlassen des inneren Bereichs einfach durch die ORANGENEN Umsteigeschranken geht. Auch mit IC Karte, übrigens

Achtet das nächste Mal drauf wenn ihr in Tokyo seid!